007: Summer of ’83

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Man kann eine Zeitreise auch ohne DeLorean unternehmen. Bewaffnet mit einer Fernsehzeitschrift vom 12. August 1983 tauchen Jan und Sebastian fröhlich plaudernd ab in eine Art Atlantis – also in die längst untergegangene Medienlandschaft der frühen Achtziger, als wir mit drei Programmen auskamen und uns Hänschen Rosenthal die Donnerstagabende bunt machte.

War das Fernsehen damals besser, trotz der begrenzten Auswahl? Auch im Sommerloch? War das Programm in der Hörzu unübersichtlich? Wie manipulierte Günter Netzer den Glücks-Rotor? Muß es wirklich sein, daß wir in Gesang ausbrechen? Diesen Fragen stellen wir uns und versuchen eure Erinnerungen mit zahlreichen Einspielern aus der TV-Urzeit zu wecken. Bis zum Sendeschluß und noch viel weiter.

(Wenn ihr Mitgucken möchtet, findet ihr ausgewählte Bilder auf Facebook oder in unserem Twitter-Feed.)

6 Gedanken zu “007: Summer of ’83

  1. diese Folge fand ich klasse.
    Wir hatten ja zuhause nur die Fernsehzeitung aus der Zeitung (rtv).
    Von Tante und Oma bekamen wir immer dann die alten Zeitschriften zum drin rumblättern, TV Hören und Sehen und den Gong.
    Als ich 1987 auszog, hab ich mir die Hörzu abonniert, und hatte die bestimmt bis noch so 2010 oder so. Mit T-Entertain Programmguide hab ich sie dann abbestellt.

    An das Sendeschema von 1983 konnte ich mich noch ziemlich gut erinnern, ich war quasi dauernd am nicken, egal was Ihr gesagt habt.

    Ich habe in späteren Casts gehört, dass Ihr die Folge selbst nicht so gut fandet, deshalb hier die Info, ich schon.

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  2. Wie immer sehr unterhaltend 🙂 Nur das Sandmännchen hat sich bei euch rascher wiedervereiningt als im TV, wobei bei letzterem wurde es ja eher ersetzt. In den 80igern war das West-Intro instrumental bzw meine Mutter trällerte auch immer noch das „Kommt ein Wölkchen angeflogen…“, was mich immer etwas verwirrte, weil ich es nicht so recht kannte.

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  3. Moin zusammen,

    Wie herrlich, dass man sich mit einer alten Zeitschrift so lange beschäftigen kann! Irgendwie finde ich, dass die „Hör Zu“ eine Omazeitschrift war. Meine Großeltern hatten sie. Ich glaube wir hatten die „Funk Uhr“.

    Die hatten mal einen Wettbewerb für das beste selbstgefälschte UFO-Foto. Ich hab auf schwarzen Karton Galaxien, Nebel und Sterne gepinselt, ein UFO aus zwei Plastiktellern davor gehängt und mit einer einfachen Instamatic-Knipskiste fotografiert. Eingeschickt und es wurde veröffentlicht. Den Ausschnitt habe ich noch im Fotoalbum.

    VPS, Video Programming System oder so hieß das, oder? Das war ein ziemliches Gefrickel. Aber ich fand, dass es ganz gut funktionierte. Das Signal wurde gesendet zum tatsächlichen Sendestart, ideal für den Fall, dass eine Livesendung überzogen hatte oder die Sendung um ein paar Tage verschoben wurde. War man im Urlaub, war das sonst fatal, weil maximal 5 Stunden auf eine Kassette passten. Show View machte das wohl etwas einfacher. Im Warenhaus, wo ich tätig war, hörte ich von Kunden öfter „Schowie“…

    Der Bauer Versand, war das nicht der in „Acht Sechs Zwo Zwo Burgkunstadt?“ Meinen ersten VCR kaufte ich erst 1990 im Quelle Technorama am Tauentzien in Berlin. 1800 DM. Hatte 4Kanal Dolby Surround. Mit VPS ging der kurz vor dem Start in „Rec.Pause“, startete immer punktgenau. Universum hieß die Eigenmarke wohl … aber es war ein Sahneteil. CD-Spieler von 1984 war von Denon, an die 2.000 DM!

    Ja, die nicht geouteten LGBTQ Promis. Biolek wirde von Rosa von Praunheim zwangsgeoutet, Kerkeling ebenso. Sedlmayr erst durch seine Ermordung. Moshammer gab es nie zu, er liebe alle Menschen, sagte er. Als er tot war, gab es einen bösen Fotogag: Moshammer mit Hündchen Daisy, dazu ein Funktelefon in der Hand, darunter stand „Schnurlos gibt Sicherheit“.

    Das Ladenschlussgesetz. Dass die Kirchen in Deutschland hier hinein regieren, die Öffnung an Sonntagen massiv behindern, ich finde das ein starkes Stück für ein Land, das sich säkular nennt. Im Juni 1989 gab es flächendeckend Streiks im Einzelhandel, da man die Ausweitung der Öffnungszeiten verhindern wollte. Kurz darauf war es soweit am Donnerstag bis 20.30 Uhr. Obwohl ich selbst im Handel arbeite, war ich dafür. Ich war Streikbrecher *schäm*… Samstage waren immer nervig. Winter bis 18, Sommer bis 16 Uhr, das hat die Kunden immer verwirrt.

    Kyritz an der Knatter, liegt in Brandenburg. Die Knatter gibts gar nicht, wusste ich gar nicht. Es kommt von den früheren knatternden Wassermühlen. Neben dem Roadrunner, bei dem Coyote Karl immer von Felsklippen stürzte, war auch „Schweinchen Dick“ als zu grausam eingeordnet worden. Man kann sich nur an den Kopf packen, was damals für begnadete Fernsehpädagogen am Werke waren. Vermutlich müsste es heute „Bionutzvieh Mollig“ heißen…

    Die Vergangenheitsverklärung wird nach meiner Ansicht auch vom WDR intensiv betrieben. Wenn man billige Eigenproduktionen braucht, setzt man Moderatoren Bug, Planken, Plöger, Griessmann oder Kallert zum Gucken und Kommentieren uralter WDR-Dokus von Anno Dunnemals hin. Dann heißt es „Die 1980er bei uns im Westen“ und man frönt der Nostalgie. Der MDR betreibt das mit seiner Ostalgie extrem. Kein Tag am dem nicht die xte Wiederholung von „Ein Kessel Buntes“ liefe. Wir sollten aufpassen, dass wir bei all dieser Verklärung nicht den Bodenkontakt verlieren. Wenn jemand wieder ins Schwelgen kommt, wie toll es doch „früher“ war, schlage ich immer vor, beim nächsten Zahnarztbesuch auf dem medizinischen Stand dieser Lieblingsepoche zu behandeln. Das heilt Nostalgitis sofort. Ich war durch Euch wieder exzellent bespaßt mit diesem Podcast. Ich bin dem Imperativ „Hör Zu“ gefolgt!

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