041: Invasion der Privaten

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Am 1. Januar 1984 sendete zum ersten Mal die PKS aus einem Ludwigshafener Kellerstudio. Diese ersten Gehversuche eines privaten Fernsehsenders wirkten noch recht amateurhaft, aber innerhalb weniger Jahre hatten die Privaten deutsche Mattscheiben erobert und die Fernsehlandschaft umgekrempelt.

Christian und Sebastian stellen die Satellitenschüssel auf, stöpseln den Kabelanschluß ein und unterhalten sich darüber, wie selbstgemacht Privatfernsehen am Anfang war, wie US-Serien richtig ausgestrahlt werden und wie in den Neunzigern die Programmvielfalt wieder abnahm, als ein alles bestimmender Trend den nächsten jagte.

Invasion der Privaten ist die zweite Station einer mehrteiligen Zeitreise, in der wir die Entwicklung eines Massenmediums in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachzeichnen. Die erste Sendung zu dem Thema war Die Ära der drei Programme. Fortsetzung folgt.

8 Gedanken zu “041: Invasion der Privaten

  1. Hallo Filmeonkel, hallo Jungs,

    Vielen Dank für die ehrenvolle Erwähnung meiner Kommentare. Dabei hatte ich so versucht, mich kurz zu fassen, aber die Begeisterung für das Thema hat mich einfach fortgerissen 🙂
    Auch ich musste unterdessen feststellen, dass die Erinnerung ganz schön trügen kann, auch wenn die Ereignisse noch nicht so lange her sind. Ich hatte erwähnt, dass Heinz Haber die Mondlandung im Fernsehen kommentiert hatte. Natürlich habe ich die Originalsendung 1969 nicht gesehen, ich war erst knapp drei Jahre alt und damals hatten wir noch keinen Fernseher. Aber 2009 hatte das Dritte „Die Nacht, in der niemand schlafen wollte“ gezeigt, was ich aufgenommen habe. Als ich die Sendung jetzt wieder sah, musste ich feststellen, dass es dort zwar von Experten wimmelte, aber ausgerechnet Prof. Haber war nicht dabei. Ts, ts, ts…

    Eine Rückspultaste über amerikanische Serien, die es nicht nach Deutschland geschafft haben, würde mich sehr interessieren. Ein Spezial über David E. Kelly weniger, da ich von seinen Werken so gut wie nichts gesehen habe.

    Überhaupt ist vieles von dem, worüber ihr erzählt habt, an mir vorbeigegangen. Wir hatten keine Satellitenschüssel oder Receiver und allgemein habe ich in der Zeit wenig ferngesehen. Als ich 89 von zuhause auszog, hatte ich zunächst gar keinen Fernseher, erst später stellte ich fest, dass es ganz ohne auch nicht ging.

    Den einen oder anderen Boom habe ich dann doch mitgekriegt :
    1. Kochshows in diversen Varianten.
    Noch immer gibt es Fernsehköche, die in ihrer Studioküche stehen und den „lieben goldigen Menschen“ daheim erklären, wie man ein Spiegelei brät, doch 1997 kam das „Kochduell“ auf VOX, in der zwei Teams um die Wette kochten. Das Konzept aus Großbritannien wurde bald von den öffentlich-rechtlichen übernommen und heute wird auf allen Kanälen rund um die Uhr gekocht und gebacken was das Zeug hält. Dazu kommen Restauranttester und – retter oder reisefreudige Köche, die uns neben der Küche auch Land und Leute näher bringen.

    2. Einrichtungs- und Renovierungsshows wie „Einsatz in 4 Wänden“ mit Tine Wittler (RTL 2003-13), Wohnen nach Wunsch (VOX 2004-09) oder der Dauerbrenner „Zuhause im Glück“ (RTL II) was jetzt nach 14 Jahren Laufzeit eingestellt wird. Da meine Mutter ein handwerkliches Naturtalent ist, fühlte sie sich nur durch das Gucken solcher Sendungen dazu inspiriert, mir in meinem Wohnzimmer einen Laminatboden zu verlegen! Das soll mal einer nachmachen!

    LL&P
    Eure Bridge

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  2. Lieber Sebastian,

    vielen Dank für den schönen Podcast und die tolle Recherche, die Du geleistet hast.
    Ich wollte eigentlich schon zum ersten Fernseh-Podcast eine Nachricht schreiben, hab’s dann aber vergessen…

    Wir hatten schon relativ früh Kabelfernsehen, zum einen wohne ich nur 20 km Luftlinie von Ludwigshafen weg, und unser Ort wurde sehr zügig in das Netz eingespeist, zum anderen bin ich Ende 1987 von zuhause weg und in das Haus meiner Oma gezogen, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damals gleich habe Kabel ins Haus legen lassen. Der Jahrespreis war ziemlich hoch, ich meine 300 DM, der Anbieter bei uns hieß damals Kabel Deutschland. Ich meine, das war anfangs ein Monopol und wurde erst später gesplittet.

    Außerdem bin ich deshalb so sicher, dass ich das gleich 1987 Kabel bekommen habe, weil eine der für mich wichtigsten Serien überhaupt ging im August 1987 bei Sat.1 in die Erstausstrahlung und ich habe diese Serie ziemlich von Anfang angeschaut. Es handelt sich um „Cagney und Lacey“.
    Aus damaliger Sicht betrachtet kann man diese Serie gar nicht genug in den Himmel loben, eine Serie in der 2 Frauen als Detectives einen Vollzeitberuf ausfüllen, und eine davon auch noch Kinder hat in einem Berufsbild, das bis heute durchaus frauenfeindlich ist.
    Für mich, als Anfang 20jährige, ebenfalls in einem eher-Männer-Beruf (Spedition / LKW-Dispo), war das wirklich toll, diese Serie zu sehen.

    Ein weiteres (für mich) wichtiges Seriengenre waren die Arztserien. Das fing übrigens bereits an 1978 mit „das Krankenhaus am Rande der Stadt“. Ich meine, das kam immer montags, 20:15 ARD. 1994 kam dann ER, sowie Chicago Hope (habt Ihr ja kurz erwähnt). Das waren immer ein Must-See.
    Würde ja sogar sagen, dieses Thema wäre einen eigenen Podcast wert *mitzaunpfahlwinkt*…

    Die vielen Spieleshows haben mich niemals so begeistert, mit einer Ausnahme: Ruck Zuck. Auch hier waren wir fast von Anfang an dabei, damals noch mit Werner Schulze-Erdel, und auch das war ein echtes highlight, das durchaus am nächsten Tag im Büro besprochen wurde.

    Die von Euch erwähnten vielen Nachmittags-Kinder)-Sendungen kenne ich kaum oder gar nicht, das gilt auch für Euren ersten TV-Podcast. Da merkt man dann doch den Altersunterschied. Zu der Zeit war ich schon voll berufstätig und meine Fernsehzeit war doch auf ein eher enges Fenster beschränkt.
    Ich freue mich auf weitere Folgen zum Thema TV

    Stefanie

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  3. Ahoi und vielen Dank für den Ausflug in meine (TV) Kindheit.
    Sachen wie Talk im Turm hatte ich schon völlig vergessen 🙂

    Zu Lessons von TNG fiel mir ein, dass ich sogar einen Seherbrief an SAT.1 geschrieben habe und sehr beruhigt war, dass sie die Folge nach „All good things“ noch mal gesendet haben.

    Kurz zu den Talkshows: Ich meine zu beginn waren das durchaus noch „Echte Menschen“. Aber nach und nach kam mehr Schauspiel dazu.
    http://www.bpb.de/gesellschaft/medien-und-sport/deutsche-fernsehgeschichte-in-ost-und-west/245157/daily-talkshows-ab-mitte-der-90er

    Kleine Korrektur: Der Preis ist heiß lief später auch mittags, zusammen mit dem Familienduell .
    Der Preis ist heiß ist eine deutsche Spielshow, die von 1989 bis Ende 1992 im RTL-Nachmittagsprogramm werktags um 17 Uhr, danach bis Mitte 1997 um 10:30 Uhr beziehungsweise kurz darauf um 11 Uhr gezeigt wurde.

    Und schaut mal an, was aus Hans Meiser geworden ist, oder lieber nicht…

    http://dielockereschraube.de/verleihung/verleihung%202018%20-%20eure%20nominierten.html
    https://www.focus.de/panorama/welt/panorama-frueher-rtl-moderator-heute-verschwoerungstheoretiker-ein-tag-mit-hans-meiser_id_10281567.html
    https://web.archive.org/web/20180616214707/https://boerse.ard.de/anlageformen/fonds/hans-meiser-drueckt-auf-die-panik-taste100.html

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  4. Hallo Sebastian !!

    Ein kleiner Beitrag von mir zum Thema Premiere:
    1992 hatte ich mal für ein Jahr den Decoder. Die Bildqualität bei aufgenommenen Filmen war allerdings ziemlicher Mist. Das sah immer aus, wie bei einer Raubkopie aus der Videothek. Auch konnte es passieren, das mitten in der Aufnahme, mal kurz das Bild wieder verschlüsselt war.
    Man hat also immer gezittert, ob man den kompletten Film unverschüsselt auf’s Band bekommt.

    Super Podcasts ! Das gilt auch für Trek am Dienstag !! Mach weiter so !! Uns würde sonst etwas fehlen !!!

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  5. Pingback: Bandsalat #007: Privates Feedback | Die Rückspultaste

  6. Sebastian, ich verstehe total das du Böhmermann nicht leiden kannst – ging mir auch so, aber ich habe ein Interview mit ihm gesehen (könnte das mit Frank Elstner gewesen sein), in dem seine Selbstherrlichkeit thematisiert wurde. Dort sagte er, das das reiner Selbstschutz sei, weil er eigentlich recht empfindlich und unsicher sei. Das wirkte sehr glaubhaft und seitdem ist er mir viel sampythischer (auch wenn ich seine Show weiterhin nicht schaue).

    UND: Harald Schmidt ist ja wohl an Selbstherrlichkeit kaum zu übertreffen. Der gibt sich bildungsbürgermäßig intellektuell, aber machte dann flache Polenwitze für den Pöbel, der sich dann auch mal intellektuell fühlen konnte, während er seine Stereotypen bestätigt bekam… bah!

    Bei aller schönen Nostalgie, lohnt es sich auch die Dinge von früher heute noch mal kritischer zu sehen – dann war früher nämlich vieles auch gar nicht besser.

    Trotzdem danke für euren Podcast, ich höre ihn immer wieder gerne!

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