054: Sie baden gerade Ihre Ohren darin

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Sie baden gerade Ihre Ohren darin. In einem Podcast? Nein, in der Rückspultaste. Die pflegt Ihre Lauscher schon beim Hören.

Jan und Sebastian betreiben Reklame-Archäologie und bergen über 70 steinalte Fernseh-Werbespots aus ihrer Kindheit. Waren diese merkwürdigen 77 Tage im Frühjahr 1985 das Einknicken eines Giganten oder ein von langer Hand geplanter Marketing-Schachzug? Wie rassistisch waren damals Convenience- und andere Fertiggerichte? Wie wollte man Eltern und Kindern Süßkram als gesund, ja sogar als unverzichtbare Lebensbausteine verkaufen? Und was geschah eigentlich, wenn man den Wüstenrot-Tag verpaßte?

Diese und viele andere Fragen beantworten wir in dem wahrscheinlich längsten Dauerwerbe-Podcast der Welt. Aber Vorsicht: Is cool, Man!

10 Gedanken zu “054: Sie baden gerade Ihre Ohren darin

  1. Hi Ihr,
    danke für diese schöne Thema.

    Ich bin noch mitten am Hören, zwei Sachen kann ich aber schon mal erzählen.

    Der Bauspartag zum 31.12. hat zwei Ideen, zum einen gab es früher (glaub nicht dass es das noch gibt) eine steuerliche Absetzmöglichkeit wenn man was fürs Bauen angespart hat, zum anderen sind Bausparverträge ja immer „zuteilungsreif“, man spart also x Jahre an bis die Hälfte (?) drin ist, und kann dann einen günstigen Kredit bekommen.
    Heute in den 1 % Kredit-Zeiten kommt einem das seltsam vor, aber früher waren Bausparverträge wirklich eine günstige Kreditaufnahme.
    Meine Eltern haben Anfang der 70er noch zu gut 10% (!!!!) baufinanziert
    Ich habe 1987 das Haus meiner Großeltern übernommen und hatte da über 6 % Zinsen. Bausparverträge, die ich in den 90ern einlösen konnte waren so um die 4kommanochwas %.

    Zu der 5-MInuten-Terrine sei gesagt, als das rauskam, war es für meine Schwester und mich quasi DAS Erlebnis, die zu bekommen. Das kam nicht so häufig vor, weil meine Mutter täglich für uns kochte. Im Frühjahr aber musste meine Mutter im Laden der Raiffeisen Samstags mitverkaufen (sonst nur Sekretariat), weil da von Spargel bis Erdbeeren bis Topfpflanzen quasi als Monopol (lange vor der Zeit, dass einem sowas im Supermarkt nachgeworfen wurde) alles angeboten wurde, und Samstag war natürlich die Hölle los.
    Also waren wir Samstag mittagessenlos (nein, der Vater hat natürlich nicht gekocht) und wir durften stattdessen selbständig Wasser heiß machen und das in die 5-Minuten-Terrine reingießen. Was war das für ein Spaß (wir hatten ja sonst nix…)

    Die Maggi-Produkte waren bei uns im Haushalt verpönt, außer Brühwürfel und Maggi-Flasche, richtige Hausfrauen haben sowas natürlich nicht benutzt ;-). Weshalb es auch die Maggi-Ravioli bei uns nur äußerst selten gab…

    ich höre jetzt mal weiter…

    Gruß
    stef

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  2. kleine Korrektur, Mars wird von Mars hergestellt, hat nix mit Kraft zu tun.

    Das mit den Aral und BP ist auch ein bisschen anders. Aral war früher zu Veba gehörig, wurde dann an die BP verkauft. Das war 2002 (ok, das Jahr musst ich googlen…).

    BP hat dann beschlossen, alle BP-Tankstellen komplett auf Aral umzurüsten.

    Das war für mich persönlich insofern „einschneidend“, als unser Haus neben einer BP-Tanke stand, unser Garten war daher flaschen-grün illuminiert…! Als auf Aral umgerüstet wurde, war der Garten bläulich beleuchtet, und als dann das Grundstück an Minerva verkauft wurde, und eine Avia Tankstelle draufkam, gab es gar keine Beleuchtung mehr im Garten, denn Avia verschwendet für sowas kein Geld…

    Mein Haus steht immer noch, die Tankstelle wurde (nach über 50 Jahren!) vor 2 Jahren endlich abgerissen! Das war ein Fest.

    Ich hör mal weiter…

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  3. fertisch…
    Vielen Dank, das war wirklich schön.
    Ich freue mich auf die Fortsetzungen…

    Schockiert war ich von dem Kinderchor in der Merci-Werbung. Meine Fresse, das hab ich ja noch nie gehört. Grauenhaft, ganz ganz grauenhaft….

    Im Gegensatz zu Euch, mag ich Schokoküsse sehr, und „Mann, sind die dick, Mann“ gehört seit dieser Werbung zwingend dazu, bevor man in einen reinbeisst.
    Empfehlenswerter sind allerdings die Küsse von Köhler aus Hainburg (auch mal ein bisschen Werbung macht). Gibt es bei E. und R., nicht immer, aber manchmal, wer nähe Frankfurt wohnt, die haben auch Werkverkauf, *winkmitdemZaunpfahl*…

    Und wer in meiner Nähe wohnt, dem seien die Schokoküsse von Oberfeld, Lampertheim ans Herz gelegt…

    (werbeblock aus)

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  4. Hmm, gerade Gewürzgurken gegessen…

    Hallo Sebastian, hallo Jan,

    vielen Dank für diesen launigen Podcast. Eine sehr vergnügliche Zeitreise in die Welt der Werbung. Wegen Euch bin ich ein paar mal zum Kühlschrank gegangen und habe mir eine von diesen Milchschnitten gegönnt – 3 mal! Das Zeug ist ungesund, schmeckt aber. Sollten sich wegen des Konsums dieser Schnitten etwaige Familiendramen in unserem Hause abspielen, verweise ich selbstverständlich auf Euch.

    Zum Thema Werbung hab ich auch noch etwas gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=zpbautGs7NU

    Herzliche Grüße aus dem nahen Osten
    Pappelzeisig

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  5. Na also, geht doch. *räusper*

    Hallo Jungs,

    Da habt ihr mir gestern früh ja einen schönen Ohrwurm für den Weg zur Arbeit beschert 😁 Ich dachte immer, dass es die Coverversion von „I’d like to teach the World to Sing…“ von den New Seekers wäre, aber andersrum wird ein Schuh draus. So kann man sich täuschen.

    Das Mädchen in der Duplo-Werbung ist schlauer als sie blond ist. Sie hat vielmehr ihren neuen Boyfriend getestet, wie kreativ er wohl ist.

    Zum Thema Zigarettenwerbung: Eines Tages, es war wohl irgendwann in den 90ern, da saß ich im Kino und vor mir spielte sich eine typische Szene ab. In einer typischen Westernlandschaft jagt eine Gruppe von Cowboys einer Herde wilder Mustangs hinterher und treibt sie schließlich in einen vorher eingerichteten Corral. Ich dachte nur „Gähn – Marlboro…“ und tatsächlich setzten sich die Männer auf die Zäune und zündeten sich ihre Zigaretten an. Plötzlich keilt der Leithengst nach hinten aus, stößt die Gitter um und die ganze Herde bricht aus. Die Cowboys können nur noch blöd hinterhergucken. Selten so gelacht! 😂😂😂 Leider weiß ich nicht mehr, wofür genau da Werbung – oder vielmehr anti-Werbung – gemacht wurde. Falls es den Spot irgendwo auf youtube gibt, wäre ich für einen Link sehr dankbar.

    Ihr suchtet einen Melitta-Jingle. Meintet ihr diesen hier?

    Hop Sing ist – die Älteren unter uns werden sich erinnern – der Koch der Ponderosa-Ranch in der Kultserie „Bonanza“. Wollt ich nur erwähnt haben.

    Oh mann, Sanostol! Mein Bruder und ich haben das Zeug als Kinder in den 70ern auch bekommen. Jeden Abend einen Esslöffel vor dem Schlafengehen. Es war ein Multivitaminsirup, der in etwa so schmeckte wie die Füllung in den Nimm 2 Bonbons. Eigentlich nicht übel, aber viel zu süß. Und vor Erkältungen hat uns das auch nicht bewahrt.

    DHL ist keine Spaltung von der Telekom! DHL, Telekom und Postbank sind Spaltungen von der Deutschen Bundespost, die 1995 aufgelöst und in Aktiengesellschaften privatisiert wurden.

    Ist es ein Zufall? Ganz im Gegenteil. Den Gard-Song HÄTTE Benny nicht nur schreiben können, er HAT ihn geschrieben! Das Original erschien 1977 unter dem Titel „Move on“ auf dem Album „The Album“, das auf meinem Kassettenrecorder rauf und runter lief. Hörst du hier:

    Anfang der 80er neigte sich die Zeit von Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid bereits dem Ende zu. Nachdem sich die beiden Ehepaare 1980 bzw 81 scheiden ließen, verkündeten sie 1982 eine „Pause“, die bis heute anhält 😢 Offiziell wurde die Band nie aufgelöst, doch trotz horrender Gagenangebote (bis zu einer Milliarde Dollar!) kam es nie zu neuen gemeinsamen Auftritten.

    „Geht ganz gut, gell?“
    „Getränk gefällig?“ – „Gutes Gesöff!“
    „Gemeines Gesindel! Gebrauche Gewehr!“ – Peng! – „Gesäß getroffen…“
    Hach ja, der unsterbliche Heinz Erhardt😍

    Es gibt da noch einen Allianz-Werbespot, an den muß ich immer denken, wenn ich den Namen nur höre oder sehe. Wir befinden uns in der französischen Provence. In einer „hohlen Gasse“ treffen ein einheimischer Landwirt und ein deutscher Tourist mit schnittigem Sportwagen aufeinander. Während der Franzose zeter und „Merde“ schreit, versteht der Deutsche nur Bahnhof, bis ein Polizist erscheint, um den Unfall aufzunehmen. Als der Deutsche seine Allianz-Karte zückt, strahlt der Polizist: „Ah! ‚offentlisch Alliance versischert!“ Leider konnte ich auch diesen Klassiker so auf die Schnelle nicht finden.

    Ja, das war wieder eine tolle Rückspultaste. Bitte gerne mehr davon! 👏👏👏

    LL&P
    Eure Bridge

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  6. Sehr schöne Folge, hat großen Spaß gemacht. Danke für die gute Unterhaltung.

    Wäre es möglich, einen Link zur Melitta-Werbung mit Bohnie/Bonny zu bekommen? Habe die partout nicht selbst gefunden, Egon Wellenbrink überlagert einfach alles.

    Ich biete auch eine kleine Gegenleistung: Vielleicht könnt ihr als Recherche-Grundlage für kommende Sendungen zwei umfangreiche Playlisten gebrauchen, die ich vor einiger Zeit mal aus Spaß angelegt habe. Thematischer Schwerpunkt: Alte Werbung aus den 80ern und 90ern für, äh, Bier und Spirituosen 😀

    Und der Vollständigkeit halber verlinke ich noch eine weitere Playlist von mir, in der alle auffindbaren deutschen McDonalds-Spots vor der blasphemischen Umbenennung der Juniortüte in chronologischer Reihenfolge vereint sind:

    Wir stellen fest: Sebastian ist nicht der einzige mit Listen-Fetisch…

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  7. Hallo Sebastian und Jan,

    mal wieder ein super Thema, bin auch noch mittendrin im Podcast, aber da ihr eure Runde so gestaltet, als wäre man live dabei, habe ich immer das Bedürfnis, mitreden zu wollen, weil mir selber so viel dazu einfällt, und dann merk ich, das geht ja gar nicht.
    Ich möchte unbedingt zum Thema Coca-Cola noch die Werbespots erwähnen, in denen es 1984 auch in Deutschland um die Gemeinschaft ging und nicht nur um Pärchengeturtel. Ich habe diese Werbung geliebt, sie hatte für mich das absolute Sommer-Gefühl, obwohl ich gar keine Wasserfreundin bin. Ich glaube es gab in dieser Art noch einen dritten mit einer breiten Rutsche, den finde ich aber nicht.

    Und zum Thema Kochkurse in Lüdenscheid kann ich auch was erzählen. Es gab nämlich welche, zumindest für Kinder. In den 80er Jahren kam meine Mutter auf die grandiose Idee, mich für einen Kochkursus (!) anzumelden, veranstaltet wurde dieser von den Stadtwerken Lüdenscheid. Ich hatte absolut gar keine Lust dazu. Ich erinner mich, dass wir eine Art Menü gekocht haben, die Kinder wurden in 4 Gruppen auf 4 Lehrküchenzeilen aufgeteilt und jede Gruppe bereitete jeweils einen Gang zu. Die Gruppe, in der ich war, musste was ganz verrücktes umsetzen. Irgendein experimenteller Wahnsinniger hatte sich am Toast Hawaii vergangen und gemeint, man könne die Rezeptur verändern oder wohlmöglich sogar verbessern. In dieser Version wurde der Schinken gegen Salami und die Ananas gegen eine Scheibe frischen Apfel ausgetauscht, alles auf eine Scheibe Toast gelegt und mit Käse überbacken. Ich war unglaublich enttäuscht und regelrecht wütend über die missratene Fälschung. Welchen Namen das Toast hatte, weiß ich leider nicht mehr. Eventuell „Toast Sauerland“, der Geschmack ging jedenfalls in diese Richtung.

    Freue mich aufs Weiterhören,

    schöne Grüße
    Daniela

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  8. Hallo 👋🏻,

    wieder eine schöne Folge und ich freue mich auf die restlichen 3/4 der Liste!
    Da kann noch einiges kommen. Toll fände ich, wenn Ihr ein bisschen was dazu erzählen würdet wer hinter den Clips steckt. Wie zum Beispiel:

    Freue mich auf die nächste Folge!!!
    Liebe Grüße, Silke

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  9. Schöne Folge (auch wenn ich noch nicht durch bin), Werbung ist ein interessantes Feld!
    Aber wenn es nächstes Mal um Kaffee geht, holt lieber einen Experten dazu;P Melitta verkauft auf jeden Fall auch gemahlenen Kaffee, und das Lied hätte ich auch korrekt(er) singen können^^

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