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Willkommen zurück im Kiosk am Ende des Universums, der zwar nach wie vor keine Lesestube ist, in dem sich aber zum vierten Mal die Rückspultastler treffen, um zu blättern in Altpapier im buchstäblichen Sinne.
Diesmal geht es um eine publizistische Gattung, die mittlerweile zwar arg aus der Mode gekommen, deren Historie aber umso faszinierender ist: die Fernsehzeitschrift.
Nach dem geschichtlichen Rundumschlag zeigt Sebastian seinem „Kunden“ Simon die TV Hören und Sehen, denn diese – und nicht etwa die Hörzu – war die Programmübersicht der Wahl in seinem Elternhaus. Vielleicht, weil sie sich eher nach Art einer Illustrierten an eine weibliche Zielgruppe richtete?
Ganz anders gestrickt die zweite Zeitschrift dieser Ausgabe, Fazitator Christians Abo-Stammzeitschrift, die TV Spielfilm. Sie revolutionierte Anfang der 1990er das Marktsegment und bot Filmrezensionen für ein eher männliches Publikum. Voller Humor, Action, Anspruch, Spannung, Erotik und vor allem mit den Daumen, die heute noch das Wertungssystem bei Trek am Dienstag bestimmen.

Martin
Bei 31:00 wird Huge Green erwähnt: Das NDR Fernsehen hat seinen heute seinen Hauptsitz am Huge-Green-Weg.
In der DDR war DIE Fernsehzeitung (es gab nämlich nur die eine) die „FF Dabei“. Zur Wendezeit von Gruner + Jahr übernommen, hat sich diese sich Anfang der 90er bis zu ihrer Einstellung 1996 – meiner Erinnerung nach – nicht groß von den anderen Fersehzeitungen unterschieden. Der Erscheinungsrthymus war wöchentlich.
Zur erscheinung in der DDR kann ich nichts sagen, da meine Erinnerung (* 1985) etwa 1990 beginnt.
SarahCrusher
Christian hat schon recht Hubert Burda ist schon ein körperlich „kleiner Mann“ als seine jetzige Exfrau Maria Furtwängler. Das stimmt schon da täuscht die Bambi-Preis-Verleihungs Erinnerung nicht.
Super schöner Gedanke übrigens „Kiosk am Rande des Universums“ wundervoll, da gibt es bestimmt alle Magazine, Zeitschriften und alle möglichen Büchleins die man gerne noch mal lesen würde aber irgendwo verschwunden sind.
Bei meinen Eltern ist seit vielen Jahren noch immer der Gong im Abo, ich hatte mir aber zusätzlich damals die TeleVision spätere TV Highlights gekauft. Da war bei meiner ersten Ausgabe Captain Picard mit seiner Enterprise-D auf dem Cover drauf. Da Star Trek später nicht mehr so oft auf dem Cover war und ich zwar auch von anderen Serien fasziniert wurde aber auch nicht so sehr wurde der Kauf der TV Zeitschrift so ab ca. 2005 weniger.
Christian Berger
Also wir hatten ja die hörzu und ich kann mich noch an die Kolumne von Heinz Haber erinnern. Da gab es beispielsweise mal einen Artikel mit dem Thema, was ist in Meerwasser drin… zu dem es später auch eine Korrektur gab, weil die Zahlen im ersten Artikel teilweise grob falsch waren. Teilweise gab es auch Artikelreihen über Themen wie Computer. Dort lernte ich beispielsweise den Unterschied zwischen Pixelgraphik und Vektorgraphik kennen.
Früher fühlte sich das auch eher so an, als ob da wirklich _alle_ Sender drin waren. Ich kann mich noch daran erinnern, dass die in der Spalte für einen der DDR-Sender mal ein Foto eines Elefanten hatten.
Wir haben die übrigens immer als „Radiozeitung“ bezeichnet.
In den 1990er Jahren habe ich mich aber entfremdet. Wir hatten Satellitenfernsehen, was natürlich einige spannendere Sender brachte. So was wie „The Children’s Channel“ oder „Sky One“ waren plötzlich verfügbar… beides nicht in der hörzu. Dafür gab es dann halt den Teletext. Wenn ich bei meinen Eltern bin, bin ich auch immer erstaunt, welche Sender da priorisiert werden. Ein Beispiel ist beim ZDF das Programm „ZDF“ (ohne Suffix) auf dem eigentlich nie was läuft. Das ist so die Resterampe für Rosamunde Pilcher oder dem Traumschiff. So was wie zdf neo ist hingegen auf eine winzige Spalte komprimiert.
Inzwischen sind wohl auch die ganzen informativen Teile aus der hörzu verschwunden. Die wurden durch Pseudowissenschaftlichen Scheiß ersetzt.
Wenn man hingegen weiter in die Vergangenheit schaut, sieht man dass die wohl in der Anfangzeit sogar noch eine richtige Technikecke hatten.
Ich hab keine Programmzeitschrift mehr, da ich seit der Digitalisierung des Fernsehens (bei mir ca 2001) ordentliche Receiver habe, die mir das EPG vernünftig darstellen können… und suchen… und wenn ich wirklich will kann ich sogar so einen KI-Textslopgenerator drüber jagen der mir Fragen beantwortet wie, „auf welchem Sender laufen die meisten WM Spiele die man im Kabel nicht sehen kann“ um zu bestimmen, welchen Sender ich für meine Kollegen streamen werde, die nur Kabelfernsehen oder gar nur Mediatheken haben.
Ach ja das mit dem Programm das so durchläuft hatten übrigens auch die Privatsender.
https://www.youtube.com/watch?v=VIZEkULJpWY
Ich glaube in Östereich gab es noch so was wie das „ORF-Journal“ oder so ähnlich, was dort immer im Fernsehen beworben wurde.
Zu Tele-As hab ich bislang dieses Interview mit Pierre Brice gefunden, die erste Frage von Peter Rapp war „Sie…Sie kommen aus Frankreich?“.
https://www.youtube.com/watch?v=-058-wf7q-w
Zumindest die Regionalfenster „im Ersten“ gingen mWn in der Regel nach Sendern. Sprich der BR hatte sein eigenes Landesprogramm. Zumindest in den späten 1980ern hatten die auch landestypisch anthropomorphe Löwen zwischen dem Werbefernsehen. das war damals auch noch so ziemlich die letzte Umschaltung bei der das Bild sprang. Der Grund dafür war einfach. Jeder Fernsehsender braucht einen Takt der genau vorgibt, wann die Kameras beginnen das Bild abzutasten. Das ist notwendig, damit die zur gleichen Zeit den gleichen Teil des Bildes abtasten. Das ist essentiell, wenn das Signal ausfällt, hat man kein irgendwie brauchbares Bild mehr. Jede Sendeanstalt hat somit seine Taktgeneratoren die den einen Takt des Senders vorgeben. Alles im Sender ist darauf synchron… mit einer Genauigkeit bei der Kabellängen ein großes Problem werden. Der Bayrische Rundfunk hat da natürlich einen anderen Takt als der ARD-Stern in Frankfurt am Main. Es hätte damals schon Geräte gegeben, mit denen man das Signal aus Frankfurt auf den Takt in München synchronisieren hätte können, die haben aber das Bild etwas verschlechtert. Somit wollte man das möglichst nicht machen. Ja man hätte hypothetisch auch München an Frankfurt (am Main) synchronisieren können, ich weiß aber nicht wie zuverlässig das bei Ausfällen der Leitung nach Frankfurt gewesen wäre.
BlueShirt
Ich denke, dass Nürnberg auch „München“ war, weil eben BR-Sendegebiet, kann ich aus meiner Erinnerung so bestätigen (nicht zu 100% ab, doch eher recht sicher). Auch der Sendetitel „Zwischen Spessart und Karwendel“ weist darauf hin. Es bezieht sich halt auf die Region zwischen Spessart (Unterfranken) und Karwendel (Oberbayern) – also das BR-Sendegebiet, inklusive Nürnberg 😉 Die Sendung gibt’s übrigens heute noch… auf dem BR
Christian Berger
Inzwischen spaltet sich übrigens das „3. Programm“ des BR zeitweise in BR Nord und BR Süd auf. Ich hab aber noch nicht nachgeschaut, wann genau das ist.
SarahCrusher
Das ist seit Juni 2008 so von 17:30 (mo-fr) 17:45 (so) bis 18 Uhr
BR nord ist – Franken : Frankenschau aktuell/ Frankenschau (so)
BR süd – Altbayern und Schwaben: Abendschau – Der Süden / Schwaben&Altbayern
Christian Berger
Das mit den Strichcodes war etwas, was einige Videorekorderhersteller hatten. Das war orthogonal zu VPS. Man hat Start- und Endzeit, sowie den Kanal, in einen Strichcode codiert, und musste dann nur noch den Strichcode einscannen (mit einem Stiftscanner der in der Fernbedienung war) und der Videorekorder war „programmiert“.
VPS hingegen war ein Zusatzsignal, ähnlich dem Teletext, welches in der Austastlücke ausgestrahlt war. Dort wurde während der Sendung ein VPS-Code, in der Regel die Startzeit, ausgestrahlt. Der Videorekorder schaltete sich dann ein paar Minuten vorher auf den Kanal, und begann mit der Aufzeichung so bald er das Signal bekam. Bei Störungen oder Programmänderungen, konnte der Sender ein entsprechendes Signal schicken, so dass der Videorekorder die Aufnahme unterbrechen, und später fortsetzen konnte. Im Prinzip konnte man so sogar die Werbung automatisch rausschneiden lassen. Angeblich sollen da sogar einige Privatsender mitgemacht haben.
Svenja
Oh ja, der Stiftscanner! Den hatte ich komplett vergessen. Dabei war ich damals von der Technik dermaßen begeistert! Danke für die Erinnerung.
Fritz
Das Naschzeug mit dem beleckbaren Zuckerstab und dem Zwei-Kammer-Brausesystem existiert übrigens noch immer! Hieß und heißt „Double Dip“ und kann einem in Kiosken und Spätis durchaus mal über den Weg laufen.
Bossi
Mein Vater hatte mal einen Kiosk, und da war es schon vorteilhaft, wenn man sich Comics „für umme“ Woche für Woche rein ziehen konnte: Gespenster/Spuk Geschichten, Clever & Smart, Ausgeflippt, MAD, Lupo, Garfield, Disneys LTBs (noch die alten, wo immer der Seitenwechsel von s/w und Farbe war. Hat mich damals ziemlich angekotzt und hab‘ dann bei einigen LTBs selbst Hand angelegt und zu Buntstiften gegriffen!), diverse MARVELs… *schwelg* Schön war die Zeit!
Hinzu kam noch, wir wohnten überhalb einer Gaststätte, die den „Lesezirkel“ bezog. Mein wöchentlicher Fix & Foxi/Micky Maus-Bedarf war somit ebenfalls mehr als gedeckt!
Und dann hat ein Comic-Laden in unserer Stadt aufgemacht!!! Na, wer war da wohl Dauergast? Wer hat da gleich seine Tapeten zum Einzug mitgebracht? Eine, für damalige Verhältnisse, unendliche neue Vielfalt und Genres! Leider gibt es dieses Kultur-Geschäft bei uns schon seit Jahren nicht mehr. Naja, unsere Bücherei hat ja ab und an auch mal was ansehliches.
Erinnerungen sind unbezahlbar – war das schön, ein Kind zu sein…
Dede a.k.a. Onkel Alfred
Wir hatten damals (frühe 80er) die GONG. Darin gab es neben dem Fernsehprogramm auch interessante Artikel. U.a. mal eine Serie, die „Die 7 neuen Weltwunder“ hieß. Dort wurden z.B. das Weltraumteleskop Mt. Palomar oder der Wolkenkratzer Sears Tower in Chicago ausführlich beschrieben. Die Artikel habe ich alle ausgeschnitten und fein säuberlich umlayoutet in ein Schulheft geklebt. Ich hatte es in der Schule zufällig dabei und mein Erdkundelehrer fand das so interessant, daß er es sich auslieh und vorn am Pult durchgelesen hat. Während wir Schüler mit einer Aufgabe beschäftigt waren. Da hab ich dann ein Lob für bekommen und irgendwie war der danach auch nicht mehr so unfreundlich zu mir.
Taunide
Ach ja, da kommen sie auf einmal mit den Fernsehzeitschriften um die Ecke… sehr schön. Bei uns gabs den Gong. Und ich glaube ja frühkindliche Prägung macht schon was mit einem. Denn für mich blieb der Gong, solange er hier im Haushalt war der absolute Platzhirsch. In den späten 90ern habe ich aufgehört TV Zeitschriften zu kaufen, aber bis dahin gab es nur den Gong. Denn für mich hatte er Features die ich in anderen Zeitungen sehr vermisst habe. Zum Beispiel der Fotoroman. Ich kann es nicht beschwören aber ich denke ich habe sowohl The Motion Picture als auch STII zuerst als Fotoromane im Gong erlebt was mein damals schon durch die ZDF Ausstrahlung befeuertes Star Trek Fandom nur noch steigerte. ST III war dann der erste Film den ich auch im Kino sehen durfte. Ein weiteres wichtiges Element war der Radioteil den man sich aus der Heftmitte raustrennen konnte. Ich war schon immer ein Ohrenmensch und neben den obligatorischen Hörspielkassetten (meine Eltern hatten ein Elektrogeschäft und haben diese auch verkauft) waren Radiohörspiele (Per Anhalter ins All, SWR1) aber auch Spielsendungen (Vom Telefon zum Mikrofon auf SWF1 ), Comedy (Funk für Fans, hr3) und die Bundesligaschlusskonferenz für mich sehr wichtig. Diese vier Sendungen hatten jetzt zwar feste Sendetermine aber Ihr versteht was ich meine. Was ich ebenfalls am Gong schätzte waren die Zusatzinformationen wie Schauspieler und Synchronsprecher, kurze Kritiken ob oder wann der Film wiederholt wurde oder wird und Hintergrundinformationen direkt im Programmteil.. Ich glaube der Gong hatte eine Würfelwertung also zwischen 1 und 6. Der habe ich nicht allzuviel Beachtung geschenkt weil ich ohnehin, wenn mich meine Eltern liessen einfach alles geschaut habe. Wir reden hier aber von meiner TV Hochzeit in den 80ern. Später als die Privaten auch hier auf dem Land verfügbar waren wurde das Heft weit weniger übersichtlich. Zur TV Hören und sehen noch eine kleine Anekdote. Mein Vater (Jahrgang 18) war im Krieg zu einem Feldwebellehrgang und wer war sein Zimmergenosse? Sepp Arnemann. Die beiden haben wohl nach dem Krieg noch Kontakt gehalten und so waren zwei dicke bestimmt A3-Formatige handsignierte Bücher mit Arnemann Zeichnungen Teil meiner Kindheit. Spasseshalber haben wir Kinder immer wieder behauptet unseren Vater in den Karikaturen wiedererkannt zu haben. Wer weiß das schon so genau. Diesen etwas faden Humor der TV Hören und Sehen Endseite hatten übrigens die frühen Werke nur selten. Aber die Maus hatte er auch schon in den 50ern gerne gezeichnet.
Robert
Ganz tolle Folge mit vielen wohligen Anknüpfungspunkten… good times.
Gerne noch mehr Kiosk-Folgen! 🤗
Den Begriff „Blödelissimo“ werde ich im Freundeskreis etablieren.. 😄
Fun Fact:
Der Film, der versehentlich nachmittags statt TOY STORY in einem Kino gezeigt wurde, war The Hills Have Eyes 2.
Svenja
Zum Thema Milka Knusperzauber: Ja, damit konnte man tatsächlich „zaubern“, denn auf der Innenseite der Papierbanderole waren Zaubertricks zum Nachmachen abgedruckt. Das fand ich damals das Beste an der ganzen Süßigkeit, wichtiger als die Schokolade. *lach* Das waren so Waffelstäbchen mit Schokomantel, ähnlich wie heute KitKat.