073: Kinderbücher aus der Mediothek

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Simon und Sebastian waren nie Suppen-Kaspare oder Zappel-Philippe, nein, sie waren immer schon begeisterte Leseratten. Deswegen nehmen sie euch heute mit auf eine literarische Reise zurück in ihre früheste Kindheit.

Grimmsche Märchen oder die schwarze Pädagogik des Struwwelpeters machen aber nur den Anfang. Es geht um weltbekannte bis obskure Kinderbücher (alles von Pippi Langstrumpf bis hin zu Peter, Paul & Pommelpütz), um geheimnisvolle Leseorte wie das Bügelzimmer oder die Mediothek (mit „o“), um Grenzgänger zum Comicheft – und um den merkwürdigen Kippunkt zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur.

Natürlich darf auch diesmal das ein oder andere Kindheitstrauma nicht fehlen, sowohl literarischer als auch kulinarischer und schulischer Art.

26 Gedanken zu “073: Kinderbücher aus der Mediothek

  1. Moin aus Hamburg,
    In den ersten Minuten erwähnt ihr die kleine Raupe nimmer satt. -> https://youtu.be/VvS4-92ZP6Y <- hier wird die Geschichte von ihr super erzählt.
    Die Vorlage zum Disney Film Bambi wurde Anfang der 1920er Jahre geschrieben und es gibt eine Sehr schöne Lesung vom MDR davon.
    Als ich in meiner Ausbildung 1997/98 war hatten wir einen Chirurgen der wärend einer OP den ganzen Struwwelpeter und Max und Moritz zitiert hatte. Und das auswendig. Das erstaunliche war, er war Chinese und in China aufgewachsen. Man sollte meinen das sowas in China verboten sein müßte. Doch er hat uns erklärt das diese Bücher dort sehr beliebt seien. Zumindest ist das meine Erinnerung an diesen Tag in der Chirurgie.
    In meiner Kindheit habe ich auch viele Filme geschaut die ich nicht hätte sehen sollen. Ich erinnere mich an eine Situation: Mein Vater ist Weltweit als Kapitän zur See gefahren. Die Arbeiter waren Philippinen. Als Kind durfte ich dann auch öfters mal mitfahren. Eines Abends kam ich in die Messe und ein Philippino hatte sich einen Porno im den Bord eigenen Videorecorder angesehen und war dabei eingeschlafen. Der Film lief noch und ich habe den Film dann zu ende geschaut. Ich muß so 11 oder 12 gewesen sein. Genau weiß ich das nicht mehr. Ich war eigentlich nur in die Messe gegangen um mir noch etwas zu trinken zu holen und ein wenig Kuchen zu essen. Da lief der der Film aber schon und der gute Mann saß auf einem Stuhl vor dem TV Gerät und war eingeschlafen.

    Vielen dank für die schöne Rückspultaste
    Mfg Asterix

    P.s. später vielleicht mehr!

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    • So nun habe ich die erste Stunde gehört und zu Simon möchte ich sagen ich hatte auch die Bücher mit den Klempnern und noch ein Comic aus DDR. Als Kind wußte ich nicht das das aus der DDR war. Das habe ich erst nach der Wende erfahren. Wer Pezi nicht kennt kann bestimmt auf YouTube die Videos finden. Zu Janosch kann ich sagen alle Folgen sind auf YouTube zu finden. Nicht nur Der kleine Tiger und der kleine Bär sondern auch alle anderen Folgen der Traumstunde.
      Von Wilhelm Busch hatte meine Oma in einem Buch in A3. Darin waren alle Geschichten. Mein Vater hatte das ganze in 4 Büchern die noch einmal in einem Papp Karton steckten. Als Kind hatte ich auch eine Schallplatte: Oh wie schön ist Panama. Die habe ich auf dem Plattenspieler (Revox) stundenlang gehört. Einmal ist mir der Fehler unterlaufen und ich habe die Schallplatte mit Schokoladen Fingern aufgelegt und das hat mein Vater gesehen und die Platte zerbrochen. Das besondere an diesen extrem teuren Plattenspieler ist /es war und ist ein automatik Plattenspieler. Mein Vater besaß eine ganze Revox Anlage. Die hat in ende der 1970er fast 10000DM gekostet. https://images.app.goo.gl/ZJqHJK165Bxjs8V79
      Clever und Smart gab es in den 80er bei meiner Kieferortopädin. Die Comics fand ich ziemlich langweilig.
      Ich hatte ein Buch in Großschrift ein Kater wird kastriert war das Thema. Das hatte ich in der 3. KLASSE bekommen und dreimal hintereinander gelesen. Erst danach konnte ich lesen. Ich habe erst sehr spät lesen gelernt.
      Die Katze mit Hut kenne ich nur als Hörspiel und ich erinnere mich nur noch an die Puddingbrumsel.
      In die Bücherhalle bin ich erst gegangen als ich alt genug war Hörbücher oder CDs auszuleihen.
      Paul Maar lebt noch denke ich und auf dem Deutschlandfunk/Radio gibt es die Sendung https://www.deutschlandfunkkultur.de/spaziergaenge-mit-prominenten-mit-dem-kinderbuchautor-paul-100.html oder https://www.deutschlandfunkkultur.de/spaziergaenge-mit-prominenten-mit-dem-kinderbuchautor-paul-102.html und eine Folge ist mit Paul Maar.

      Später noch mehr

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      • Und weiter: ihr seit gerade bei Pippi Langstrumpf angekommen und zu den Filmen möchte ich folgendes sagen: ich bin beschämt das in Deutschland die Filme gekürzt wurden. Das liegt daran das es einige Stellen mit Anika gibt in denen sie Nackt zu sehen ist. (Baden in einem See) Das gleiche wurde auch bei dem Film Madita gemacht.
        Michel aus Löneberger heißt in Schweden ganz anders. In Schweden sagen sie nur Emil Löneberger. Mein Opa hatte die Bücher aus Schweden mitgebracht.
        Simon was du meintest ist Brüder Löwenherz.
        Rätsel Bücher mit der Roter Folie zum Lösung finden fand ich auch toll.
        Herr der ringe habe i h als Hörbuch auf 5 Kassetten. Die habe ich gerade beim Ausmisten wieder gefunden.
        ro ro ro Bücher mit Ferdi Fuchs.

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  2. Moin Sebastian,

    besagte Kinderbücher mit den wimmelden Tieren in der Stadt haben auch durch meine Kindheit ein gemütlichen Platz in meinen Herzen und Erinnerungen. Im Nachhinein lache ich auch immer wieder sehr über einen der Titel, welcher die Frage aufstellt „What do People all Day?“, worauf ich bis Heute und beim besten Willen keine Antwort finde. Mit Richard warst du schon goldrichtig, aber im Nachnamen nicht Quarry sondern Scarry.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Richard_Scarry

    Massive Grüße!

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    • Hallo Terminator & Grüße zurück in die Zukunft!

      Mensch, das ging rasant schnell und vielen Dank für die Erinnerung. Scarry, natürlich. Ich habe nun online ein paar Buchcover angestarrt und bin besonders an „Mein allerschönstes Buch von Tafel, Schwamm und Kreide“ hängengeblieben. Das hatte ich auf jeden Fall und ich habe es sicher hundertfach durchgeblättert.

      Thanks for the memories!
      Sebastian

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  3. Hallo Sebastian und Simon, wo ihr zwei Bambi und Winnie Pooh erwähnt habt, sowie die Kleine Raupe Nimmersatt, und dass obwohl ich 1996er Geburtsjahrgang bin, kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, wo Pooh in Rabbits Höhleneingang feststeckt, weil er zu viel Honig isst. Ich habe als Kind auch die Winnie Pooh-Computerspiele dazu gehabt und sie gerne gespielt. Von den Winnie Pooh Filmreihen habe ich Tigger geliebt und sogar ihn als Stofftier gehabt – Am meisten habe ich den Film „Tiggers Großes Abenteuer“ geliebt, weil es da nur um meine Lieblingsfigur ging. Was die deutschen Märchen von Gebrüder Grimm und Co. anging, waren sie ursprünglich für Erwachsene und nicht für Kinder, wurden erst später zu Haus- und Kindermärchen. Außerdem habe ich mal, in der Mittagsbetreuung, in der Schule, Werner-Comic-Hefte gefunden und sie gelesen und wusste sofort, um was es bei Werner alles geht.

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  4. BÜCHER!!! MEINE WELT! Hach, da habe ich auch eine Menge zu erzählen, aber ich habe erst etwa eine Stunde gehört, also habt bitte etwas Geduld 😁

    LL&P
    Bridge

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  5. Hi Simon, du hast den Kasperl von Josefine Sieber kurz erwähnt, (mgl. opensource zu lesen), ich hatte mit „Kasperle auf Burg Himmelhoch“ von ihr ein zauberisches Leseerlebnis. Ich war sehr begeistert, als du dich als Kasperlexperte bezeichnet hast. Ich hatte als Kind leider nur diesen einen Band. Aww

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  6. Servus
    Vielen Dank erst mal für die wie immer tolle Folge. Meine ersten Bücher, die ich quasi gefühlt 1000x in den Händen hatte waren die von Ali Mitschgutsch. Der hatte ja diese großartigen Wimmelbücher erfunden (vielfach kopiert und nie erreicht), aber auch Bücher über Seefahrt und ähnliche Themen. Quasi die Vorstufe für die Was ist Was-Bücher. Da kam ich aber tatsächlich nur deswegen auch wieder drauf, weil mir da eines gestern beim Ausmisten in die Hände fiel.
    Max Kruse war bei mir noch gaaaanz oben mit dabei. Vor allem Lord Schmetterhemd. Das wurde auch von der Augsburger Puppenkiste verfilmt. Aber es gibt auch davon ne unfassbar gute, niegelnagelneue, neunteilige Hörspielserie von Tommy Krappweis. Mit Oliver Kalkhofe, Bastian Pastevka, Pascal Breuer , Stefan Günther , Kai Taschner und Dana Geissler. Und letztere ist die Nichte von Max Kruse. Diese hat zu dem Buch eine ganz besondere Beziehung, da ihr Max Kruse diese Geschichte an Weihnachten immer vorgelesen hat. Für mich ist das inzwischen das beste Kinderhörspiel was je produziert wurde. Die letzten drei Teile wurden gestern veröffentlicht. Diese höre ich jetzt im Anschluss an euren Podcast. Gibt’s übrigens auch bei Spotify .

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  7. Ach, das war eine schöne Sendung. Viele der Bücher/Hefte kenne ich natürlich auch. Asterix, ALF, Das Sams, Janosch natürlich, 3???, Preußler und vieles mehr. Von den Mumins Alfred J Quack kannte ich tatsächlich nur die Zeichentrickserien.

    Das spannende ist ja tatsächlich der Umstand, dass jeder und jede Bücher hatte, die heute kein Mensch mehr kennt und die damals auch keine Bestseller waren. Es gab und gibt einfach so unfassbar viel Kinder- und Jugendliteratur. Ich erinnere mich an so eine Abenteuergeschichte um einen kleinen Jungen. Irgendwas mit Schatz, Zug, Bahnhof, Verfolgung, Ägypten. Die war gut. Danke, dass ihr mich daran erinnert habt, ich werde mal versuchen, das Buch zu finden.

    Für mich waren als Kleinkind neben Janosch (ICH LIEBE HANNES STROHKOPP!!!) v.a. die Bücher von Erwin Moser prägend. Die habe ich geliebt und liebe sie immer noch. Besonders „Winzig, der Elefant“ war toll.
    Dann hatte ich ein Kinderlexikon von Meyer, darin habe ich stundenlang gelesen. Vor einigen Jahren hatte ich es mir aus Nostalgie wieder besorgt. Finde ich weiterhin sehr schön und auch witzig, weil seit den 1980er Jahren so viel passiert ist und etliche Einträge heute so antiquiert wirken, besonders die zu technischen Themen!
    In meiner präpupertären Phase waren „Berts Katastrophengeschichten“ (immer diese Skandinavier) der Kracher. Meine ersten Bücher, bei denen ich echt Tränen gelacht habe. Vielleicht so, wie „Per Anhalter“ für Simon. Die Verfilmung, die später im ZDF lief, war dann eine totale Katastrophe.

    Bin auch total bei Euch bezüglich dieser typischen, „pädagogisch wertvollen“ Jugendbücher, in denen in erster Linie Erwachsene den Kindern die richtigen Werte vermitteln wollten. Coole Kids merken sowas und haben da auch kein Bock drauf!

    So, das war mein Senf zu Sendung. Macht bitte weiter so, freue mich auf jeden letzten Freitag im Monat.

    Viele Grüße
    Christoph

    P.S. Ich gestehe, ich war nie ein großer Michael Ende Fan. Aber dennoch freue ich mich sehr auf die nächste Folge, Jim Knopf kenne ich natürlich durch die Augsburger Puppenkiste.

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  8. Hallo zusammen

    Oh, das war eine super Folge und vieles davon war mir auch bekannt. Vielen Dank für die unterhaltsamen Stunden. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn ihr eine Comicfolge macht.

    Was kommt mir zu den Büchern noch alles in den Sinn?

    Die Pizza Bande mochte ich ebenfalls sehr. Schade, dass es davon nie eine TV-Serie gab. Von Enid Blyton nebst den Fünf Freunden auch „die schwarze Sieben“ und die Reihe „Geheimnis um…“. Eine andere Reihe (Autor weiss ich nicht mehr) hiess „die Funk Füchse“, die faszinierte mich, weil sich die Jungs in ihren Abenteuren mit Funkgeräten verständigten.

    Jim Knopf war die erste „Klassenlektüre“ in der 3. oder 4. Klasse, an welche ich mich erinnern kann.

    In unserer Schulbibliothek durfte man maximal fünf Bücher ausleihen. Ausser man war ein fleissiger Leser (oder Leserin) und zuverlässig im Bücher zurück bringen, dann erhielt man eine „Spezialbewilligung“ für maximal 10 Bücher. Die hatte ich ab der 3. Klasse 🙂

    Wenn man in der Schweiz aufwächst, ist die Lesesprache hochdeutsch, während man sich in der Schweizer Mundart im Alltag mündlich verständigt. Es existiert deshalb auch für Kinder eine grosse Zahl an Hörspielen auf Schweizerdeutsch, z.B. Jim Knopf, der Pumuckl, Kasperli, diverse Märchen usw., aber auch solche mit Figuren, welche man in Deutschland nicht kennt.

    Was mich interessieren würde: Gab es auch Kinderbuchautoren aus Lüdenscheid? Denn ich hatte ein Buch von einem Autor aus meiner Heimatstadt Luzern. Seine Geschichte spielte in der Altstadt und auf der Stadtmauer. Das fand ich deshalb extrem packend, weil ich die beschriebenen Gebäude und Gassen aus eigener Erfahrung kannte. (wen es interessiert: es war „Das Geheimnis im Turm“ von Ruedi Klapproth.)

    Habe viel gelesen damals und sicher noch eine Menge vergessen.

    Glg Roger

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  9. hallo Sebastian, Simon,

    vielen Dank für die schöne Besprechung. Ich staune immer wieder, wie Ihr es schafft, Euer Gehirn dazu zu bringen, sich an diese frühkindliche Zeit zu erinnern.

    Ich war immer ein Leseratte (jetzt leider nicht mehr), aber an mein allererstes selbst gelesenes Buch oder an vorgelesene Bücher hab ich keinerlei Erinnerung mehr.

    Bücher waren, wie so vieles in meiner Kindheit, eher Luxusgegenstände, und bei meinem rasanten Durchlauf war die Stadtbücherei die Hauptbezugsquelle. Ich kann heute noch genau sagen, wie damals die Öffnungszeiten waren und noch besser kann ich mich erinnern, dass ich mich recht schnell auf einen Tag festlegen musste, weil ich, kaum in Besitz des Ausweises, jeden Tag hin bin. Meine Mutter war um mein schulisches Fortkommen besorgt, weil ich lieber in der Bücherei rumhing als Hausaufgaben zu machen.

    Es wurde der FREITAG. Um 14.00 h öffnete die Bücherei, und man musste schon davor da sein, damit man, wenn die Tür öffnete, zügig zum Bücherregal „B“ wie Blyton rennen konnte, und dort hoffentlich schnell genug ein Buch fand, das man von ihr noch nicht gelesen hatte, bevor es einem jemand anders wegschnappte. Danach rannte man zu „H“ wie Hitchcook für die drei ???. Erst dann schaute man, ob man sonst noch irgendwas fand. Danach zu den Comics für Asterix, oder irgendwas anderes.

    Jedes Buch war nur einmal da, die Buchserien waren nie vollständig, die Bücher waren verranzt wie sonst was, mehrfach geklebt. Sowas wie Vorbestellungen gab es nicht. Außerdem durfte man nur DREI Bücher ausleihen. KREISCH. Das heißt, ich lieh mir drei Bücher, las die über das Wochenende, und dann nochmal unter der Woche und Freitag ging es wieder hin zur Bücherei.

    So war das bei mir in den 70ern.

    Eigene Bücher bekam ich geschenkt zu Geburtstag, Ostern, Weihnachten, Namenstag. Unter der Reihe gab es nie was, da war kein Geld für da.

    Hauptsächlich bekam ich Schneiderbücher geschenkt, die waren günstig im Vergleich zu anderen Büchern, besonders als dann die Sammelbände aufkamen. So bin ich bis heute Besitzer von zig Buchserien, zumeist Pferdekrams, das ist so ziemlich das einzige aus meiner Kindheit, von dem ich mich nicht trennen kann. Alles andere ist längst im Müll gelandet. Von meiner Mutter habe ich noch 3 Schneider-Buchserien aus den frühen 50ern: Susi Sausewind, Erika und Anneliese (tatsächlich die Namen meiner Mutter und ihrer Schwester), Gisel und Ursel.

    Ich bin gespannt auf Euren Michael Ende Podcast. Momo hatte ich damals auch aus der Bücherei, und unvergessen ist die „Verfilmung“ bei „Lemmi und die Schmöker“, die kennt Ihr vermutlich nicht, und die Unendliche Geschichte steht sogar noch in meinem Bücherregal, das ist nicht auf dem Speicher.

    Grüße
    Eure Stef

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  10. Kapitel 1

    Hallo Jungs,

    Gerade vor ein paar Tagen habe ich noch gedacht, Bücher wären doch auch ein schönes Thema für die Rückspultaste – und siehe da (oder besser höre da 👂) – da kommt es auch schon. TOLL!!!

    Meine Mutter sagt immer, „wer lesen kann, dem steht die Welt offen.“ Das kann ich nur bestätigen. Mein Bruder und ich, wir konnten schon früh lesen, auf jeden Fall, bevor wir zur Schule kamen. Damals waren sich die Pädagogen uneinig, ob man den Kindern das Lesen mit der Buchtaben- oder mit der Ganzwort-Methode beibringen soll. Wir haben beides benutzt. Der eine (wir wissen nicht mehr wer von uns) hat immer gefragt, wie heißt der Buchstabe und wie heißt der Buchstabe, „und dann habe ich sie zusammengesetzt und dann waren das Wörter“. Der andere hat immer nach dem ganzen Wort gefragt, na ja und irgendwann konnten wir dann lesen. Und wir waren – und sind nach wie vor – große Leseratten und Bücherwürmer.

    Klar haben wir zu Anfang Bilderbücher gehabt. Die Mecki-Bücher hatte ich bereits in meinem Kommentar zur RS 62 „Dachboden, Keller und Garage“ erwähnt. Auch Petzi und Lurchi hatten wir natürlich. „Struwwelpeter“ und „Max und Moritz“ – Klassiker aus den alten Bücherkisten, die in keiner Bibliothek fehlen dürfen, und sei es auch nur wegen der Allgemeinbildung. Ebenfalls dazu zählen Till Eulenspiegel, der Baron Münchhausen und die Schildbürger.
    Ich erinnere mich, dass mein Vater uns zum Einschlafen vorgelesen hat, aber nicht lange. Wir hatten Bücher mit Nacherzählungen von Disney-Filmen. Eines davon war rot und enthielt nur Märchen. Am Ende von „Dornröschen“ streiten sich die Feen darum, ob Prinzessin Auroras Kleid nun himmelblau oder rosa sei sollte. Und so schimmerte das Kleid abwechselnd „mal blau, mal rosa, mal blau, mal rosa…“ Jedes Mal, wenn ich einen Morgen- oder Abendhimmel sehe, wo die Wolken von der auf- oder untergehenden Sonne vor dem blauen Himmel rosa angestrahlt werden, muß ich daran denken… Hach!

    Im Allgemeinen mag ich Märchen, auch heute noch, aber die von HC Andersen kann ich nicht ab. Märchen müssen happy enden, sonst sind es keine Märchen. Der Zinnsoldat, das Mädchen mit den Schwefelhölzern oder die kleine Meerjungfrau – SCHNIEEEEF! Und wenn die Story mal nicht traurig endet, habe ich sie nicht verstanden. Wenn jemand so hyperempfindlich ist, wie die Prinzessin auf der Erbse“, dann braucht er (oder sie) medizinische Hilfe, aber das qualifiziert die Dame noch lange nicht als „echte Prinzessin“.
    Mein Lieblingsmärchen ist „Cinderella“ oder „Aschenputtel“. Es gibt sogar eine Variante der nordamerikanischen Ureinwohner, darin ist der „Prinz“ ein zaubermächtiger Krieger, der jedoch unsichtbar ist. Er wünscht sich natürlich eine Frau, die ihn auch sehen kann, aber bisher hat er keine gefunden. Nur das „Aschenputtel“, das von seinen älteren Schwestern umhergestoßen und ausgenutzt wird, das aber fleißig und gutherzig ist, das kann ihn sehen. Happy End. Leider ging das Buch bei einer Aufräumaktion den Weg alles irdischen und ich habe die Story bisher nirgends wiedergefunden.

    Ich war nie im Kindergarten, aber in der Grundschule hat uns noch die Klassenlehrerin vorgelesen. Ich erinnere mich an „Die kleine Hexe“, „Räuber Hotzenplotz“, „Das Sams“ oder „Die Kinder aus Bullerbü“.

    Von den Märchen bin ich dann zu den Sagen gekommen. Gustav Schwabs „Sagen des klassischen Altertums“, „Deutsche Volks- und Heldensagen“ aus dem Bücherschrank meiner Oma oder die Artussage haben mich immer fasziniert, letztere vor allem in Verbindung mit den alten Ritterfilmen, „Prinz Eisenherz“ oder „Die Ritter der Tafelrunde“. Anstatt zur Fantasy bin ich dann zu historischen Romanen und generell zur Geschichte gekommen. „Ben Hur“ war einer der Filme, die ich als erstes im Kino gesehen habe (natürlich als Wiederaufführung), anschließend habe ich mir das Buch zu Weihnachten gewünscht. „Quo Vadis“ und „Kampf um Rom“ habe ich gelesen. Aber da war ich wohl schon etwas älter. Und am Ende habe ich wieder schnapslange Tränen geheult. Wer die Story kennt, weiß wovon ich rede.

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  11. Kapitel 2

    Woher kamen unsere Bücher? Na ja, auf den üblichen Kanälen: geerbt von Eltern/ Großeltern, geschenkt zu Weihnachten, Geburtstag oder einfach so, und natürlich haben wir die Büchereien rauf und runter gelesen. Hamburg hatte ein relativ dichtes Netz städtischer Bücherhallen. Für uns gab es keine Beschränkungen, ob und wann wir in die Bücherei gingen oder wieviele Bücher wir ausleihen durften. Wir hatten unseren Leserausweis und fertig. Ich wollte sogar mal Bibliothekarin werden, doch leider war der Job nicht gut bezahlt und auf lange Sicht auch nicht sicher. Seit meiner Kindheit haben schon einige Bücherhallen dicht gemacht.

    In der RS 50 Futschikato hatten wir Enid Blyton und die drei??? ja schon angetupft. Mit den Hörspielen bin ich nie warm geworden, denn die Stimmen klangen anders als ich sie beim Lesen in meinem Kopf gehört habe, außerdem fand ich sie teilweise sehr gekünstelt. Besonders Oliver Rohrbeck als Justus mochte ich gar nicht. Sorry.

    Nicht in der Bibliothek vertreten (keine Ahnung warum) waren die „Jungens von Burg Schreckenstein“ von Oliver Hassencamp. Die Serie lief von 1959 bis zum Tod des Autors 1988. Es ging um eine Internatsschule für Jungs, die aus Raumnot auf eine Burg ausgelagert wurde. Die Schüler fühlen sich bald als echte Ritter und haben sich selbst einen Ehrenkodex von Fairness, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft auferlegt, aber sie hecken auch kreative Streiche aus. Mein Lieblingsbuch war „Graf Dracula auf Schreckenstein“, wo eine Filmcrew den Schulalltag durcheinander bringt.

    Ein anderes Buch, das ich gerne gelesen habe, war „Gepäckschein 666“ von Alfred Weidenmann, erschienen 1953. In dem Krimi werden ein Page des Hamburger Luxushotels Atlantic und ein Gast, der Sohn eines amerikanischen Millionärs, in die Ermittlungen zu einem Bankraub verwickelt, als beim Abholen eines Koffers vom Hauptbahnhof der titelgebende Gepäckschein falsch herum gelesen wird.

    Um Himmels Willen! Wer wirft Bücher in eine Mülltonne?! Sakrileg!!! Wenn man sie nicht mehr mag, kann man sie auf dem Flohmarkt verticken, tauschen oder verschenken, aber doch nicht wegschmeißen! Das war bestimmt ein Comic-Hasser.

    Bücher und Fernsehen, das ist auch bei mir ein Thema für sich. Ein weiterer Spruch meiner Mutter lautet: „Beim Lesen sind die Bilder bunter“. Das beschreibt ganz gut das Problem, das Literaturverfilmungen oft haben. Jeder Leser macht sich sein eigenes Bild vom Setting, von den Charakteren oder von der Handlung. Wenn dann die Verfilmung damit nicht übereinstimmt, kann es zu Enttäuschungen kommen, aber auch neue Blickwinkel bieten. Die Winnetou-Filme haben z. B. wenig mit den Romanen zu tun, da war „eine Menge Sand“ drin.

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    • @bridge,
      danke für einige zusätzlicheErinnerungen.

      Burg Schreckenstein war eine Schneider-Serie, die ich nicht selbst hatte, und die es in der Bücherei auch nur als Einzelexemplare gab, von daher kaum Erinnerung.

      Den Gepäckschein 666 hab ich auch gelesen! Das war ein tolles Buch, das hatte ich definitiv mehrfach aus der Bücherei geholt. Hab gegooglet, es gab noch mehr von dem Autor. Zumindest „der Gelbe Handschuh“ ist mir auch noch in Erinnerung.

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  12. Nachdem mein Kommentar vor ein paar Tagen offenbar irgendwo in der Pipeline hängen geblieben ist, hier ein zweiter Versuch. Hoffentlich führt es nicht zu einer Dopplung…

    Lieber Sebastian, lieber Simon,

    vielen Dank für diese tolle Sendung, die auch bei mir viele Erinnerungen hervorgerufen hat – ein paar davon möchte ich an dieser Stelle ergänzend erwähnen…

    Neben der (unvermeidlichen) Raupe Nimmersatt gehört zu meinen frühesten „literarischen“ Eindrücken Willi Wiberg, der es unter allen Umständen vermeiden wollte, seinen Weg ins Bett zu finden. Willi, der heute offenbar ein moderner Klassiker ist, trug als besonderes Erkennungsmerkmal einen unglaublich kratzig aussehenden, braunen Wollpullover.

    Vielleicht, weil mein Vater seit jeher passionierter Modellbahner ist, fuhr auch „Henriette Bimmelbahn“ durch mein Kinderzimmer. Sie stammt vom gleichen Autor wie Timm Thaler.

    Besonders prägend für mich waren die Mäusebücher von Leo Lionni: Immer wenn ich im Kindergarten Bilder gemalt habe, turnten durch die Kulissen mit großer Wahrscheinlichkeit ähnlich stilisierte Mäuse wie jene aus Lionnis Büchern.

    Neben den oben bereits genannten Wimmelbüchern von Ali Mitgutsch (übermannshoch sind die in meiner Erinnerung) hatte ich großen Spaß mit den Aufklappbüchern von Vojtěch Kubašta. Der besondere Clou: Es entfaltete sich nicht nur auf jeder Seite ein dreidimensionales Bild mit wunderschön gestalteten Tierfiguren, sondern durch eine kleine Lasche an der Seite konnte die ganze Szenerie sogar noch in Bewegung versetzt werden. Mind-blowing!

    Mecki wurde mir Ende der 80er auch noch vorgelesen. Die opulent und detailreich gestalteten Bilder gefielen mir als Kind sehr. Konkret erinnere ich mich aber nur an die Reise ins Schlaraffenland. Vermutlich eine der harmloseren Igel-Geschichten.

    Zum Glück nicht ganz so schlecht gealtert wie der olle Mecki ist das wunderschön kitschig illustrierte Buch „Weihnachtsfest im Wichtelland“ von Fritz Baumgarten. Die Zwergengesellschaft dort ist zwar sehr männlich dominiert – aber wenn man darüber hinwegsieht, macht die Kombination aus Versen und Bildern auch heute noch Spaß. Für mich seit Kindertagen ein fester Bestandteil jeder Adventszeit.

    Irgendwann während meiner Grundschulzeit habe ich auf einem Grabbeltisch „Die Abenteuer der Schwarzen Hand“ entdeckt. Eine Sammlung von Detektivgeschichten zum Mitraten, die während der 60er Jahre im Stern erschienen waren. Das Konzept: Jede Doppelseite besteht aus einem Text und einem dazugehörigen Bild, auf dem es dann verdächtige Hinweise zu entdecken gilt.

    Die gemütlichen Kinderbücherei in Lüdenscheid ließ mich sogleich an die alte Stadtbücherei in meiner Heimatstadt Schwelm denken. Besonders gerne habe ich mir dort Ratgeber-Literatur für angehende Zauberkünstler ausgeliehen. Tricks mit Seilen und Tüchern und so. Naja, es war eben die Hochzeit von David Copperfield. Ende der 90er ist der herrliche Altbau leider einem schnöden Wohnhaus gewichen. Die Bücherei musste umziehen und fristet seither ihr Dasein in einer ehemaligen Aldi-Filiale…

    Viele Grüße
    Jens

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  13. Kapitel 3

    Thema Astrid Lindgren: „Nils Karlsson-Däumling“ fand ich entzückend. Die Geschichte handelt von der Freundschaft des Jungen Bertil mit dem Däumling Nils, der in einem Mauseloch unter seinem Bett wohnt. Mit Hilfe eines Zauberspruchs kann sich Bertil klein und wieder groß machen, um Nils zu besuchen, ihn mit Lebensmitteln zu versorgen und ihm mit Puppenhausmöbeln seine Wohnung einzurichten.
    In die gleiche Richtung geht auch „Der kleine Mann“ und die Fortsetzung „Der kleine Mann und die kleine Miss“ von Erich Kästner. Der nur fünf Zentimeter große Mäxchen Pichelsteiner wohnt bei dem Zirkuszauberer Prof. Jokus von Pokus in einer Streichholzschachtel. Im zweiten Buch findet er sogar eine Freundin in passender Größe. Natürlich zählen auch „Emil und die Detektive“, „Das doppelte Lottchen“ und „Das fliegende Klassenzimmer“ zu unserem Kanon.

    Eine Science-Fiction-Geschichte, die ich gerne gelesen habe, ist „Abenteuer in der Vollmondnacht“ und die Fortsetzung „Der geheimnisvolle Graf“ (1977/79) von Johanna von Koczian, die sonst besser als Schauspielerin und Sängerin bekannt ist („Das bißchen Haushalt…“). Es ist eine Zeitreise-Story über zwei Jungs, einer aus der Zukunft und einer aus dem 20. Jahrhundert, die historische Persönlichkeiten treffen, von Mozart bis Sokrates und sogar den geheimnisvollen Grafen von Saint Germain, auch bekannt als Cagliostro. Die Idee erinnert ein wenig an „Robbi, Tobbi und das Fliewatüt“. Daraus hat das Fernsehen dann die Serie „Unterwegs nach Atlantis“ gemacht, die allerdings mit den Romanen wenig bis gar nichts zu tun hat.

    Wenn es euch beruhigt: Mir geht es genauso wie euch, ich mochte auch nie die sog. Jugendbücher lesen, und wenn sie noch so preisgekrönt sind. Ich lese aus zwei Gründen: Um mich zu unterhalten und um etwas zu lernen (dabei schließt das eine das andere nicht aus – im Gegenteil.) Wenn aber die Story eines Buches den tristen Alltag erzählt, dann unterhält mich das nicht und was soll ich daraus lernen?

    A propos lernen: irgendwie scheint mir, als wären die Sachbücher in eurem Gespräch ein wenig untergegangen, oder irre ich mich?
    Spontan erinnere ich mich noch an „Erklär mir das Meer“ und „Das große Buch der Entdeckungen“ von den Handelsexpeditionen der Pharaonin Hatschepsut bis zum Wettlauf zum Südpol. Außerdem „Der Schatzsucher“, die Lebensgeschichte des Troja-Entdeckers Schliemann als Schneider-Buch. Was besonders nerdig war: Ich habe gerne in Lexika geblättert, z. B. im Opern- und Operettenführer. Vielleicht bin ich deswegen bei der Quizshow „Erkennen Sie die Melodie?“ immer so gut mitgekommen.

    Von Ali Mitgutsch hatten wir „Rund ums Rad“, die Geschichte von der Erfindung des Rades bis hin zu Eisenbahn und Automobil. War echt witzig.

    Ich habe in meinem Archiv auch ein Kinderkochbuch gefunden, allerdings wohl nicht das, was Sebastian meint: Das „Comic-Kochbuch – Heiße und kalte Tips für Kochkönige und Katastrophenköche“ von Hansjörg und Evi Langenfass, erschienen 1979 bei rororo. Ich habe nie etwas daraus gekocht, aber es hat Spaß gemacht durchzublättern.

    Der Herr der Ringe ist ein Buch, an dem ich im ersten Anlauf, so mit 13/14, gescheitert bin. Das war so abgehoben, da kam meine Fantasie nicht mehr mit. Erst als die Filme von Peter Jackson rausgekommen sind, habe ich es noch mal versucht – mit Mitte 30.

    So, das war’s nun aber wirklich. Auf Michael Ende bin ich schon sehr gespannt.
    Und jetzt schlaft gut, träumt schön von Rundstück und gebt mir morgen ein ab.

    Eure Bridge

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    • @bridge,
      und auch hier nochmal danke.
      Erich Kästner Bücher sind schön zu lesen.
      Der Kleine Mann, sowie der kleine Mann und die kleine Miss, ebenso wie das doppelte Lottchen hab ich noch zuhause liegen.

      Johanna von Koczian Buch hab ich tatsächlich auch gelesen, da hatte eine Freundin, ich weiß noch, dass wir das komisch fanden, dass sie singt, und Jugendbücher schreibt.

      HdR hab ich auch mit 14 gelesen, da ist man ja kein Kind mehr. Eines der wenigen Bücher, dass ich mir habe nach geliehenem Lesen habe extra schenken lassen (teuer), das war über lange Jahre wie ein „Heiliger Gral“, musste 1 x im Jahr gelesen werden. Als Peter Jackson es verfilmte, war das wie eine zusätzliche Offenbarung, erst recht für „Pferdemädels“ (Team Rohan). Aber wie gesagt, das ist ja nicht das Thema…

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  14. Hallo ihr Zwei!

    Keine Ahnung, ob es in den Kommentaren schon jemand bekräftigt hat, aber ich kann Sebastians Gedanken zu den „übersprungenden“ Jugendbüchern sehr gut nachvollziehen. Ich habe mich auch gefühlt sehr lange mit eher „kindlicheren“ Büchern beschäftigt (bei den Detektivfolien musste ich an mein „Kommissar Kugelblitz“-Buch denken, dass ich an einem Tag komplett durchlas und jeden Fall knackte), bis dann ohne Umweg über die klassische Jugendliteratur die eher erwachsenen Romane Einzug hielten. Ich darf „Jurassic Park“ nicht sehen, weil der Film ab 12 ist, ich aber noch elf Jahre alt bin? Lese ich halt das Buch, dass, wenn es so verfilmt geworden wäre, ab 18 gewesen wäre …

    Vielleicht hat da auch die Schule etwas kaputt gemacht. Denn mit stinkend-didaktischen Langeweilern wie „Rolltreppe abwärts“ dachte ich mir: „Wenn das Jugendliteratur ist, dass lese ich doch lieber gleich Dean Koontz und Douglas Adams.“

    Ich habe irgendwann ja auch die pulpigen Science-Fiction-Geschichten in den Terra-Romanheften geliebt. Vielleicht kennt ihr die ja auch und sie kommen in der Jugendfolge vor, auf die ich mich jetzt schon wie ein Schneekönig freue, denn ich denke, ich werden gruselig viele Parallelen erkennen. Diesen Effekt hatte ich auf jeden Fall bei dieser Folge auch mal wieder.

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  15. Pingback: 074: Michael Ende I – Von Lummerland bis ins Amphitheater | Die Rückspultaste

  16. Sorry, bin wie immer etwas spät mit meinem Kommentar, aber da ich gerade Urlaub habe, konnte ich diese wunderbare Folge noch schnell vor der „Michael-Ende-Episode“ heute hören! Wie schön, dass ihr bei mir herrliche frühe Erinnerungen an Buchläden, Kioske und Stadtbüchereien triggern konntet. Vielen Dank dafür.
    An meine allerersten Bücher kann ich mich noch sehr gut erinnern. Und vorallem, wie unglaublich stolz ich war, als ich zum ersten Mal ein „Schneiderbuch“ in Schreibschrift (so etwas gab es damals in den Siebzigern!) ganz alleine fertiggelesen hatte!!! Es trug den Titel: „Der verzauberte Regenschirm“. Nicht wirklich packend, aber kulturtechnisch für einen Fünfjährigen wie die Mondlandung.
    Man zweites, selbstgelesenes Schneiderbuch war das wesentlich spannendere „Geheimformel 103: Das Geheimnis der Gedankenleser“ von Dimiter Inkiow – ein wahrer Genre-Mix aus Sci-Fi und Agentenkrimi. Diese Genres sollten mich mein ganzes weiteres Leben lang prägen : ).
    Meine ersten Siebzigerjahre-Leseerfahrungen waren vom Interesse stark durchs Fernsehen geprägt: Jacques Costeau, Raumschiff Enterprise, die Muppets, die Sesamstrasse und Walt Disney. Folglich liebte ich alle Bücher (vor allem Sachbücher mit vielen Illustrationen), die irgendwie mit Unterwasser, Astronauten oder Tieren zu tun hatten. Im Prinzip also ziemlich typisch für diese Dekade.
    Zu meinen liebsten vorgelesenen Büchern gehörte die Romanfassung von „Krieg der Sterne“ (ein Goldmann-Taschenbuch, das etwas später durch ein vollständiges Panini-Klebebild-Album ergänzt wurde), in dem auch unfassbar gruselige Bilder enthalten waren, wie das von dem „Sandmann“ (den wir als Kenner heutzutage als „Tusken Raider“ bezeichnen). Boah, was habe ich damals für Alpträume von dem gehabt! Und wenn meine Oma Sophie aus Unkenntnis davon sprach, gleich käme der „Sandmann“, war ich so schnell unter der Decke, wie kein Kind aus der Nachbarschaft jemals zuvor. Das Buch durfte natürlich in der Nacht nicht in meinem Zimmer sein. Meine Eltern mussten es im Wohnzimmer an einem sicheren Ort verwahren! Bilder könnten ja eventuell lebendig werden… Na ja, der Grundstein für eine lebenslange Faszination für STAR WARS wurde trotzdem gelegt. Nicht zuletzt durch die etwas später erhältlichen Kenner-Figuren (meine ersten waren der Jawa und R2-D2, die ich auch im Buch sehr verehrte)! Da ging es dann so richtig los!
    STAR TREK war jedoch meine allererste Sci-Fi-Faszination, für mich schon als Dreijähriger bekannt als die Serie mit „der grünen Hand im Weltall“ (ihr wisst bestimmt, aus welcher Folge das Motiv stammt), die mir damals auch echt Angst gemacht hatte.

    Als drittes, reines Buch- „Franchise“ mit Astronauten und Weltall schlug dann bei mir „Commander Perkins“ von H.G. Francis ein (auch als H.G. Francisco bekannt – Commander…cisco, hmmmh,fällt mir jetzt erst auf). Diese Bücher, ebenfalls wie eure „Pizza-Bande“ im Schneider-Verlag erschienen, hatten dermaßen ikonische Bilder, die ich bestimmt auch stundenlang betrachtet habe. Sehr bunt, fast psychedelische Gestaltungen in starken Farben, fast so ikonisch wie Aiga Raschs ???-Titelbilder. Da gab es einen wirklich gut designten, grünen Roboter,der „Camiel“ hieß: im Spiel mit meiner geliebten hexagonalen Playmobil-Raumstation musste für ihn C-3PO herhalten! Irgendwie hatte man ja als Kind oft das unbändige Bedürfnis, gelesene Geschichten nachzustellen, zu inszenieren. Kennt ihr das auch noch? Damals las ich einen solchen Perkins-„Roman“ über eine Woche lang, immer vor dem Schlafengehen – manchmal mit Taschenlampe unter der Decke, was die Eltern natürlich nie durchschauten! ; ). Wenn man diese in Großdruck verlegten Bände heute liest, ist man in zwanzig Minuten ganz schnell durch…
    Bei den Schneider-Büchern gab es auch ganz vorne die Option, seinen Namen in ein dafür gestaltetes Rechteck zu schreiben. Das musste natürlich sofort nach Erhalt des Buches geschehen – und war immer ein ganz wichtiges Ritual. Da ich mich von vielen meiner Bücher bis heute nicht trennen wollte, kann man daran wunderbar seine eigene „Evolution von Handschrift und Schreibfähigkeit“ nachvollziehen.

    Übrigens fand ich Sebastians Erläuterungen über die „Mummins“ total interessant, denn für meine jüngere Schwester waren diese Bücher auch sehr wichtig. Für mich waren das einfach nur „komische Nilpferde ohne Mund, dafür mit einer kleinen Hexe“ gewesen. Durch diesen Podcast konnte ich eine ignorante Wissenslücke schließen – und gleichzeitig eine Geschenkidee für meine kleine Nichte finden!
    Freue mich jetzt schon auf Michael Ende und eines meiner späteren 80er-Lieblingsbücher: MOMO!

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  17. Hallo und danke für die schöne Folge, die ich noch zu hören hatte und die FedCon-Fahrten sehr gut dafür nutzen konnte. 🙂
    Ich war keine Leseratte und bin immer fasziniert von anderen darüber zu hören.
    Spannend fand ich mit welchen Schrecken ich an die Schul-Lektürehefte dachte, war immer die größte Strafe für mich, wenn so ein Stapel reingetragen wurde.
    Jetzt habe ich aber erstmal eine Denkaufgabe, die roten Lupen, um sich detektivisch zu betätigen, hatte ich auch in irgendeinem Kontext. Muss dem mal nachgehen…

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  18. Hallo zusammen,

    ich will es hier eigentlich nur ganz kurz machen, da ja doch schon fast alles, was ich erwähnen wollte schon gesagt wurde.

    Aber trotz allem, möchte ich hier etwas hinzufügen, da Sebastian ja in der Folge meinte, dass es hier so eine Art virtuelles Kinderbuchregal der 70er/80er entstehen könnte und da muss ich natürlich zwingend eines meiner ( noch ungenannten Kinderbücher) hier anbringen :

    Die Qualze und ihre sieben Brüder von Helga Weymar mit den wunderbaren Tripp Illustrationen, der auch schon die Bücher von Preußler illustriert hatte.

    Das war es dann auch schon, aber doch noch eine kleine Ergänzung: Von Charlotte Roth ist eine tolle Romanbiografie zu Michael Ende erschienen und über Preußler ist der erste Teil einer mehrbändigen Biografie erschienen, die extrem empfehlenswert ist…nur so 

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