058: Jenseits des Rauschens

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Die Nacht von Heiligabend auf den ersten Weihnachtsfeiertag ist seit jeher eine der längsten und dunkelsten des Jahres. Doch wie lang und dunkel diese Nacht im Jahr 2020 sein würde, das hatte Simon nicht geahnt. Eigentlich saß er friedlich schlummernd im elterlichen Ohrensessel, doch eine Verkettung verrücktester Umstände verschlug ihn in den analogen Äther, wo er einer Entität begegnete, die gleichzeitig Sebastian und Doch-Nicht-Sebastian war.

Gemeinsam flutschten die beiden durchs Kabelnetz und erkundeten dabei drei Geschichten aus der Fernseh- und Medienhistorie – eine Reise, die sie in zunehmend merkwürdigere und unheimlichere TV-Gefilde führte. Denn manchmal, wenn man zu tief ins Rauschen starrt, starrt das Rauschen zurück.

Das Team der Rückspultaste wünscht allen Hörerinnen und Hörern gruselige Unterhaltung und ungruselige Feiertage.

10 Gedanken zu “058: Jenseits des Rauschens

  1. Sehr schöne Folge! Ganz tolles Format, das super zu den Feiertagen passt.

    Zwei Bemerkungen (etwas politisch, sorry):

    Mir ist früher schon aufgefallen das ihr etwas zur Hufeisen-Theorie neigt, also dem Vergleichen von Linker und Rechter Extreme als ähnlich schlimm. Das ist ein konservatives bis rechtes Narrativ, das ich (besonders im politischen Klima gerade) echt schwierig finde. Ich verstehe es so, das ihr euch dahingehend als sehr neutral empfindet, aber ich denke das das tatsächlich weniger neutral ist, als ihr es meint – besonders aktuell hierzulande, wo linker Terrorismus einfach kein ernstes Thema ist, während reihenweise rechte Netzwerke in Behörden aufgedeckt werden und rechte Mörder von staatlichen Institutionen gedeckt oder sogar finanziert werden…

    Und dann gab es von Simon eine Bemerkung, die in die Richtung ging, das es ein Widerspruch sei, wenn Kommunisten iPhones kaufen: Das ist eigentlich nur ein Widerspruch wenn man nur in den bekannten Schubladen denkt, denn ich glaube nicht das ein am Gemeinwohl orientiertes Gesellschaftssystem und iPhones sich ausschließen. Und wer im Kapitalismus lebt hat keine Wahl als nach diesen Regeln zu spielen. Genau so könnte man jemandem vorwerfen, einem 40h-Job nachzugehen oder seine Kinder zur Schule zu schicken, obwohl er das Bildungs- oder Arbeitssystem extrem kritisch findet… mal abgesehen davon das ich das Wort „Kommunist“ im Wesentlichen auch nur noch als konservativen Kampfbegriff wahrnehme.

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    • Mahlzeit Hund,

      auch von mir danke für Deinen Kommentar und meine zwei Cent.

      Zum einen: Was Simon sagt. Ich selbst bin da nicht frei von Schuld und Doppelmoral, kritisiere ich den Kapitalismus doch gerne und oft – und lebe gleichzeitig wie die sprichwörtliche Made im Speck. Hab mich bei der Aufnahme durchaus angesprochen/ertappt gefühlt. Zu recht.

      Zum anderen: Hinter den Kulissen wollten schon ganz Rechte und ganz Linke unseren Podcasts den Mund verbieten. Die Linken sind dabei freilich deutlich höflicher vorgegangen. Das deckt sich mit meiner sonstigen Wahrnehmung bzw. meinen eigenen Sympathien. Daraus leite ich ab, dass wir unsere Standpunkte ganz gut rüberbringen und da einiges richtig machen.

      Jedoch: Der Ruf nach Zensur ist der Ruf nach Zensur, da beißt die Maus keinen Faden ab. Das hat faschistische Anklänge, egal aus welcher Richtung es kommt, egal wie freundlich es formuliert ist.

      Letzteres bezieht sich ausdrücklich nicht auf Deinen sehr angenehmen und guten Kommentar, aber warum nicht mal mitteilen, was wir uns im nicht-öffentlichen Raum anhören „dürfen“.

      Uff, solche Gedanken an Weihnachten. Nun denn.

      Frohe Restfeiertage Dir, komm gesund ins neue Jahr!
      Sebastian

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  2. Hi Hund,

    danke für Deinen Kommentar und vor allem dafür, wie zivilisiert und freundlich Du Deine Bedenken vorgetragen hast! Das kennen wir von unserem Anrufbeantworter her anders. 😊

    Sorry, dass ich jetzt an Weihnachten keine große Politdiskussion vom Zaum brechen will, aber kurz auf Deinen Beitrag antworten wollte ich dennoch: Nein, für uns sind linke und rechte Extreme nicht von „gleicher Qualität“, und wenn das so rübergekommen ist, dann tut uns das leid. Das haben wir so aber auch nicht gesagt; wir finden eben beides nur nicht hilfreich.

    Terror jeglicher Formist allerdings verachtenswert; man kann da meiner Meinung nach nicht nur auf die Istsituation schauen, sondern auch in die Vergangenheit, die sich ja gerne mal wiederholt.

    Lass aber mal eher eine Nummer kleiner ansetzen und darauf zielte auch der zugegebenermaßen etwas zugespitzte iPhone-Kommentar: Natürlich entkommt man dem Kapitalismus nicht, es kommt aber darauf an, wie man selbst mitspielt, gerade dann, wenn man ihn kritisiert.

    Aus der solarbeheizten Bude mit Kaminofen im Trendviertel, mit BMW(s) in der Garage und ETFs auf dem Konto lässt sich Kapitalismuskritik natürlich besonders komfortabel üben.

    Im soeben erworbenen Elektroauto an der Ladesäule neben meinem Eigenheim kann ich Menschen besonders gepflegt Umweltbewusstsein predigen, die froh sind, sich überhaupt endlich mal ein Auto leisten zu können.

    Das ist natürlich ein Dilemma, das sich so einfach nicht lösen lässt. Mir geht nur dann auf den Keks, wenn sich Menschen dieses Dilemmas noch nicht mal bewusst sind und mit einer Arroganz, dass es einem den Atem verschlägt, Wasser predigen und Wein saufen. Das wollte ich, zugegebenermaßen etwas verkürzt, damit ausdrücken. 😊

    Kann man endlos vertiefen, aber nicht jetzt, vielleicht irgendwann später, in Audioform.

    Frohe Feiertage,
    Simon

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    • Hi Leute!

      Ich weiß leider nicht mehr, woher ich das habe, aber hier paßt es wie die Faust aufs Auge:

      „Um Kapitalist sein zu können, muß man zu allererst mal Kapital haben.“

      Das könnte man, wie ihr, natürlich auch ins Gegenteil bringen, indem man sagt, die Zustände lassen sich besonders schön anprangern, wenn es einem selbst gut geht. So ähnlich wie bei den alten Griechen – Die hatten auch nur Zeit zum philosophieren, weil ein Heer von Sklaven ihnen „den Arsch nachgetragen“ hat, wie man hier bei uns sagt.

      Kaminofen ist übrigens auch nicht gesund. Es scheint hier jetzt Mode zu sein, und man kann abends nicht mal mehr 5 Minuten das Fenster zum Lüften öffnen, weil sonst die ganze Bude wie Räucherschinken riecht. Der Lunge tut es auch nicht gut, ist ähnlich wie passiv rauchen.

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  3. Hallo liebe Podcast-Macher der interessanten Rückspultaste,
    Sehr interessante Folge. Habe ich unverzüglich wissen wollen wie so ein Röhrenfernseher von innen aussieht und wie dieser funktioniert (obwohl ich Dinger im Museum gesehen habe). Macht weiterhin tolle Folgen.

    Mit freundlichen Grüßen aus München

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  4. Pingback: aus dem Äther – i know, you know, that i'm not telling the truth

  5. Moin.

    Also bei dem Abschnitt von Mama Papa Zombie, wo die Verkäuferin von ihrer Kollegin erzählt, bei der die achtjährige den Zombiefilm ausleihen wollte bin ich ja sofort stutzig geworden.
    Die Kollegin hat er ja angeblich beim Jugendamt angerufen, und die hätten bei der Familie einen Hausbesuch gemacht und diese verwahrloste 3 jährige gefunden.

    Wenn das so wäre würde das ja implizieren, dass das Jugendamt eine Rückmeldung an die Kollegen gegeben hätte was da bei der Familie für Zustände herrschen.

    Ich meine, in den Achtzigern war der Datenschutz sicherlich noch etwas laxer gehandhabt als heute.
    Dennoch würde mich so eine Vorgehensweise stark wundern.
    Jugendamt ruft an und so „Gut, dass sie angerufen haben Frau Meier, danke für den Hinweis. Sie hatten recht ganz schlimme Verhältnisse da. Sie glauben nicht, da für Zustände herrschen, und zwar war das bei unserem Besuch so….“

    Kann ich mir nicht vorstellen 😉

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