018: Nachschlag

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Eigentlich waren Christian und Sebastian satt, doch dann brachte man ihnen Kaugummi, Schokolade, Wassereis, Kirschcola! Da war klar: Eine Fortsetzung der Mahlzeit-Folge mußte her. Auf ihrem schlemmenden Spaziergang versuchen die beiden diesmal, den Rückspul-Veteran Jan mitzunehmen. (Und schaffen das irgendwie. Vielleicht.)

Und was für ein Spaziergang! Es geht ins Büdchen an die Schnuckelkram-Wand, zum Bäcker/Metzger/Kiosk/Wer-auch-sonst-eine-Eiskarte-hat und zu guter Letzt in den Getränkemarkt.

Viel Freude beim Hören – aber verderbt euch nicht den Appetit.

11 Gedanken zu “018: Nachschlag

  1. Lieber Sebastian,

    wieder eine sehr schöne Zeitreise in die Vergangenheit, die ich nicht unkommentiert lassen möchte.
    Zum Thema Eis: Mein Lieblingseis von Langnese gab es leider nur sehr kurze Zeit und hatte den Namen „Lacky“. Es hatte Form und Farbe eines Pylons, wie man ihn aus dem Straßenverkehr kennt, rot und weiß geringelt, schmeckte nach Erdbeer und Zitrone, aber das beste überhaupt war ein Stiel aus Lakritz. Für Begeisterung muss man, wie ich, natürlich ein Lakritzfreund sein.

    Zum Thema Getränke: „Lift“ war keineswegs von Anfang an eine Apfel-, sondern eine Zitronenlimonade. Ich will behaupten, es war die beste überhaupt, denn sie hatte eine leicht herbe Note und ähnelte optisch Bitter-Lemon von Schweppes. Es gibt heute geschmacklich eine vergleichbare Limonade von Sanpellegrino, aber wie das so ist, kann der Kindheitserinnerung meist nichts das Wasser reichen. Hier möchte ich auch noch die legendären Knibbelbilder erwähnen, die man in den frühen 80ern aus den Deckeln der Flaschen des Coca-Cola-Konzerts knibbeln, sammeln und auf passende Poster kleben konnte. Ich erinnere mich an Bilder zum Thema Verkehr (Autos, Schiffe, Flugzeuge) und Popstars. „Lift“ gab es nur bei meiner Oma, bei meinen Eltern waren kohelnsäurehaltige Softdrinks tabu. In dieser Zeit war ich ungeduldig in Erwartung auf das Nena-Knibbelbild, ich schlich mich also zum „Lift“-Kasten im Keller meiner Oma, entfernte alle Knibbelbilder aus den Deckeln und schraubte die Flaschen wieder zu. Was mir nicht bewusst war, die Knibbelbilder dienten gleichzeitig als Dichtung und somit hatte die Limonade kurze Zeit später keine Kohlensäure mehr. Aber ich immerhin das Nena-Knibbelbild.

    Bis zum nächsten Mal,
    Daniela

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    • Ja, die Knibbelbilder kenne ich auch noch. Gab es auch mit Fußballern drauf, meine ich. Bei den Knabberarmbändern waren Hauptbestandteile Traubenzucker, Farbstoffe und Zitronensäure. Hat uns als Kinder aber damals nicht wirklich gestört. Lacky hatte einen Lakritzstiel, der wohl im Handling in warmer Umgebung schnell Probleme machte (abknicken, verbiegen usw.). Ansonsten war Langnese-Eis aber auch mein Favorit, genauer gesagt: Dolomiti. Und zwar gerade wegen des Waldmeisteranteils!11!!
      -Gruß an Sebastian an dieser Stelle und an das gesamte Team-

      Ansonsten: Wirklich schöner und gelungener Podcast.

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  2. Danke euch für das Lob und die Kommentare – davon bekommen wir auf den unterschiedlichsten Kanälen so viele, dass ich uns bald eine Nachlese machen sehe… Aber erstmal wenden wir uns anderen Themen zu.

    Eine vergessene Kaugummi-Beilage lass ich euch aber noch hier: Wasser-Tattoos.

    Man hört sich bald,
    Sebastian

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  3. Wie Essen der Kindheit einen prägt – ach herrlich.

    Knickebein klassisch als Füllung von Schokoladen-Ostereiern oder an Weihnachten in Zapfenform o.ä. gibt es heute noch. Die Füllungsarten haben sich nur leider reduziert. Ich liebte eine fließfähige Erdbeerfüllung (a la Knickebein) und eine weiße festere namens Melba. Googlesuchen zu „Melba“ brachten nichts brauchbares. Ist heute nicht mehr zu finden. Knickebein ist in der Tat mit Alkohol, aßen wir Kinder aber genauso unbehelligt wie Eisbecher (Krokant und Schwarzwälder Kirsch!). Ihr beschriebt eher die „normale“ Alkoholfüllung von solchen Produkten mit Kirschwasser oder Williams Christ etc. Was dazu passt: Meine Schwester und ich hatten sehr unterschiedliche Geschmäcker, so schwärmt sie heute noch, was sie immer zweimal hatte, weil ich es nicht wollte… An Weihnachten gab es diverse Schokofiguren/-formen, so auch einen ca. 6cm großen Schoko-Bus in Alufolie mit einer ganz fiesen festen und dunklen Nugatfüllung. 😜 Entweder man hasste oder liebte den Bus, da kenne ich heute auch Berichte von anderen.

    So normal der kindliche Alkoholkonsum, so undenkbar war es Cola zu bekommen. Wenn wir richtig Glück hatten gab es an ganz besonderen Tagen, vielleicht mal zum Kindergeburtstag, Kinder-Cola. Die gab es in 0,33L kleinen, dicken, pfandfreien Glasflaschen, an denen man versuchen konnte das Etikett „endlos“ abzuziehen. Wie ihr, würde ich bei vielem sagen, „Das gab es bei Aldi“, aber der erste Aldi in meiner Gegend war echt weit weg. Im Laden gab es keine Regale, die Pappkartons standen auf dem Boden, gefüllt mit Eingemachtem in Gläsern und Dosen. Wir waren sehr selten dort, ich fühlte mich dort unwohl und meine Mutter lief ganz gezielt Gläser und Dosen an, die es sonst nicht gut oder so günstig zu bekommen waren. Ich glaube es ging um besondere Gurken und Mirabellen im Glas… Nach diesem Exkurs, also Kinder-Cola gab es wohl wie auch die Saftpäckchen mit dem umwerfenden ungefähr 7%-Fruchtsaft Orangegeschmack bei uns wohl bei H&L.

    An diese Panik, dass man sich mit Waldmeister vergiftet, kann ich mich auch noch erinnern. Ich habe es nachgelesen und es heißt dazu, dass echter Waldmeister benutzt, in Maßen gesundheitsfördernd ist. Bei den ganzen Süßigkeiten und Getränken mag so manches Kind aber weit mehr konsumiert haben. Bei zu viel Cumarin, was Waldmeister enthält, könne es zu Benommenheit, Kopfschmerzen und Leberschäden kommen. Die Verwendung von echtem Waldmeister wurde daher wohl schon 1974 verboten. Das war weit vor meiner Zeit, schön wie väterliches Halbwissen Verwirrung stiftet. 😉

    Die weiße Luftschokolade von Aero (Trumpf) mochte ich auch, von „fit“ im Namen weiß nichts, die gab es genau wie eine bestimmte Pfefferminzschokolade im Drogeriemarkt, später z.B. bei Schlecker. Letztere kann ich heute so nicht mehr finden. Die einzelnen Rippen/Stücke waren recht hoch und um die Füllung herum abgerundet. Ich weiß heute nur von einer ähnlichen bei Alnatura (Bioladen) die aber nicht genauso schmeckt.
    Ich breche jetzt mal eine Lanze für die Schogetten. Es gab früher ganz tolle Sorten mit cremiger Füllung, so z.B. ein Marzipangemisch und was ganz toll war und meine Mutter aß, als sie mit mir schwanger war, eine fließfähige Erdbeercreme, die rein gar nichts damit zu tun hat, was man heute als Erdbeergeschmack verkauft bekommt. Ich erinnere mich, als ich einen Brummkreisel zum Geburtstag bekam, wurde mir auch eine solche Tafel geschenkt.

    Die ganzen Kau-Varianten hab ich gehasst. Mamba, MaoAm, Fritt Kaustreifen waren für mich wie Fleischessen. Ich bekam Kaumuskelschmerzen. Ich weiß nicht warum, aber bei Fleisch hatte ich immer den ältesten Ochsen auf dem Teller und der flehende Blick ging zu meiner Mutter, die mir dann genervt erlaubte es auszuspucken. Manchmal hatte ich am Ende eine Serviette voll gräulich zerkautem Kotelett oder Schnitzel, Kassler etc.
    Blöderweise bekamen wir für die Fahrt in den Urlaub gerne von der Oma MaoAm o.ä. geschenkt und meine Eltern kauften Russisch Brot „für uns“, was in Wahrheit sie essen wollten und sich immer wunderten, dass wir es gar nicht mochten.
    Ich hatte ein paar Star Trek TNG-Sammelbilder, muss mal schauen, ob sie noch da sein könnten. Entweder kamen sie aus diesen von Sebastian erwähnten Kaugummis, die man nur wegen der Bilder hatte oder aus den Fritt Kaustreifen. Und ja, den Zimtkaugummi gab es da auch schon. Das einzige von Haribo, was ich wirklich mochte, denn irgendwie verstand ich nicht recht warum man Schaum (poltisch inkorrekte M….köpfe) und Gummi essen sollte, war Tropi Frutti.

    Die Produktion von Banjo wurde übrigens eingestellt.
    Wir hatten seeehr selten richtige Schoko-Riegel, bei Kindergeburtstagen gab es ggf. mal die kleinen (Mars, MilkyWay..) als Abschiedsgeschenk. Meinem Empfinden nach waren viele Sachen früher weniger süß. Ich finde es sehr schade, dass bspw. die heutigen Celebrations auch geschmacklich nicht den großen oder gar den früheren Riegeln entsprechen. Wegen der Süße kann ich heute auch keine Fanta mehr trinken. Als die Retro-Flasche rauskam, ging mir dazu ein Kronleuchter auf. In meiner bewussten Erinnerung waren die grünen Fanta-Flaschen aktuell, aber geschmacklich glich es mehr der braunen Rippenflaschen-, als der heutigen Fanta. Sprite kam erst später auf den Markt, das hab ich dann bevorzugt, außer es gab Mirinda, das alles aber nur beim seltenen Essengehen.

    Knoppers gab es auch immens selten, genau wie M&Ms, es gab bei uns eher die dooferen Alternativen: Hanuta (ich möchte Duplo und Kinderriegel lieber) und Smarties.

    So, jetzt noch eine Beichte, dann bin ich still. 😉 Wie gesagt, es gab ganz selten Riegel und extrem selten die richtig großen. Stellt euch vor, die fand eines Tages in einer meiner Kindergartentaschen (im Grundschulalter) einen großen Nuts-Riegel. Ich frage mich bis heute woher der war. Ich erinnerte mich zu dem Zeitpunkt nur sehr schwach daran, dass es Nuts überhaupt gab. Ich wusste noch nichts vom Ablaufdatum und grübelte wie lange der wohl schon in der Tasche war. Er erschien mir als unfassbar alt und ich fürchtete, dass er in den Müll kommt, wenn ich ihn zeige. Ich habe das noch nie erzählt, aber eigentlich logisch was kommt, ich habe ihn nach längerer Betrachtung gegessen. Er schmeckte etwas alt, daran erinnere ich mich. Wobei ich aus heutiger Sicht sagen muss, wie alt kann er schon gewesen sein, max. drei Jahre. Es erscheint heute gar nicht mehr krass. 😅

    Tolle Sendung, macht weiter so! 👋🏻🖖🏻

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  4. Bei uns im Hamburger Raum gibt es seit einigen Jahren eine tolle Alternative zum bösen Riesenkonzern Coca Cola, und zwar die FritzKola. Viel Koffein, tolle Saftsorten und Limos dazu. Support your local Dealer!

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  5. Ich war irritiert wegen der Waldmeisteraussage. Die Geschmacksrichtung habe ich erst vor 5 Jahren in Deutschland (HB & Baden-Württemberg) kennengelernt, in Ahoi-Brause und Speise-Eis. Die gab/gibt es in meinem Wohnland nämlich nicht. Kam wohl nicht an. Kulturdifferenz.
    Aber wie weiter oben schon beschrieben, wird im Süsskram ja nur mit künstlichem Geschmack hantiert und nicht mit der Pflanze.
    Die meisten von euch beschriebenen Süssigkeiten gab es bei uns auch. Die sind kulturell wohl internationaler exportiert worden, als Hauptspeisen, Brot(mach)arten oder Torten. Ich beneide euch um eure Käse- und Zupfkuchen. Na ja, wegen Laktose aber besser so, dass man die hier nicht kriegt. 😉

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  6. Hallo Jungs,

    Während ich japsend im abgedunkelten Schlafzimmer liege, um der Hitze des Tages zu entkommen, dachte ich mir, schau doch mal, ob es noch eine Rückspultaste gibt, die du noch nicht gehört hast. Und da bin ich auf diese hier gestoßen, die doch eigentlich super interessant klingt.

    Obwohl wir alterstechnisch etwa zehn Jahre auseinander liegen, unterscheiden sich unsere Erfahrungen was Süßigkeiten betrifft nicht sehr voneinander. Nur die „Geschmäcker der Publikümmer“ sind natürlich verschieden.

    Ich habe das Gefühl, daß ihr das Thema Kuchen und Gebäck relativ schnell abgehandelt habt, was vielleicht auch daran liegen könnte, daß die Beiträge von Jan fehlen.

    Meine Mutter hat nie kochen oder backen gelernt – sie ist ein Naturtalent! Sie braucht kein Rezept; wann immer wir Appetit auf Kuchen oder Torte hatten, warf sie einfach das Rührgerät an und es hat immer geschmeckt. Standard waren Apfel- oder Pflaumenkuchen, wenn die Früchte Saison hatten, oder ein fluffiger Butterkuchen mit ordentlich Mandeln drauf (ich mag Mandeln!). Aber am besten waren natürlich die Torten: Käse-Sahne mit Mandarinen, Schwarzwälder Kirsch (norddeutsche Art – mit Rum statt Kirschwasser) oder Marzipan – sie konnte ein ganzes Buffet bestücken, wenn es sein mußte. Eine Freundin durfte sich zur Hochzeit aussuchen, ob sie das Kleid oder die Torte haben wollte. Sie wählte die Torte, denn „bei Uschi weiß ich, daß es schmeckt“. Heute mit 77 und einem frisch operierten Knie geht das leider nicht mehr. Legendär ist ihre Eigenkreation aus den 70ern „Birnchen stockbesoffen“, eine Schoko-Sahnetorte mit Birnenhälften aus der Dose, die zuvor in Rum mariniert wurden. Einmal habe ich sie gegessen, als ich gerade alt genug war um Torte mit Alkohol zu essen, danach hat meine Mum sie nie wieder gemacht – keine Ahnung warum.
    Den Kalten Hund hat sie auch mal gemacht, aber wir mochten ihn alle nicht, es war nur das pure Fett. Mir wird heute noch schlecht wenn ich daran denke. Aus demselben Grund mag ich auch kein Eiskonfekt (außer das im Kino).

    Kekse haben wir seltener gebacken, wahrscheinlich weil die Küche immer relativ klein war. Zum Kekse backen braucht man nunmal Platz. Deshalb haben wir sie eher gekauft: Jaffa-Kekse (oder Soft Cake, aber nur die mit Orange, alles andere ist zu süß), Dänisches Buttergebäck, oft von der Butterfahrt mitgebracht, Prinzenrolle oder diese klebrigen Stroopwaffeln.
    Eine regionale Spezialität (oder kennt man die auch südlich der Elbe?) sind „Kemm’sche Braune Kuchen“, dünne Mürbeteigkekse, die ähnlich wie Spekulatius schmecken. Zwei davon mit Butter zusammengepappt – lecker!
    Unser Leib- und Magen-Bäcker in der Nachbarschaft hat gerade 100jähriges Jubiläum gefeiert. Die Kuchen und Torten dort sind nicht von der Stange und sehr zu empfehlen.
    Ich persönlich habe das Backen erst vor wenigen Jahren für mich entdeckt, das Talent meiner Mutter ist leider völlig an mir vorbei gegangen. Ohne Rezept bin ich aufgeschmissen, auch wenn ich das gleiche schon oft gemacht habe. Aber Kekse und Cookies oder Muffins und Cupcakes mache (und mag) ich gerne.

    Ein Tipp, wenn ihr mal nach Hamburg kommt: Ihr habt bestimmt schon mal von den berühmten Franzbrötchen gehört. Die gibt es bei uns an jeder Ecke. Und am Hauptbahnhof gibt es einen Kiosk, der nur darauf spezialisiert ist (Ausgang Glockengiesserwall/Spitalerstraße).

    Noch ein Wort zum Thema Alster/Radler: eigentlich gibt es da gar keinen Unterschied, es sind nur regional unterschiedliche Bezeichnungen. In Hamburg wird das Alsterwasser nur mit klarer Zitronenlimonade zubereitet, mit Orange kenne ich es nicht.

    Bei all dem süßen Zeug brauch ich jetzt einen Kaffee!
    LL&P
    Eure Bridge

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  7. Sehr schöne Sendung!

    Ich bin bis heute Calippo-Fan, aber finde es schade, dass es kaum noch Sorten gibt. Bei uns gibt es in letzter Zeit nur Cola und Zitrone, wobei ich diese beiden Sorten immerhin sehr lecker finde 😉

    Ansonsten war und bin ich immer ein Fan von „Gummizeugs“ wie Weingummie, Maoam, Mamba, Fritt usw.

    Was mir aufgefallen ist: Als Kind konnte ich locker eine Tafel Schokolade verdrücken. Heute bekomme ich da aua Bauch von … Kindermägen scheinen hart im Nehmen zu sein.

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  8. Moin zusammen,

    Leider bin auch ich ein Fan der süßen Sünde. Ich habe den „sweet tooth“, wie man sagt. Dass dieses durchaus problematisch werden kann, klang mal kurz mit dem Stichwort „Diabetes“ an, kam aber meiner Meinung nach in der Besprechung zu kurz.

    Natürlich erinnere ich mich an die meisten Eis-am-Stiel-Sorten! Es empfahl sich, einen zweiten Favoriten auszusuchen, denn immer war es möglich, dass die Nummer Eins gerade nicht verfügbar war. Schade fand ich, dass Langnese seine schöne rotblaue Markise durch das doofe Herz tauschte. Ich fand das langweilig anbiedernd und ich fand es blöd, dass dieses „Herz aus Sahne“ nun zum Logo verwurstet wurde.

    Wenn heute industrielle Eissorten getestet werden, wer gewinnt den Vergleich? Beschämenderweise nicht die urdeutschen Marken, sondern Häagen Dasz und Ben & Jerry. Tja, wieder mal zeigt sich: Qualität hat seinen Preis. Was soll bei einem 2-Liter-Bottich aufgeschlagener Luft für 2,99 EUR denn eine gute Zutat sein? Ich kann nur raten auf die Zutatenliste zu schauen. Was haben Palmfett, Butterreinfett, Aromen, Säureregulatoren, Sojalecithin, Guarkernmehl und viele suspekte Dinge mehr im Speiseeis zu suchen? Und Luft? Finden wir Sahne auf der Liste? Natürlich nicht beim billigen Eis. Fruchtanteil? Mikroskopisch, allenfalls um hie und da eine Erdbeerfaser zu sehen. Echte Vanille? Never ever, viel zu teuer. Sogar die schwarzen Vanillepünktchen sind oft gefälscht. Dafür Zucker, und gern jede Menge davon. Beschämend, dass Amerikaner uns zeigen müssen, wie gutes Eis geht.

    Dass das Eis aus der Eisdiele (wurde früher wirklich aus der Diele heraus verkauft. Es ging um eine Handelsrestriktion. Googlet das mal.) besser sei, muss nicht so sein. Inzwischen gibts an jeder Ecke Eisdielen, und auch hier wird oft mit Fertigprodukten gearbeitet wie leider viel zu oft in der Gastronomie.

    Gutes Eis lernte ich auch bei unseren ersten Auslandsurlauben in Dänemark kennen. Unvergleichlich und vermutlich mit besseren Zutaten als in Deutschland. Sehr zu empfehlen. Auch Softeis hat in Dänemark eine ganz andere Qualität. Wenn ich in Kopenhagen bin, gönne ich mir ab und zu einen Hüftenkiller. Bezeichnung hab ich nicht prarat. Softeis auf einigen Streifen fettgebackenen Teiges, der Hammer.

    Süße Jugend-Sünden: Caramac! Kennt das jemand? So eine ockerfarbene Fettplatte vermutlich mit Logoprägung und karamelligem Geschmack. Treets kenne ich auch noch, die waren lecker. Weihnachten gabs von der Oma immer so Schokokugeln mit Haselnuss drinnen, von Aldi. Kamen in einem transparenten Plastikzylinder und machten süchtig. Hab ich oft ratzfatz weggeputzt.

    Kennt ihr noch die essbaren Halsketten, die aus gelben, rosa, hellblauen etc. zuckrigen Hohlperlen bestanden, aufgefädelt auf einem gummiartigen Band? Das Eiskonfekt mit den bunten zackigen Metallbecherchen hieß „Eismoritz“. Mjam. Schogetten fand ich gar nicht so schlecht, muss ich sagen. Nimm den Husten nicht so schwer, jetzt kommt der Hustinettenbär! Bekannt?

    Wer kennt noch „3 Musketiers“? Das musste ich googeln. Es war eine linealgroße Leiste aus Weichkaramell in Gitterform mit Schokolade überzogen. Sehr gemeinlecker. Eszetschnitten. Nutella war zu teuer. Käptn Nuss kam auf das Brötchen, oder Xoxi, die Nachahmerprodukte. Weihnachten gabs auch immer diese goldenen Taler, zähe schokoladige Dinger in Metallfolien und Prägung. Die süßen Dinger am Weihnachtsbaum waren eine Verführung, die tagelang vor meinen gierigen Augen baumelten.

    Die Schokolade schmilzt, die Schogetten schmilzen. So heißt es korrekt. Würden Schogetten „schmelzen“, übtem diese Hitze auf etwas aus, was dadurch schmilzt. Falscher Sprachgebrauch, wird durch Gewöhnung leider nicht richtig.

    Als wir Kinder waren, kauften wir leider „Brause“. Frühkindliche Prägung auf Zucker. Süße sprudelnde Soft Drinks von einem preiswerten lokalen Anbieter in Bremen. Schlätzer und Sohn hießen die. Die brachten auch den exotischen „Florida Boy Orange“ heraus, mit dem herausgestellten Prädikat „ohne Kohlensäure“, ein billiges Fruchtsaftgetränk. Kennt Ihr Anjola? Eine noch exotischere Marke aus Hamburg, kam in einer ebenso extravagantem Glasflasche im Ananasdesign, und selbige Frucht mit Stücken war das Geheimnis. Das war schon was für ganz besondere Tage im Ausflugslokal, Luxus pur! Allein die aufwändige Pfandflaschenrotation brachten das Aus für dieses Produkt, es wurde aber, wie ich googelte, reanimiert.

    Die Produkte von Coca Cola wären zu teuer für uns gewesen. Weil Geld knapp war, gab es auch süßen Sirup aus einer hässlichen gelben Plastikflasche, eigentlich sowas für flüssige Marmelade, welche mit Wasser aufgefüllt wurde. Schmeckte so schrecklich wie die Flasche aussah. Irgendwann kam ein teureres Markenprodukt namens Tritop. „Treetop“ war das Original, Baumwipfel. Aber Englisch, konnte man ja keinem zumuten, denn wer sprach denn damals schon „ausländisch“… dasselbe wie „Sunlicht“, was eigentlich „Sunlight“ hieß… was bei Filmen die Synchronisation, war bei Produkten oft der Name.

    Im Podcast wurde gesagt, dass ein Fruchtnektar oder Fruchtsaftgetränk Potenzial für Diabetes habe. Diesen Punkt des viel zu hohen Zuckerkonsums sollten wir nicht so schnell beiseite wischen. Mutter Natur hat uns nicht konstruiert für so hohen Zuckerkonsum, weil dieser so konzentriert auf natürliche Weise nie vorkam. Softdrinks enthalten so viel davon, dass Kinder und Jugendliche und auch Erwachsene täglich bis zu mehreren hundert Gramm Zucker konsumieren. Dazu kommen Fertigprodukte. Ravioli aus der Dose, Ketchup, Pizzen, Gummibärchen, Schokolade, Eis.

    Je billiger das Produkt desto höher der Zuckeranteil, denn Zucker ist billig. Apfelsaft enthält übrigens mehr Zucker als Coke. Fruchtsäfte suggerieren Gesundheit, Vitamine, sind aber Zuckerbomben und sättigen nicht.

    Wie bei den Lebensmitteln so sind auch die ehemalig als „gute Qualität“ empfundenen Marken heute durch Austausch teurer Zutaten durch billige schlechter geworden, ich rate wieder auf die Zutatenliste zu gucken. Beispiel Schokolade: kaufe ich Milka, finde ich Fette, die in einer Schokolade nichts zu suchen haben, oft genug unnachhaltiges Palmfett. Butterreinfett. Emulgatoren. Kakaobutter? Natürlich nicht, weil teuer. Kohlenhydrate, davon Zucker? 45%? 50%? 60%? Viel zu viel? Auch der Lindt Goldhase… liegt bei 50%. Woher kommt der Kakao? Aus Ghana und Ivory Coast, aus Kinderarbeit. Diese Kinder haben übrigens noch nie Schokolade probiert. Wie viel Kakao ist drin? Ach, nur 30%? Natürlich, weil teuer. Vanillearoma macht den Rest. Lindt hat eine 80-Gramm-Tafel mit 65% Kakao, Milchschokolade, hat aber nur 20% Zucker. Hachez verwendet hochwertigen Kakao aus Ecuador, die 55,5% Maracaibo Classic ist immer noch Milchschokolade, nicht bitter, aber sehr aromatisch, mit 30% Zucker. Das verwendete Fett ist Kakaobutter. Man investiert 2,49 EUR für 100 Gramm. Was ist uns der Genuss wert, für Qualität, für Verzicht auf Kinderarbeit? Müssen es 1,19 EUR sein wie bei Milka? Geiz ist ungeil, bei Lebensmitteln und Schokolade, schade Mensch und Natur.

    Ich denke, die Probleme Diabetes und Zucker gehören in den Fokus. Wann immer ich backe oder eine Süßspeise zubereite, verzichte ich auf Zucker und verwende Xylitol und Erythritol. Es funktioniert. Selbst bei Hefeteig, wo der Zucker für die Gärung unerlässlich ist (Hefe verstoffwechselt Xylitol nicht) funktioniert die Reduzierung um 2 Drittel! Ich präsentiere gern mein Geheimrezept für den besten Schokopudding der Welt.

    0,8 Liter Milch erhitzen, zwei Tafeln Bitterschokolade zerbröseln, je höher der Kakaoanteil umso besser, in die heiße Milch rühren bis aufgelöst. Drei schwach gehäufte EL Xylitol hinzu geben. Mit den 200 ml kalter Milch 2 Tütchen Schokopuddingpulver von Dr. Oetker oder RUF aufschlämmen und hinzugeben, erhitzen (Wasserbad) bis es sehr sämig wird. Kalt stellen. Mit einer gekochten Vanillesoße, ebenfalls mit Xylitol gesüßt, servieren. Xylitol und Erythritol sind teuer, ca. 9 bis 11 EUR pro kg. Es lohnt sich aber, denn Zucker zu vermeiden schützt vor Diabetes, Übergewicht, Herzinfarkten und vielem mehr, was man als „Wohlstandskrankheit“ bezeichnet. Trainieren lässt es sich aber auch, weniger zu süßen! Unsere kindliche Prägung ist reversibel. Denn dass es Süße Sünde heißt, hat seinen Grund.

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