055: Der Ernst des Lebens

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54 Sendungen voller nostalgischem Spaß hat die Rückspultaste schon gesendet. Doch irgendwann Ende der Neunziger war das Moderatoren-Team mit dem Abitur durch und es begann der Ernst des Lebens.

Nachdenklicher als sonst spricht Sebastian mit Jan über die Suche nach einer Aufgabe und den anschließenden Konkurrenzkampf um eine solche. Mit Gerrit über die Rückkehr zur Schulbank und die wohl stressigste Zeit ihrer beider Leben. Mit Christian über die Existenz als kleiner Stift in einem großen Laden. Und mit Simon über bewegte sowie starre Lebensläufe – aber auch über Träume und die Zukunft.

Trotzdem wünschen wir gute Unterhaltung!

4 Gedanken zu “055: Der Ernst des Lebens

  1. Liebe „Tastler“, lieber Sebastian,

    diese Folge war wieder ein großer Gewinn und ein enormer Hörgenuss! Vielen Dank an Euch 5 Freunde! Ja, es war ein langer Abend im Ohrensessel, aber in diesen Zeiten verbringt man ja nicht immer freiwillig sehr viel Zeit zuhause und so war ich froh, mit Euch auf diese Zeitreise in Eure Vergangenheit zu gehen. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sehr Eure Geschichten von früher auch Bereiche in meinem Hirn stimulieren und Erinnerungen lebendig lassen werden. Ein echtes Rückspultasten-Phänomen! Diesmal hatte ich das nicht so stark wie in Folgen, in denen ihr über Hallo Spencer oder Werbespots redet. Ich glaube, das lag daran, dass ich nach dem Abi keine Ausbildung sondern ein Studium gemacht habe. Das unterscheidet sich wohl doch sehr im Soziotop, wie ich während eurer Folge gelernt habe. Es unterscheidet sich aber nicht so sehr in den Fragen, die man sich in dieser Lebensphase stellt und die heute zur Reflexion einladen.

    Ich fand darum diesen Spannungsbogen über die Stunden echt genial, Sebastian! Die unterschiedlichen Themenblöcke mit unterschiedlichen Tastlern zu besprechen, hat super funktioniert beim Hören und Deine Sorgfalt und Gedanken beim Konzipieren der Folge hat man wirklich gespürt! Vielen Dank dafür, Du bist ein Meisterregisseur des Metiers Podcast! Natürlich wirst Du da kongenial von Jan, Gerrit, Christian und Simon unterstützt. Ich höre euch immer sehr gerne zu, gerade weil ihr euch schon so gut kennt, sprecht ihr so offen miteinander (Es sei denn, das ist alles Fake…? Dann ist es aber gut gemachter Fake 🙂 ) Es hat für mich gut funktioniert, dass ihr diesmal auch in 1:1-Gesprächen geplaudert habt.

    Mit jedem Gespräch ging es eine Stufe weiter auf der Zeitskala bis zum furiosen Finale in die Gegenwart. Das war wirklich furios, denn zu jeder guten Geschichte gehören natürlich auch Brüche und Stolpersteine, Zweifel, Bedenken und In-sich-gehen. Ich schreibe diesen Kommentar eigentlich nur deshalb, weil ich Euch und Dich, Sebastian, darin bestärken will, dass Ihr da etwas produziert habt, was gut war, weil es mich berührt hat. Ich liebe Eure Anekdoten aus scheinbar unerschöpflicher Quelle (wenn ich von Euch was zum zweiten, dritten oder vierten Mal höre ist das übrigens wie ein warmes Mäntelchen, das sich in den Gehörgang legt). Aber dieses Jahr 2020 ist für uns alle ein Jahr der großen Nachdenklichkeit. Viele meiner Bekannten und Freunde und alle meiner Kollegen in der Veranstaltungsbranche laufen gerade mit vielen Fragezeichen herum. Auch Ihr, Sebastian und Simon, habt in diesem Jahr viel nachgedacht mit und in Euren „Frühschoppen“. So schlagt ihr nicht nur eine Brücke in die Vergangenheit, sondern seid mit Euren Podcasts ein Stück Zeitgeschichte. Ich finde das gut (Daumen hoch!).

    Vielen Dank, Sebastian, dass du einen Einblick gegeben hast in deine Gefühlswelt heute zum Thema Arbeit und Leben. Ich glaube, das sind Gedanken, die sich viele Menschen um die 40 machen. Mir geht es jedenfalls ähnlich, gerade in dieser aktuellen Zeit.

    Ich freue mich schon auf Eure Folge in 20 Jahren mit dem Thema „Wusstet ihr noch damals, im Arbeitsleben? Wie verrückt war das denn?“

    Und ich freue mich auf die Folge im nächsten Jahr zum Thema „Jan und Gerrit erklären Sebastian Hurra Deutschland!“ Die würde ich nämlich extrem abfeiern, weil da bei mir auch viele Erinnerungen getriggert werden.

    Ich hoffe, ihr bekommt noch viele weitere Kommentare für Euer aktuelles Glanzstück und eine LKW-Ladung positives Feedback! Tausend Dank an Euch alle!

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  2. vielen Dank für die Folge.
    Es war irgendwie „schön“ zu hören, dass wir doch alle unser Päckchen zu tragen hatten, während der Ausbildung, selbst gestandene Abiturienten.

    Ich habe bereits mit 16 im Jahre 1982 mit der Ausbildung angefangen, ebenfalls als Speditionskauffrau, bei Rhenania (gibt es auch nicht mehr, mehrfach verkauft), genau wie Euer lieber Mitsprecher.
    Den Vertrag hab ich also mit 15 unterschrieben, ich hatte KEINE Ahnung, was eine Spedition ist und was man da macht. In den frühen 80ern war Lehrstellenmangel, da hat man Bewerbungen geschrieben – mit Füller! – was das Zeug hält, und gehofft, dass man irgendwo irgendwas kriegt.

    Bei seiner Beschreibung der Hierarchien ist mir das erst wieder eingefallen wie das damals war, und wieviele Zwischenstufen es da gab, und ich als Azubi hab vor jeder einzelnen Hierarchiestufe gebibbert. Aus meiner Sicht waren das ja alles alte Männer.

    Auch dieses Gefühl, nicht zu wissen was man tut, weil man nur ein Teilfragment vom großen ganzen tut, und wenig bis gar nichts erklärt bekommen hat, auch das weiß ich noch genau. Ich habe immer vor dem vierteljährlichen Abteilungswechsel gezittert, da hatte ich gerade mal ein paar Leute kennengelernt und einigermaßen verstanden, was ich machte, und schon wieder ein Wechsel. Keine leichte Zeit.

    Den betrieblichen Unterricht hatte ich völlig vergessen, der ist mir erst während der Erwähnung im Podcast eingefallen. Das waren eigentlich immer nette 2 Stunden, manchmal auch verbunden mit nem Ausflug irgendwas bestimmtes anzuschauen, kann mich noch an das Frachtzentrum Frankfurt Flughafen erinnern, damals war Airfreight noch was exotisches, was ganz selten genutzt wurde, oder sowas wie ne Produktionsbesichtigung bei John Deere (weiß noch genau, wie wir in der Gießerei standen – gibt es heute dort sicher auch nicht mehr).

    In der Berufsschule waren viele desinteressierte und auch unfähige Lehrer. Eine Ausnahme war unser (Klassen)-Lehrer für Speditionswirtschaftlehre, ein Hamburger, der sowohl für den Lehrberuf wie auch für die Spedition brannte und guten Unterricht machte, und als Abschlussfahrt waren wir mit ihm 4 Tage in Hamburg u.a. mit einer ganz speziellen Führung durch den Hamburger Hafen, da wo Normalsterbliche nicht hinkommen. 😉

    Nach meiner Ausbildung wurde ich für eine schwanger gewordene Kollegin in die Abteilung Verzollung gesetzt und blieb da 1,5 Jahre.
    1985 gab es „Atlas“ noch nicht, das hat man EU-Ware mit SZA (Sammelzollanmeldung) versteuert (wurde 1 x wöchentlich beim Zollamt abgegeben) und Drittlandsware einzeln verzollt und versteuert incl. Einzelgang zum Zollamt. Fällige Zölle hat man als Bargeld am Fälligkeitstag zum Zollamt hingetragen. Jedes Einfuhrdokument musste mit Bearbeitungsstempeln versehen werden, die teilweise A-6 groß waren. „Gute alte Zeit“…

    Der Umgang mit dem Zolltarif fand ich immer toll (andere, andere…), das behördliche Verzollen als solches extrem nervig, das lag mir nicht. Hab dann ab 87 die Stelle gewechselt.

    Interessiert alles vermutlich niemanden, aber mir war es nach dem Hören eine Freude, das jetzt runterzuschreiben.

    Nochmal danke für die Sendung.

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  3. Ich finde es schade, wie ihr teilweise über frühere Weggefährten sprecht. Ihr erwähnt Lehrer, Kollegen und Kommilitonen, teilweise namentlich, und stellt deren negative Eigenschaften heraus – wie es scheint, ohne dass diese euch eigentlich etwas getan hätten. Ich stelle mir vor, wie z.B. ein ehemaliger Lehrer oder Sebastians Mitfahrerin zufällig auf diesen Podcast stoßen und sich 55 Folgen lang an eurem Erfolg erfreuen, unwissend darüber, dass ihr sie eigentlich stark ablehnt, um dann in dieser Folge als unsympathisch, nervig oder lächerlich bloßgestellt zu werden.
    Ich finde nicht, dass derlei dem Podcast im positiven Sinne zuträgt, und möchte an die stark asymmetrische Kommunikationssituation erinnern – die Betroffenen haben keine Möglichkeit der Widerrede.
    Wie mag sich z.B. Sebastians Mitfahrerin jetzt fühlen, wenn sie – oder Freunde/Bekannte – dies im Podcast hören? Vielleicht hatte sie eine ganz andere Auffassung eurer Freundschaft und erlebt jetzt diese Zurückweisung völlig überrascht und geschockt? Kein schöner Gedanke.

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    • Hallo Jan,

      danke für Deine Nachricht und die Einwände.
      Die Rückspultaste ist ein autobiographisches Werk, aus meiner Sicht geschrieben. Darin kommen manche Menschen besser weg als andere, das liegt in der Natur der Sache und ist kein Alleinstellungsmerkmal der Rückspultaste. Wenn ich die anderen Charaktere, die in meiner Wahrnehmung weniger gute Seiten hatten, aus der Geschichte herausnehme, ist die Autobiographie unvollständig.
      Die Berufswahl und deren Konsequenzen sind im Gegensatz zu den Dingen, die wir sonst besprechen, kein schöner Abschnitt meines Lebens, da kann und mag ich keinen Zuckerguss drüberziehen.
      Wenn ich ausschließlich andere Leute niedermachen und mich im Gegensatz als perfekt inszenieren würde (auch solche Autobiographien gibt es), wäre es sehr fragwürdig. Doch meine Fehlentscheidungen und die fiese Art und Weise, wie ich mich bei den Vorstellungsgesprächen durchsetzte, sind nur wenige Beispiele dafür, dass ich auch mit mir selbst äußerst kritisch ins Gericht gehe.
      Ich sehe in dieser Sendung eine gute Mischung aus Selbst- und Fremdkritik. Natürlich sitze ich diesseits meines eigenen Tellerrandes und mag den Podcast durch die Sebastian-Brille ausgewogener wahrnehmen, als er in Wirklichkeit ist. Ich und der Podcast sind sicher so unperfekt wie die Dinge, die in dieser Sendung zur Sprache kommen.
      Du hast mir auf jeden Fall zu denken gegeben und ich möchte bei ähnlichen Sendungen in der Zukunft noch bewusster darauf achten, das Bild in alle möglichen Richtungen so vollständig, akkurat und gerecht zu zeichnen, wie es mir möglich ist. Weiterhin aber mit schönen und unschönen Schilderungen, wenn es das jeweilige Thema erfordert.
      Zur kommunikativen Asymmetrie: Das hier ist kein Buch-Bestseller oder Fernsehfilm, der sich an ein Millionenpublikum richtet und über den Köpfen meiner ahnungslosen „Opfer“ hereinbricht, es ist ein privater Podcast. So einen kann mittlerweile jeder, aber wirklich jeder, aufnehmen und veröffentlichen, wenn ihr oder ihm danach ist. Tatsächlich würde ich mich sogar darüber freuen, andere Perspektiven oder Gegendarstellungen aus meinem damaligen Umfeld zu hören (oder hier im Blog zu lesen), auch wenn ich damit nicht rechne.

      Schönes Wochenende Dir,
      Sebastian

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