Bandsalat #004.1: Retro-Hype

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Regeln sind da, um gebrochen zu werden – und so kommt hier unsere erste Zwischenfolge mit neuem Titel, Diskussionsgast und Überlänge. Außerdem ist das die erste Hälfte unserer nachgeschobenen Pilotfolge. Keine Angst: Es ist nicht so kompliziert, wie es sich anhört.

Nach einer kritischen Einordnung der 80er-Hommage-Serie „Stranger Things“ nähern sich Christian und Sebastian in einer launigen Debatte dem zentralen Thema der Rückspultaste: Retro. Was ist das? Wo kommt das her? Warum ist das so beliebt? Darf man das überhaupt? Am Ende der Diskussion sahen wir betroffen, zurückgespult und alle Fragen offen. Fortsetzung folgt.

(Das Titelbild wurde unter Zuhilfenahme von http://www.makeitstranger.com erstellt.)

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3 Gedanken zu “Bandsalat #004.1: Retro-Hype

  1. Eine schöne Folge – hat mir wirklich gefallen. Ich habe mir auch Gedanken gemacht, was die Ursachen für solch eine Retro-Kultur sein könnten. Ich glaube, solche Retro-Phasen treten vor allem in Phasen des ökonomischen Absinkens und der weltpolitischen Marginalisierung der westlichen Welt auf – also beispielswiese in den 1980er Jahren und heute. Einige unserer Lieblingsfilme wie ‚Indiana Jones‘ und ‚Star Wars‘, die ja wohl die 1980er Jahre mitgeprägt haben, sind sogar nicht einmal Reminiszenzen an die 1920er/1930er Jahre und nicht „nur“ die 1950er Jahren, wie ihr es erzählt habt. Die Frage nach dieser Überlegung wäre, ob es in den 1930er Jahren auch so eine Retrowelle gab. Vielleicht entstand damals (beispielsweise in den USA) schon die Nostalgie für die 1920er Jahre? Wenn dazu jemand etwas zu lesen hätte, wäre das bestimmt interessant.

    Das Prinzip Netflix hast du gut erklärt, das gilt aber leider nicht für die beste Serie der Welt. So ist ‚Longmire‘ zwar seit zwei Staffeln eine Netflix-Produktion, aber in Deutschland liegen die Rechte bei RTL Nitro. So bin ich nun zwar Netflix-Kunde, kann aber auf dieser Plattform keine einzige (!) Folge meiner Lieblingsserie schauen. RTL Nitro hat weder die aktuelle noch die Folge davor schon ausgestrahlt. Das wollte ich nur mal angemerkt haben.

    Die Anlehnung von ‚Stranger Things‘ an ‚Return of the Jedi‘ würde mich mal interessieren. Ich habe kein Interesse, ‚Stranger Things‘ zu schauen – aber die Reminiszenz würde mich schon interessieren. Wenn ich schon mal Netflix-Kunde bin…

    Bei der SFX-Diskussion frage ich mich immer wieder, was du damit genau meinst. Kennst du dieses Video?

    Viele SFX sieht man nicht mehr – oder hast du das alles gesehen?

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  2. David, danke für Dein Lob – schön, daß Dir die Folge gefallen hat!

    Ich glaube, Du bist da einer Sache auf der Spur, die mindestens eine Zutat für Retro-Faszination ist. So einen Mechanismus gibt es bestimmt im Menschen: Wenn er sich auf der Seite der „Guten“ wähnt und wenn denen periodisch im Wechsel der Jahrzehnte die Luft mal wieder dünner wird, will er dahin blicken, wo es den „Guten“ noch besonders gut ging. (Andere Zeitgenossen reagieren auf gefühlte Dürrejahre, indem sie sich auf die Straße begeben und Pegida nennen. Dann tausendmal lieber Retro.)

    Ich finde tatsächlich, daß die 1920er immerhin das einzige Jahrzehnt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind, das überhaupt irgendwie verklärt wird, sogar heute noch. Wenn ich „Roaring Twenties“ höre, habe ich direkt glitzernde (Film-)Bilder im Kopf. Hat aber vielleicht nicht jeder. Wer weiß schon, wie die 1920er ohne die jähe Zäsur des Zweiten Weltkriegs in unseren Köpfen noch weiter zu legendenhafter Größe gewachsen wären.

    Netflix: Immerhin bringen sie die WIRKLICH beste Serie der Welt ab nächsten Mai zurück auf deutsche Bildschirme, während man das neue „Star Trek“ in Amerika nur auf einem obskuren CBS-Streamingdienst sehen kann, der damit irgendwie schmackhaft gemacht werden soll. Die zweitbeste („The West Wing“) bleibt wiederum uns vorenthalten, während alle Staffeln auf US-Netflix zu sehen sind. Und ob die Neuauflage der drittbesten („Mystery Science Theater 3000“) den Sprung vom US-Netflix zur deutschen Version schafft, steht noch in den Sternen. Aber ich vermute, das wird nicht synchronisiert. Damit stehen die Chancen schlecht.

    Stranger Jedi: Die erste Einstellung einer der späten Folgen (vorletzte? letzte?) sieht sehr aus wie der Establishing Shot der imperialen Basis auf Endor, als Luke sich ergibt. Inklusive einleitendem Abwärts-Kameraschwenk.

    Effekte: Nichts gegen unsichtbare CGI-Effekte; ich erwähnte in der Folge ja schon „Forrest Gump“. Aber nimm „Jurassic World“. (Oder besser nicht, ist ein fürchterlicher Film.) Die Kameraflüge über den Park und dessen „Hauptgeschäftszeile“ zeigen diese in artifiziellster, glattgerechneter Computergrafik. Kein Gebäude scheint aus irgendetwas Substanziellem zu bestehen. Sieht aus, als könne man wie bei einem Hologramm durch die Wände rennen. In unserer nächsten Zwischenfolge (*räusper*) spreche ich eingangs kurz über einen Film, der eine ebenso künstliche Umgebung generiert, aber mit Miniaturmodellen. Das sieht um ein Vielfaches überzeugender aus; die Effekte schaffen Raum, nehmen welchen ein, haben Substanz.

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  3. Pingback: Bandsalat #004.2: Mosaik | Die Rückspultaste

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