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In der 13. Ausgabe des langsamsten, ausführlichsten und nerdigsten Jahresrückblicks der Welt endet für Christian & Sebastian das neunte Schuljahr. Wie wohl die Zeugnisse ausfallen…?
Weil der Rückspultasten-Chef bereits einen großen USA-Urlaub hinter sich hat, bereitet er sich auf einen Jahrhundertsommer im heimischen Lüdenscheid vor. Dabei findet sogar Coming-of-Age statt, denn er sucht Jugendzimmermöbel aus, um sich bald von einem Stück Kindheit zu trennen.
Den Fazitator hingegen zieht es nach Holland, was er zum Anlaß nimmt, den Sommer 1994 ausführlich audiell zu dokumentieren. Für die Hörerschaft heißt das: So viele original zeitgenössische Einspieler wie nie zuvor.
Auch beinhaltet diese Ausgabe den liebsten doppelten Tagebucheintrag der beiden: Den 24. Juni 1994. Aber hört selbst – und laßt die Worte von Klassenlehrer Utsch in euch nachklingen: Schön war die Zeit!
PS: Die Linksammlung zu den ersten zwölf 1994-Ausgaben – 1. bis 15. Januar, 16. bis 31. Januar, 1. bis 14. Februar, 15. bis 28. Februar, 1. bis 15. März, 16. bis 23. März, 24. bis 31. März, 1. bis 15. April, 16. bis 30. April, 1. bis 15. Mai, 16. bis 31. Mai und 1. bis 15. Juni.

Sarah
Oh, der Freitag ist gerettet! Ich liebe die 1994er Folgen und freue mich da wirklich schon Wochen vorher drauf. Vielen Dank für eure Arbeit!
Christian Berger
Erstmal wieder Danke, auch wenn es redundant ist.
Zur LNB/LNC Frage: Beides ist gültig. LNB steht für Low Noise Block converter, und LNC für Low Noise Converter. Das sind in dem Kontext, Synonyme.
Die Teile verschieben die ankommenden Signale in der Frequenz nach unten, damals typischerweise um 10 GHz. So dass aus dem Bereich 10,95-11,75 GHz ein einfacher handhabbarer Bereich von 0,95-1,75 GHz wurde.
Die Dinger sind auch wirklich „Low Noise“. Die rauschen fast gar nicht selbst. Das ist so krass, dass man damit die Mikrowellen Wärmestrahlung einer Hand nachweisen kann.
Christian Berger
Ich hätte übrigens so einen Apparillo der Musikkassetten „im Bulk“ digitalisieren kann. Das besteht aus einem Raspberry PI mit einer kleinen Relaisplatine der einen Autoreverse-Kassettenrekorder steuert und dabei reproduzierbar folgendes mache:
Kassette ganz vorspulen
Kassette ganz rückspulen
1. Seite abspielen und digitalisieren
2. Seite abspielen und digitalisieren
Somit muss man nur alle 45-90 Minuten ran um die Kassette auszuwechseln. Der Prozess selbst ginge automagisch. Falls daran Interresse bestünde, ich kann das Teil gerne irgendwie zusammenpacken. Man braucht halt grundlegende Linux/Unixkenntnise um den Datenträger einzuhängen und das Skript zu starten.
Gerson
Eine schöne kleine BoWa-Anspielung war da meiner Meinung nach dabei!
Roger
Hallo zusammen
Auf diesen Teil des Jahresrückblicks 1994 habe ich mich schon gefreut, denn hier habe ich einerseits noch selber Notizen und Fragmente vorliegen, aber kann mich auch lebhaft an diese Wochen erinnern.
Zur Einordnung: Ich bin Jahrgang 80 und ihr seid glaub ich schultechnisch der Jahrgang 79. Während ihr aber die 9. Klasse abschliesst, schliesse ich gerade mal die 6. Klasse ab. Die Erklärung: Ein Jahr, weil ich jünger bin. Ein weiteres Jahr wegen dem Schulsystem (bei uns kam man mit 7 Jahren in die 1. Klasse) und ein drittes Jahr, weil ich den Kindergarten nochmal machte, obwohl ich in die 1. Klasse hätte wechseln könne. Warum auch immer, müsste man meine Eltern fragen…
Zur WM: Also, das war für uns Schweizer damals 1994 ein RIIIIESEN Ding!!! Die Schweiz hatte sich zuvor seit 1966, also seit 28 Jahren (!!!) nicht mehr für eine WM qualifizieren können. Sprich: Meine Eltern waren Teenager gewesen, als die Schweizer zuletzt (in schwarz-weiss) für die WM qualifiziert hatten. Und dann legten sie 1992 und 1993 mit Spielern wie Chapuisat, Knup, Sutter oder Sforza eine Qualifikation hin, die sich gewaschen hatte: In einer Gruppe mit Italien und Portugal (!) konnte man sich durchsetzen. Legendär der 1:0 Heimsieg gegen Italien (das Tor würde der VAR heute wegen Abseits einkassieren… egal!) und zuletzt das entscheidende 4:0 gegen Estland. Wow!
Und dann spielten die Schweizer also am Samstag, 18. Juni gegen die USA, den Gastgeber, 1:1.
An jenem Samstag passierte noch folgendes: Im Rahmen unseres Pfadfinderanlasses waren wir mit den Fahrrädern unterwegs. Dabei verlor ich in einer Kurve die Kontrolle über das Rad und ich schlitterte auf der Strasse irgendwo ins Nirwana. Dabei verletzte ich mich am rechten Unterarm (Schürfung), was mich aber da noch nicht gross aus der Bahn warf.
Das änderte sich am Sonntag, als die Schürfung zu sabbern und zu eitern begann. Ich hatte meinen Eltern nichts davon erzählt. Grund: Am Montag würden wir mit unserer Klasse für eine Woche ins Klassenlager fahren. Ich hatte plötzlich Angst, dass ich dann nicht mitgehen könnte deswegen, darum verschwieg ich das und behandelte die Verletzung so gut es ging mit dem Wissen eines knapp 14-jährigen Jungen. Uff…
Es kam dann alles gut: Am Dienstag im Lager, bevor wir duschen gehen mussten, zeigte ich die Verletzung meinem Klassenlehrer, der meinte nur: «ah ja, nicht so schlimm, tun wir was drauf und gut ist.»
Nun kommt die WM wieder ins Spiel: Am Mittwoch spielte die Schweiz ihr zweites Gruppenspiel gegen Rumänien. Dieses begann aber spät am Abend, weshalb wir im Klassenlager nur die erste Halbzeit am Radio (durchkommentiert, das gab es damals noch) hören durften. Als wir ins Bett gehen mussten, stand es zur Pause 1:1. Am nächsten Morgen waren wir unglaublich gespannt, wie es ausgegangen war. Dann kam unser Klassenlehrer wecken und machte es zuerst spannend: «Ja, also die besseren haben gewonnen, es war ein spannendes Spiel…», doch seine Frau, welche ihn im Lager als Köchin begleitete, stahl ihm die Show, als sie aus dem Hintergrund angerannt kam: «Die Schweiz hat gewonnen!!! 4:1!!!»
Grosser Jubel allenthalben!
Danach ist die Erinnerung nicht mehr so detailliert bei mir, aber diese Tage vom 18. Juni bis am folgenden Mittwoch, die haben sich bei mir richtig eingebrannt. Ja, und wenn ich diese Zeilen schreibe, habe ich richtig Gänsehaut.
Ah ja: Die Schweiz kam dann ins Achtelfinale, wo sie dann mit 0:3 gegen Spanien ausschied.
Ich freue mich auf den weiteren Verlauf des Sommers 1994, über den ihr berichten werdet.
Es grüsst
Roger
Benjamin
„Wo die Nudeln sind ist vorne“
Ein Satz für die Ewigkeit
Lupi
Hier auch immer große Freude über eure Tagebuchfolgen. Ich hatte 1994 eine ganz andere Realität als ihr, aber auch deswegen höre ich es so gerne. Es hat schon fast etwas therapeutisches, eure Geschichten aus so einer heilen Welt zu hören (auch wenn bei euch sicher auch nicht alles nur Sonnenschein war).
SarahCrusher
Ja, was für eine Folge und lustig eine ungestellte Frage meinerseits um einen sehr amüsanten Einspieler der 99. Folge wurde einfach mal so beantwortet. Ich fass es nicht, Danke schön.
Ihr seid mit dieser Folge in den letzten Wochen meiner Grundschulzeit. Daran kann ich mich aber nur sehr schwer erinnern. In der nächsten Folge gibt es dann aber die Zeugnisse.
Hab ich das Ijsselmeer in einem der damaligen Aufnahmen vernommen? Da hab ich gemischte Gefühle an dieses. Da ging es auf (wahrscheinlich) Abschlussfahrt mit einem Segelschiff zum Segeltörn – ein paar Jahre später in der weiterführenden Schule. Mit der Klasse in der ich zwar zwei meiner langjährigsten Freundinnen mit dabei haben durfte aber der Rest leider solche giftgurkigen Leute (nicht nur Schüler auch Lehrerinnen) dabei waren, die mich obwohl schon lange nicht mehr gesehen immer noch ungute Gedanken in mir aufkommen lassen. Die Segelschifffahrt selber war schon aufregend aber mit ein paar Leuten weniger wäre das echt schon eine nettere Erinnerung.
@Christian ist denn da jemand zum Haus aufpassen zu euch gekommen, Blumen gießen und nach schauen wie es dem Ossi geht? Das klang für mich in dem Report so als ob der Vogel alleine die Wochen sein musste und Hausherr wurde?
Torsten
Hallo zusammen,
ich find die Tagebuchgeschichten total mega (darf man geil schreiben?)!
Vorallem, sind darin so viele Parallelen zu meinem Leben… wahrscheinlich halt auch zu ganz vielen, die in den 70ern geboren wurde (ich übrigens am selben Tag wie Christians Mutter … nur ein paar Jahre später 🤪)
Ebenso bin auch ich mit einem Polizisten-Vater aufgewachsen, der in Brühl seine Ausbildung gemacht hat und später nach Brühl versetzt wurde, sodass ich meine schulische Laufbahn in Brühl gestaltet habe. Selbst heute lebe ich noch in der Schlossstadt.
Ansonsten haben wir halt alle am C64 unsere ersten Schritte am Computer gemacht, sind über Win95/98 zu Windows 11 gekommen.
Samstag Abend war Familien-Fernseh-Zeit.
Ich freue mich auf weitere Tagebuchfolgen, wie auch auf die vielen, vielen anderen Themen, die ihr in der Rückspultaste besprechen.
Schönen Gruß aus der Schlossstadt
Christian (Fazitator)
Ja, das IJsselmeer ist ja quasi auf der anderen Seite des nördlichen Teils von Noordholland, wo wir urlaubten – wir waren aber fast gar nicht dort, sondern halt nur an der Nordsee.
Und ha, Ossi als eigenverantwortlicher Vogel des Hauses – das hätte was gehabt 😉 nee, meine Großeltern wohnten im selben Haus im Erdgeschoss, mit Zugang zu unserer Wohnung im 1. OG und auch zu meinem „Reich“ im Dachgeschoss, wo Ossi bei mir wohnte. Ihm wurde dann auch täglich Freiflug im Zimmer gewährt, Frischluft (wenn auch gesiebte) auf dem Balkon und überhaupt gute Unterhaltung.
SarahCrusher
Vielen Dank für deine Antwort. Da hat mich dieser heimelige Reportaudioschnipsel ganz vergessen lassen dass ihr ja als Mehrgenerationen-Haus zusammen gewohnt habt und noch die Erwähnung von Mr. Bean vorher da ist irgendwas in der sommerlichen Hitze im Kopf zusammen geschmolzen.
So ein Mehrgenerationen-Haus mit Familie wäre für meine damalige behaupten ich mal keine gute Idee gewesen.
Michael
Das Bayern3-Verkehrsfunksignal heisst „Sigi“, und dessen 80er Version habe ich von einer meiner vielen Kassettenaufnahmen digitalisiert. Er tüdelt jetzt als mein Nachrichtenklingelton am Handy.
Bei Christians Erinnerung, dass der Jingle auch mal mit Autohupen vertont wurde, glaube ich eher an eine Verwechslung mit einer Werbung, die ich auch irgendwo vom Tonband digitalisiert hatte. Ich schaue das mal nach.
Übrigens hat der B3 eine schöne kleine Seite zu dem Sigi verfasst: https://www.br.de/unternehmen/inhalt/organisation/bayern-3-verkehrsmelodie-sigi-v2-100.html
Nikolai
Ich, der viel zu lange gedacht hat, „ich machte dies und das“ sei Code für eine sehr persönliche Aktivität 😃