012: Back to Back to School

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So, Nachsitzen! Was im letzten Sommer als Experiment anfing, mal über etwas Persönlicheres als Popkultur zu sprechen, nämlich über unsere Schulzeit, endete nach zwei Stunden damit, daß wir „Fortsetzung folgt“ riefen. Dieses Versprechen wollen wir heute einlösen.

Jan und Sebastian haben ihre Hausaufgaben gemacht und sich diesmal zur Verstärkung Gerrit mit auf die Schulbank geholt, der schließlich auch neun Jahre auf dem [BLEEP]stadt-Gymnasium überstand. Inmitten mehrerer Stapel Schul-Jahrbücher kramen die drei in manchmal bruchstück- aber immer lebhaften Erinnerungen. Besonderer Fokus liegt diesmal auf den unnachahmlichen Lehrkörpern, die uns begleiteten, amüsierten und irritierten. Vielleicht kommen wir sogar einer urbanen Legende auf die Spur. Aber auch unsere Abiturzeit und die von euch, liebe Hörer, gestellten Fragen werden angerissen. Und dennoch sind wir eventuell immer noch nicht mit dem Thema fertig geworden. Aber man lernt ja für den Podcast, nicht für die Schule!

(Die erste Folge zum Thema könnt ihr hier nachhören.)

4 Gedanken zu “012: Back to Back to School

  1. Also ihr schafft es auch weiterhin, mich mit Geschichten aus einer anderen Welt zum Staunen zu bringen. Wobei wir ja altersmäßig gar nicht so weit auseinanderliegen. Ich habe zehn Jahre nach euch Abi gemacht.

    Aber eure Erzählungen von Religionsunterricht erschreckt mich schon. Das gab es als Prüfungsfach? Seid ihr sicher, dass ihr nicht im Vatikan zur Schule gegangen seid? Das klingt ja fast mittelalterlich.

    Und dann auch noch die Unterscheidung in evangelischen und katholischen Religionsunterricht. Gab es auch einen humanistischen Unterricht? Jüdischen? Muslimischen? Ich finde das sehr verstörend.

    Schöne wäre auch gewesen, mehr über Metathemen zu hören – also so etwas wie die Projektwoche. Bei uns gab es das auch jedes Jahr – unsere Projekte waren nur bei weitem nicht so kreativ wie eure.

    Macht weiter so!

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    • David, danke für Deinen Kommentar!

      Den Religionsunterricht müssen wir etwas falsch rübergebracht haben, denn das war keine Pflicht und auch durchaus vielfältig. Für die muslimischen Mitschüler kam in Grundschulzeiten extra ein Koranlehrer und unser Zeuge Jehovas hatte die Stunde frei.

      Ab dem Gymnasium gab es schon mehr Mitschüler, die nicht mehr teilnahmen; die Initiative ging dann von den Eltern aus. Ab Klasse 11 durfte man sich selbst abmelden. Das mußte man schriftlich und begründet einreichen. Dazu reichte es völlig aus, wenn man schrieb, man wolle „aus Gewissensgründen“ nicht mehr teilnehmen. (Meine erste Freundin, die eine wahrlich dumme Nuß war, schrieb nur leider, sie wolle „aus gewissen Gründen“ nicht weitermachen.)

      Wer wollte (so wie Gerrit), konnte Religion als gesellschaftswissenschaftliches Fach im Abitur nehmen; in einem solchen mußte man sich prüfen lassen. Für mich war das nicht Religion, sondern Sozialwissenschaften, aber auch Geschichte und Erdkunde standen zur Wahl.

      Übrigens hatten die Unterrichtsthemen nur selten was mit Religion zu tun, was etwas paradox war – aber Genaueres halte ich für die Fortsetzung zurück. (Ja, wir haben immer noch wahnsinnig viel Ungesagtes.)

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  2. Wie auch bei der ersten Folge zum Thema, fand ich eure Reminiszenzen erstaunlich interessant, auch wenn man als Hörer nicht mit euch zur Schule gegangen ist. Es regt an sich selbst zu erinnern. Ich finde es erstaunlich wie gut ihr alles noch zusammen bekommt. Ich kann mich an so viele Lehrernamen und was so abging nicht erinnern und wie ich beim Klassentreffen im letzten Jahr feststellte, war ich damit noch recht gut, im Vergleich zu anderen.

    Interessant ist auch, dass einen so viel soziales untereinander so sehr beanspruchte, dass es sich teilweise immens auf das Eigentliche in der Schule auswirkt. Ich kam ins Grübeln. Was ist eigentlich das Primäre in der Schule? Ist es wirklich das Aufnehmen und hoffentlich bis über den nächsten Test oder eine Prüfung hinaus, zu erwerbende Wissen? Sitzen wir vielleicht eher zusammen in der Schule, um uns zusätzlich oder primär sozial zu entwickeln? Ich habe keine Antwort. Aber das ist ein Punkt oder auch Grund, warum ich wirklich nicht noch einmal in die Jugendzeit zurück möchte. Würde es wirklich „besser“ laufen können – auch mit dem Wissen von heute? Hatten wir nicht alle so unsere Kämpfe, egal wie beliebt man war? Gerade mit dem Wissen von heute, welches mit dem Ziel eingesetzt, ein „besserer Schüler“ zu sein, vermutlich dazu führt, dass man sich glaube immens langweilt und sozial am Ende in der jugendlichen Klassenstruktur wäre. Oder würde man dann gleichzeitig ein „besserer Mitschüler“ sein wollen/können? Ich glaube nicht, ich denke man wäre eher genervt, die Zeit ist einfach vorbei. – Ich finde, zum Glück.

    Ich konnte mich in allen Themen wiederfinden – wunderliche, teilweise berauschte und oder diagnostizierte Lehrer, die auch mal pausierten, schmerzhafte Klassensplittungen, merkwürdige Projektwochen (die nicht jährlich stattfanden und ich NIE in das eingewählte Thema kam), wertvolle Freundschaften, saumäßige Klassengemeinschaften, elitäres Gehabe, letzteres bis Jahre später – es lebe das Klassentreffen. Auch die Frage, ob es einen gut vorbereitet hat, hm. Ich denke schon, man weiß doch irgendwie wie der Hase läuft. Letztlich erinnert man sich zwar auch an viel blödes, unfaires, aber ich denke das sind Erfahrungen, die einem etwas an die Hand geben für sein eigenes Verhalten heute.

    Ohne Lehrerin zu sein, erlebe ich heute aus erster Hand, als Zaungast, Klassenstrukturen. Ein paar wenige Jahre Unterschied verursachen manchmal ein so starkes Herausfallen aus der Peergroup. – Von daher: Mit heutigem Wissen noch einmal da durch zu müssen, wäre glaube übel. In einem anderen Fall (Grundschule) erlebe ich, wie Verspieltheit, Status in der Klasse, Aufmerksamkeitsspanne und anderes dazu führen, dass die Lerninhalte (meinem Eindruck nach) von 85% bis 0% ankommen. Was mich wieder dazu führt mich zu fragen, ob das Soziale, das Gemeinschaftsgefühl nicht mehr Raum einnehmen sollte, wenn es doch immer da ist.

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  3. PS. Wir hatten auch diverse Religionsunterrichtsformen: katholisch, evangelisch, muslimisch, später anstelle der ersten beiden Ethik. Ich war in erstgenanntem und damit in der Minderheit. In der Grundschule war es noch sehr Bibel nah. Später, nachdem es diverse Eigentümlichkeiten mit dem Lehrer in der 5. Klasse gab, wechselte ich für kurze Zeit und wählte es ganz ab. Der besagte Lehrer machte im Grunde keinen inhaltlichen Unterricht – soweit so gut. 😉 Bei Stillarbeiten und später auch beim häufigen Spiel Teekesselchen, ging er immer wieder raus und schaffte es einmal nicht bis zum Gong mit Alk-Fahne zurück. Da es im Anschluss an Reli nur eine fünfminütige Raumwechsel-Pause gab, gingen wird. Es wurde zum riesen Ding, wir mussten zu unserer angeblichen „Unterrichtsflucht“ stellungbeziehen.

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