039: Die Ära der drei Programme

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ARD, ZDF und WDR. Darauf beschränkte sich die Fernsehprogrammauswahl in unserer Kindheit. Trotzdem war Fernsehen damals unendlich vielfältig, wenn auch ganz anders als heute. Über die Mattscheiben flimmerte eine Mischung aus Unschuld, Professionalität und Experimentierfreude.

Jan, Christian und Sebastian erinnern sich an geschichtliche Ursprünge des Fernsehens in Deutschland, an unvergessene Eigenproduktionen der Öffentlich-Rechtlichen und an so manche TV-Besonderheit, die im heutigen Zeitalter des post-linearen Bingens vergessen, überholt oder einfach nur kurios ist.

Die Ära der drei Programme ist die erste Station einer mehrteiligen Zeitreise, in der wir die Entwicklung eines Massenmediums in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachzeichnen. Fortsetzung folgt.

16 Gedanken zu “039: Die Ära der drei Programme

  1. Hallo, Jungs,

    Geschichte – und dann auch noch Geschichte des deutschen Fernsehens:
    Ein Podcast ganz nach meinem Geschmack. Vielen Dank für diese tolle Gesprächsrunde. Ich muß noch das eine oder andere recherchieren, dann folgt ein Kommentar, der diesmal wohl etwas länger ausfallen wird. Aber schließlich ist auch eure Sendung sehr lang. Macht euch auf was gefasst.

    LL&P
    Eure Bridge

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  2. Hallo Jan, Christian und Sebastian!

    Vielen Dank für eure interessante, lange Diskussion zur deutschen Fernsehgeschichte! Ich habe eine Anmerkung. Entweder habe ich es überhört oder ihr habt es doch tatsächlich versäumt, über Inge Meysel, die „Mutter der Nation“ zu sprechen. Für ihr Lebenswerk hat sie meiner Meinung nach eine Erwähnung in eurer Sendung verdient. Die deutsche Fernsehgeschichte wäre ohne sie anders verlaufen! Die Serie „Die Unverbesserlichen“ mit Inge Meysel als Käthe Scholz habe ich als Kind gesehen, das war vermutlich meine erste Familienserie. Auch Serien wie „Die Schwarzwaldklinik“, „Ich heirate eine Familie“, „Diese Drombuschs“ und „Forsthaus Falkenau“ habe ich mir angeschaut. Mein Problem mit diesen Serien war irgendwann, dass immer wieder dieselbe Leier abgespielt wurde. Oder seht ihr einen Unterschied zwischen „Die Schwarzwaldklinik“, „Der Bergdoktor“ und „Praxis Bülowbogen“? Ich nicht!

    Viel spannender als die Serien selbst finde ich z.T. den Cast. Bei der Schwarzwaldklinik beispielsweise wirkten viele bekannte Darsteller mit. Da haben wir Evelyn Hamann und Raimund Harmstorf (mögen sie in Frieden ruhen! Übrigens spielte Raimund Harmstorf im Advents-Vierteiler „Der Seewolf“ Kapitän Larsen), Hannelore Elsner, Gustl Bayrhammer, Gert Fröbe sowie die berühmten Synchron- und Hörbuchsprecher Hans Paetsch, Simon Jäger und Peter Pasetti. Peter Pasetti sprach in den „Masters of the Universe“-Hörspielen Skeletor! 😀 Vielleicht habt ihr das in eurer „Liebesgrüße aus Eternia“-Folge schon erwähnt. Auch spannend: Ingolf Gorges, der in „Predator“ Richard Chaves synchronisierte, war auch in der Schwarzwaldklinik dabei. Nächster Fun Fact: Lis Verhoeven, die Tochter von Paul Verhoeven, spielte ebenfalls in einer Episode der Schwarzwaldklinik mit. Das ist die Magie des Internets…! 😉

    „Der Alte“ war eine der Serien, die mich eher interessierten, vielleicht kommt daher mein Interesse für Detektivgeschichten und Krimis. Siegfried Lowitz als Kommissar fand ich super, weil er eine gewisse Ausstrahlung hatte. Ich habe zur selben Zeit „Die Straßen von San Fransisco“ mit Karl Malden und Michael Douglas gesehen. Beim Serien-Tod von Michael Douglas alias Steve Heller war ich mindestens ebenso geschockt wie beim Serien-Tod von Siegfried Lowitz alias Erwin Köster. Zur Rivalität zwischen „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ habe ich mal eine Dokumentation gesehen. Dort wurde erklärt, dass der Polizeiruf die Gesellschaft der DDR im Sinne der SED darstellen sollte. Das äußerte sich z.B. in der Besetzung. Während im Tatort nur männliche Kommissare ermittelten und Frauen höchstens als Sekretärin auftraten, arbeiteten im Polizeiruf auch Kommissarinnen an der Aufklärung der Verbrechen mit. Die Motive der Täter waren z.T. auf gesellschaftliche Probleme ausgerichtet. Im Wikipedia-Eintrag steht, dass der Alkoholmissbrauch ein häufiges Motiv darstellte, weil er in der DDR wohl weit verbreitet war.

    Insgesamt kann ich mit den von euch aufgezählten Sendungen wenig anfangen. Die eine oder andere Serie habe ich mir zwar angesehen, aber Fußball, royale Hochzeiten oder der Eurovision Song Contest waren für mich nie von großem Interesse. Allerdings bin (bzw. war) ich voll dabei, was Kinderserien angeht! Ich habe fast alle Serien, die ihr in „019: Pädagogisch wertvoll“ besprochen habt, auch gesehen. Die einzigen mir unbekannten Produktionen waren „Die Fraggles“ und „Die Rappelkiste“. Und „Hallo Spencer!“ gehörte für mich selbstverständlich dazu. Weil ich im schönen Unterfranken aufgewachsen bin, kann ich zwei Kinderserien aus dem Bayerischen Fernsehen hinzuzählen: „Das feuerrote Spielmobil“ und „Zapp Zarapp“. Beim ersteren ging es um ein Fernsehteam, das in einem umgebauten Kleinbus durch die Lande fuhr und reale Menschen mit ihren Geschichten portraitierte. Vom letzteren weiß ich noch, dass der Zeichner Dieter Hanitzsch zusammen mit Kindern lustige Phantasie-Tiere zeichnete. Die Kinder gaben ihm vor, welche Tiere er einbauen sollte (z.B. ein Krokodil, eine Giraffe und einen Leguan) und er zeichnete daraus ein Tier, dass Körperteile der Tiere verband. Das Ergebnis war dann ein Wesen mit dem Maul eines Krokodils, dem Hals einer Giraffe und dem Schwanz eines Leguans.

    „Das literarische Quartett“ habe ich viel zu spät entdeckt. Zum Glück findet man einige Sendungen auf YouTube, über eine Veröffentlichung auf DVD würde ich mich definitiv freuen. Das wird uns aber wohl verwehrt bleiben. Ja, der Harald Schmidt! 🙂 Als ich alt genug war, um seinen Humor zu verstehen, konnte ich auch über ihn lachen. Mein Favorit war er allerdings nie. Warum er bei einigen ZuschauerInnen nicht gut ankam, konnte ich immer nachvollziehen. Meine liebste Satiresendung bei den öffentlich-rechtlichen waren „Die drei von der Zankstelle“ im MDR. Die haben ja leider schon vor 10 Jahren aufgehört… alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!

    Zum Thema „deutsche Science Fiction“ kann ich nur den Film „Moon 44“ von Roland Emmerich aus dem Jahr 1990 erwähnen, der in Sindelfingen gedreht wurde. Großer Erfolg war ihm zwar nicht beschieden, aber immerhin: es gibt ihn! 😉

    Ich freue mich schon auf eure nächste Sendung!

    Macht es gut,

    Michael

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  3. Hallo ihr Lieben,

    auch von mir ein Danke für die schöne Folge mit Erinnerungsfaktor. Mein drittes Programm war der hr und bei gutem Wetter auch ein merklich schwächeres Bayern 3, ich sage immer: wir hatten lange Zeit 3 1/2 Programme. Anfangs ohne Fernbedienung kam bald eine kabelgebundene (Marke väterlicher Eigenbau) hinzu. s/w-Geräte z.B. im Wohnwagen waren aber auch Teil meiner Kindheit, wie auch der aufgeschraubte Farbfernseher im Wohnzimmer, wenn mal wieder eine Lötstelle o.ä. nachgeschaut werden musste. Der Blick auf die Leiterplatten, die in meiner Vorstellung unter Strom stehende Ameisenstädte waren, hat mich immer etwas gegruselt, aber es gab nie einen Stromunfall.

    So vieles von euch erwähntes kenne ich auch mehr oder minder gut, ach herrlich noch mal wieder so zurück zu denken. 😀

    „Die Mädchen aus dem Weltraum“ hatte ich vor Jahren in der hr Late Lounge gesehen, da lief auch „Immer wenn er Pillen nahm“ etc. Aber nur Mr. Rossi schaffte es akribisch auf vhs festgehalten zu werden. Die Weltraum-Mädchen: Matriarchat mit strenger Hand geführt, einem unterdrückten Pierre Brice und entführten Christian Quadflieg, dass die Serie Star „Maidens“ bzw. „Mädchen“ aus dem Weltraum heißt, zeigt wie ernst es Ihnen war 🙄 … aber sie war echt unterhaltsam – eine UK-Co-Produktion.

    „Karl mei‘ Droppe“ bringt mich zu einer Empfehlung. – OK, es geht bei euch hier eigentlich ums Fernsehen, aber den Ursprung nahmen die Hesselbachs im Hessischen Rundfunk (1949-56) und die Folgen zu hören macht mir in kleinen Dosen große Freude. Alltägliches seiner Zeit wird hier behandelt. Ich finde es von amüsant bis wirklich spannend wie man damals empfunden und gelebt haben mag, mal in anderer Form zu erfahren als sonst vielleicht in Medien oder Erzählungen. Meine Großeltern saßen zu diesen Folgen wie viele pünktlich neben dem Radio. Ich sammelte mir nun fast alles zusammen, aber ganz pragmatisch gibt es auch zahlreiche Folgen bei YouTube zu hören.

    Übrigens ist die Geschichte der Untertitlung auch ganz interessant. Bis heute werden noch immer keine 100% UT im deutschen Fernsehen angeboten, wobei öffentlich rechtliche Sender weit bessere Quoten aufweisen, als so mancher, hartnäckiger Privatsender. Ein gehörloser Junge schaffte es durch einen dann zeitlebens anhaltenden Briefkontakt mit Eduard Zimmermann, dass Aktenzeichen xy untertitelt wurde. Taubes Fernsehpublikum schaute anfangs die Lindenstraße oder viele dann später auch bspw. Notruf Hafenkante, weil sie zur damaligen Zeit zu den wenigen untertitelten Angeboten zählten.

    Herzliche Grüße
    TaoTao 👋🏻

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  4. So, jetzt geht’s los. Aus technischen Gründen werde ich meinen Kommentar aufteilen, da WordPress meinen ersten Versuch nicht durchgelassen hat. (hmpf!)

    Ich bin Jahrgang 1966 und mein Drittes ist der NDR. Ich wohne in Hamburg, also quasi an der Quelle. Als Fernsehzeitschrift hatten wir die Fernsehwoche, heute habe ich die HörZu. Ich will mal versuchen, meine Anmerkungen chronologisch zu sortieren.

    1952
    Aus dem alten Hochbunker am Heiligengeistfeld wurde die erste Tagesschau gesendet, zunächst aber noch ohne Sprecher im Studio und die Beiträge waren Schnipsel der Deutschen Wochenschau. Auch gab es zunächst nur drei Ausgaben pro Woche, ab 1956 wurde es erst eine echte Tagesschau und erst 1959 kam Karl-Heinz Köpcke und wurde eine der ersten Fernsehlegenden. Gerüchten zufolge sollen sich ältere Zuschauerinnen für die Tagesschau extra fein gemacht haben, da sie meinten, Herr Köpcke könne sie auf ihrem heimischen Sofa sehen. Etwa um 1980 durfte unsere Klasse die heiligen Hallen in Lokstedt mal besichtigen. War ziemlich interessant.

    13.03.1954
    Live-Übertragung einer Aufführung des Hamburger Ohnsorg-Theaters (man beachte: OHNsorg, ohne e in der Mitte!) mit dem Titel „Seine Majestät Gustav Krause“. Gesprochen wurde – anders als sonst im Theater – das sog. Missingsch, ein plattdeutsch gefärbtes Hochdeutsch, damit man im Rest der Republik auch verstanden wurde. Sicher haben einige von euch schon mal von Heidi Kabel und Henry Vahl gehört. Später folgten andere Mundart-Bühnen wie der Komödienstadel oder das Millowitsch-Theater. Mein bayerisch habe ich im „Königlich bayerischen Amtsgericht“ (1968) gelernt.

    1956
    Heinz Sielmann war okay, aber ihr hättet doch mehr auf Bernhard Grzimek eingehen sollen. Sein Doku-Film „Serengeti darf nicht sterben“ wurde 1960 als erster deutscher Film nach dem Krieg mit einem Oscar ausgezeichnet. Und Loriot hat ihn so genial parodiert – ich sage nur „Steinlaus“!
    Kontrastprogramm war „Sterns Stunde“ (1970-79) von Horst Stern, einem leidenschaftlichen Umweltschützer, der kein Blatt vor den Mund nahm, schonungslos Missstände aufdeckte und so manchen Skandal auslöste.

    1958
    Vor Tatort, Kommissar und Derrick war „Stahlnetz“, eine Krimiserie von Jürgen Roland, Drehbücher Wolfgang Menge, nach dem Vorbild der US-amerikanischen Reihe „Dragnet“, komplett mit der treibenden Titelmusik von Walter Schumann. Schon die ersten vier Töne haben einen Erkennungswert von 100 pro – garantiert! Jürgen Roland (gest. 2007) ist übrigens auch der Erfinder des Dauerbrenners „Großstadtrevier“ (seit 1986).

    Bleiben Sie dran, gleich geht es weiter…

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  5. Teil 2: Die 60er

    1963
    Mit ihrem satirischen Jahesrückblick „Schimpf vor 12“ mischt die Münchner Lach- und Schießgesellschaft das Silvesterprogramm auf. Dies folgte alle zwei Jahre bis 1971 und noch einmal 1989 anlässlich des Mauerfalls zusammen mit dem Ensemble der Leipziger Pfeffermühle (auch in der DDR gab es politisches Kabarett). Später machte sich Dieter Hildebrandt selbstständig, zunächst 1973-79 mit „Notizen aus der Provinz“ im ZDF, anschließend mit dem „Scheibenwischer“ in der ARD. Heute kann man die Kabarett-Sendungen kaum noch zählen: Die Anstalt (ZDF), extra-3 (NDR), Schlachthof und Schleich-Fernsehen (beide BR).

    1964
    Michael hat bereits die Advents-Vierteiler erwähnt. „Robinson Crusoe“ war der erste von insgesamt 16 dieser TV-Ereignisse, Verfilmungen klassischer Abenteuerstoffe in deutsch-französisch-britischer Koproduktion, die z. T. Kultstatus erlangten. Michael Ande, der ewige Assistent des „Alten“ debütierte 1966 in „Die Schatzinsel“ als Jim Hawkins, 1971 zerquetschte Raimund Harmstorf als „Seewolf“ eine „rohe“ Kartoffel mit der bloßen Hand und 1976 ritt er als „Michael Strogoff“ (aka Der Kurier des Zaren) durch die unendlichen Weiten Sibiriens. Ich stieß erst 1978 mit „Die Abenteuer des David Balfour“ (mit Ekkehard Belle und David McCallum) dazu. Die Reihe endete 1983 mit „Der Mann von Suez“ über den Bau des gleichnamigen Kanals. Ich weiß nicht, warum es sie heute nicht mehr gibt, angeblich hatten sie keine Ideen mehr, dabei hätten Dumas, Verne, Scott & Co noch so viel zu bieten gehabt…

    8. Februar 1966
    Der erste Teil von „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ wird ausgestrahlt, ein Dreiteiler über den berüchtigten englischen Postraub von 1963. In der Hauptrolle als Oberposträuber Michael „Der Major“ Donegan (die Namen wurden geändert) kein geringerer als Horst „Derrick“ Tappert!

    1967
    Einführung des Farbfernsehens.
    „Cartouche, der Bandit“ kennt ihr nicht?! (Banausen! :-)) Na macht nix, erklär‘ ich euch. Es handelt sich um einen Klassiker des französischen Abenteuerfilms von 1962, Regie Philippe de Broca. Frankreich im frühen 18. Jahrhundert. Der Dieb Dominique (Belmondo) macht auf Robin Hood und schwingt sich unter dem Künstlernamen Cartouche zum König der Diebe von Paris auf. An seiner Seite die rassige Venus (Claudia Cardinale). Als er jedoch ein Techtelmechtel mit der Frau des Polizeipräfekten anfängt, wird ihm dies zum Verhängnis und aus dem spritzigen Swashbuckler wird eine Tragödie. Den Cartouche gab es übrigens wirklich, natürlich war er alles andere als ein Robin Hood und wurde 1721 hingerichtet.

    Fortsetzung folgt…

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  6. Auf in die 70er. Zugegeben, eigentlich gehören die nachfolgenden Vorabendserien zum Teil noch in die 60er, aber ich habe sie aus meiner Kinderzeit in den 70ern noch in mehr oder weniger lebhafter Erinnerung.

    Da wäre zunächst „Alle meine Tiere“ (1962-63), die Mutter aller Tierarztserien, mit Gustav Knuth und einem jungen Volker Lechtenbrink als aufmüpfigem Sohn,
    „Graf Yoster gibt sich die Ehre“ (1967-76) in der ein adeliger Krimischriftsteller (Lucas Ammann) mit seinem Chauffeur Johann (Wolfgang Völz) quer durch Europa auf Ganovenjagd geht,
    „Salto Mortale“ (1969-72)wieder mit Gustav Knuth als Patriarch einer schweizer Artistenfamilie auf Tournee mit dem Zirkus Krone,
    „Percy Stuart“ (1969-72) mit Claus Wilcke als amerikanischem Millionär, der in einen britischen Club aufgenommen werden will und sich 13 skurrilen Aufgaben stellen muss,
    „Butler Parker“ (1972-73) mit Dirk Dautzenberg als listenreichem Diener eines jungen Rechtsanwalts, der privat ein James-Bond-mäßig aufgemotztes Londoner Taxi fährt,
    oder „Im Auftrag von Madame“ (1972-75), in der ein Professor namens Homer Halfpenny die Aufträge einer anonym bleibenden Madame in einer Telefonzelle entgegennimmt und sein Fahrrad mit Seilen in einem Baum aufhängt!
    „Die Mädchen aus dem Weltraum“ (1977). Oh mann, ich dachte, ich hätte diesen Quatsch nur geträumt, aber vor einigen Jahren kam die Serie auf DVD raus und natürlich gab es dazu Artikel in der einschlägigen Fachpresse. Entweder guilty pleasure oder zum Fremdschämen.

    1973
    Die Pseudo-Doku „Smog“ erregt die Gemüter. Das Drehbuch stammt von Wolfgang Menge, die Regie führte ein anderer Wolfgang, nämlich Petersen. Die weibliche Hauptrolle spielt übrigens die spätere „Mutter Beimer“ Marie-Luise Marjan.

    1974
    „Das Blaue Palais“, eine weitere deutsche SF-Serie von Rainer Erler. In einer schlossähnlichen Villa betreibt eine handvoll europäischer Wissenschaftler Grundlagenforschung für die Zukunft und bewegt sich dabei hart an der Grenze (oder jenseits davon?) des ethisch vertretbaren. Ich habe sie als Kind gesehen und später die Romanfassung gelesen und fand sie ziemlich verstörend.

    1975
    „Disco“ mit Ilja Richter war Pflichtprogramm im Hause H. Ende des Jahres wurde im Studio Hamburg die letzte Sendung aufgezeichnet, bevor sie nach München umzogen – und ich und mein Papa waren dabei! Ich dachte eigentlich, ich wäre älter als neun gewesen…

    1978
    „Western von gestern“ – wie habe ich diese Reihe geliebt! Al „Fuzzy“ St. John als lustiger Sidekick des düsteren Lash La Rue, der mit seiner Schleuder ein ganzes Bergwerk zur Explosion bringt, die singenden Cowboys Roy Rogers und Gene Autry, die frühen Auftritte eines gewissen Marion Mitchell Morrison (aka John Wayne) und natürlich Zorro in diversen Varianten. Leute, das sind die Republic-Serials, von denen Sebastian im Zusammenhang mit den Klippenhängern sprach!

    Fortsetzung demnächst in diesem Theater…

    PS : Die meisten der Serien sind inzwischen auf DVD unter dem Level „Straßenfeger“ oder „Fernsehjuwelen“ erschienen und liegen bei mir auf Halde zum gucken 😦

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  7. And now the conclusion…

    Über die 80er und 90er habe ich nicht viel hinzuzufügen, die habt ihr ja ausführlich besprochen. Vielleicht nur ein paar Kleinigkeiten :

    Boris Becker – stöhn! Das schlimmste an seinem Wimbledon – Sieg war, daß in den folgenden Jahren ständig das Fernsehprogramm umgeschmissen wurde. Bei Fußball weiß man :Ein Spiel dauert 90 Minuten, aber wann ein Tennisspiel zuende ist, steht in den Sternen.

    1997
    Tatort „Tod im All“ – ein Geheimtipp für SF-Fans. Kommissarin Odenthal muß den Mord an dem Ufologen Lunik van Deeling (!) aufklären, dabei gibt es noch nicht mal eine Leiche! Mit Gastauftritten von Nina Hagen und Dietmar Schönherr.

    Der Rummel um Lady Di hat mich nur genervt. Was ich aber nicht so gut fand war, daß Elton John seine Hommage an Marilyn Monroe „Candle in the Wind“ einfach recycled und umgedichtet hat. Ich weiß nicht, ob das den beiden Damen gefallen hätte…
    Übrigens :Das jüngste Royal Baby heißt Archie Harrison Mountbatten-Windsor. Nur für’s Protokoll… 🙂

    Diverses:
    Cassius Clay: Im Asterix – Band „Kampf der Häuptlinge“ kommt ein römerfreundlicher Gallier namens Augenblix vor. Im englischen lautet sein Name Cassius Ceramix…

    Antje, das Wappentier des NDR, starb 2003 im gesegneten Walross-Alter von 27 Jahren und ist heute wohlpräpariert im Zoologischen Museum Hamburg zu bewundern. 2003-04 war eine kleine blaue Walross-Dame Heldin einer Zeichentrickserie von Janosch (Schöpfer der Tigerente).

    Was ihr ausgelassen habt (und vielleicht in einer extra-Sendung behandelt?) :
    Die große Samstagabend Show. 1:0 für Sie, Vergissmeinnicht, EWG, Am laufenden Band, Wetten dass…?, Musik ist Trumpf, Auf los geht’s los, Verstehen Sie Spaß? Etc p p…

    Bildung und Wissenschaft im TV.
    Joachim Bublath und Ramona Leiß die ersten Wissenschafts – kommunikatoren? Vielleicht zu euren Lebzeiten, aber sie stehen auf den Schultern von Riesen. Wer hat denn die Mondlandung moderiert? Heinrich Schiemann und Prof. Heinz Haber. Nicht irgendein weißhaariger Typ, der uns eins vom Pferd erzählt. Haber (1913-1990)war Physiker und Weltraummediziner, war an der Entwicklung der ersten amerikanischen Raumanzüge beteiligt, und war Chief Science Consultant bei Disney. Sein Zeichentrickfilm „Our Friend the Atom“ (1956)wurde uns noch in den frühen 80ern in der Schule gezeigt. Im deutschen Fernsehen produzierte er in den 60ern verschiedene populärwissenschaftliche Sendungen und war der Vorläufer von Bublath, Lesch und Yogeshwar. Von Terra X und ZDF-History will ich gar nicht erst anfangen.

    So, das waren so ein paar Gedanken zum Thema Geschichte des deutschen Fernsehens. Zu den Privaten werde ich wohl weniger zu sagen haben, aber schaun mer mal.

    LL&P
    Eure Bridge

    P. S. : Jungs, ihr könnt zusammen singen, aber nicht zusammen reden. Diesmal ist es mir besonders unangenehm aufgefallen, dass ihr euch ständig ins Wort gefallen seid, was ich sonst nicht so bemerkt habe. Bitte achtet ein bisschen darauf, das zu vermeiden, ja? Vielen Dank. 😘

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    • Mahlzeit Bridge,

      Wahnsinn – vielen Dank für Deine zahlreichen Eingaben!

      An dieser Stelle werde ich darauf zwar nicht dezidiert eingehen, aber sie werden die Recherche für die drei Fortsetzungen (davon zwei noch in diesem Jahr) entscheidend beeinflussen. Ende Juli gehts zurück in die Flimmerkiste.

      Bis die Tage,
      Sebastian

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      • Hallo, Sebastian,

        Ist mir eine Freude und eine Ehre. Falls ich noch irgendwie weiterhelfen kann – meine e-mail Adresse hast du :-).

        Bridge

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    • Mahlzeit Heiko,

      danke Dir, die beiden kenn ich, hab sogar damals ein paar ihrer DVD-Boxen mit Zusammenstellungen alter Sendungen gekauft.

      Sehr empfehlenswert ist auch das Fernsehfriedhof-Blog von Quotenmeter.de, das aber seit fast zwei Jahren leider nicht mehr aktualisiert wird. Dort erinnerte Christian Richter zehn Jahre lang an völlig vergessene Formate. Astrein recherchiert; was da steht, geht *weit* über Wikipedia-Grundwissen hinaus.

      – Sebastian

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      • Wow Sebastian,

        danke für den Tipp, obwohl ich mich gerade ein bisserl grusele.

        ARABELLA
        ARABELLA NIGHT !!!!
        DIE BURG
        ZLATKOS WELT
        Jetzt brauch ich ein Schnäpsken….

        Heiko

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  8. Ich komm selten dazu, mir lange Podcasts am Stück anzuhören (und das, obwohl ich selber so gerne lange Podcasts mache!), normalerweise höre ich sie mir etappenweise an, aber gestern hatte ich mal wieder die Gelegenheit: Eure Folge hat mich eine Radtour lang begleitet (vorbildlich natürlich nicht über Kopfhörer, sondern mit einem kleinen Lautsprecher am Lenker, der hoffentlich niemanden allzu sehr genervt hat), die ganze lange Folge schön am Stück!

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  11. Hallo zusammen!
    Ihr hattet eine Serie kurz erwähnt, die mir auch erst vor kurzem begegnet ist, als ich im Internet nach Raumpatrouille- Infos geguckt hatte. Da stand dann plötzlich: „Raumpatrouille in Farbe“ mit der Generalin Lydia van Dyke – aber in einer ganz anderen Rolle!
    Mit etwas Recherche fand ich dann „Telerop 2009 – es ist noch was zu retten“ von 1974. Darin geht es um einen Rückblick auf die 70er Jahre, die für die totale Umweltzerstörung des Jahres 2009 verantwortlich gemacht werden, in Form einer Fernsehshow mit Zuschauerbeteiligung. Das ganze gemischt mit Spielszenen, die das Leiden der Menschen deutlich machen. Durchaus sehenswert, auch wenn man manchmal die bescheidenen Mittel sieht, mit denen gearbeitet wurde. Ein paar Folgen müssten auf YouTube zu finden sein.
    Wenn ihr Themen sucht – als SF Fan könnte ich mir etwas über verschiedene SF Fernseh-Klassiker vorstellen, die man heute ja nicht mehr oft zu sehen bekommt.

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