025: Von Wählscheibe bis www

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Diese Folge herunterzuladen könnte länger dauern, falls ihr die vorsintflutliche Technologie benutzt, um die es diesmal geht. In unserer Kindheit nannten sich Telefone FeTAp (oder sahen aus wie Micky Maus) und waren außer zum Telefonieren für nichts zu gebrauchen. Nur überaus wichtige Geschäftsleute benutzten Mobiltelefone und Ommas neuer Fernseher mit Videotext faszinierte uns. Während das heutige Informationszeitalter zunächst wie pure Science Fiction schien, unternahmen wir bald erste Fahrversuche auf der digitalen Autobahn.

Christian, Jan und Sebastian nehmen im Impulswahlverfahren mit euch Kontakt auf und plauschen so ausgiebig über Telekommunikation und Fernmeldewesen, daß sie mindestens zwanzig Mal die Acht-Minuten-Sanduhr umdrehen müssen.

7 Gedanken zu “025: Von Wählscheibe bis www

  1. Ich halte das Telefon inzwischen meist auch intuitiv nicht mehr an den Kopf, sondern vor mich (allerdings mit Kopfhörern). Ist doch die normale Smartphone-Haltung und auch viel praktischer, wenn man z.B. zwischendurch etwas auf dem Ding nachschauen will oder in Service-Hotlines Tasten eingeben muss. Und dann gibt es auch noch Menschen, die sich Sorgen um die Strahlung dieser Dinger machen und es sich deswegen nicht lange nah an den Kopf halten möchten.

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  2. Hallo Jan,
    das war wieder ein schöner Podcast.
    Meine Erinnerungen dazu:
    Wir hatten zuhause das graue Wahlscheibentelefon, das bekamen wir, als unser Haus fertig gebaut war, 1972. Es stand – natürlich – im sehr kalten Flur, auf einem Heizungs-„Fensterbrett“. Am Telefon meldete man sich als Kind selbstverständlich mit Vor- und Nachnamen, und natürlich wurde nach 20 Uhr nicht mehr telefoniert. Wir hatten kein „Zubehör“. Diese Register hab ich bei anderen auch gesehen und fand die todschick, und ich hätte so gerne ein automatisches Kabelaufwickeldingens gehabt. Das Kabel vom Telefon wurde bei uns profan um den Heizungsthermostat gewickelt .
    Andere Geräte:
    Ich habe 1982 mit der Lehre zum Speditionskaufmann begonnen. Dort entwickelte ich mich zum sehr flinken 10-Finger-Schreiber, denn die vielen Avise der Sammelgut-LKW, die man nach Verladung in den Telex hacken musste an die Empfangsspedition, hätten sonst ewig gedauert. Wir hatten 2 Geräte, einen sogenannten Vorschreiber, der war nicht ans Netz angeschlossen, da tippte man nur den gelben Lochstreifen, und am anderen Gerät ließ man den streifen dann durchrattern. Wer wirklich gut schrieb, konnte auch direkt in den telex reinschreiben, man konnte halt keine Tippfehler verbessern, so wie beim Lochstreifen. Den Lochstreifen konnte man zurückschieben und dann quasi aus-Nullen. Wenn man anfing zu schreiben, hat man auch erst immer ein paar „Nullen“ fabriziert, die braucht man, um den Lochstreifen zu befestigen. Das Vorschreibgerät hatte eine gespaltete Leertaste, rechts für Buchstaben, und wenn man Zahlen schreiben wollte, musste man die linke Leertaste tippen, und für zurück zu buchstaben erneut die rechte.
    Der Telex war auch als Chat zu benutzen, man konnte damit klingeln, und an der anderen Seite konnte dann derjenige, der es hörte, antworten.
    Ca. 1986 bekamen wir den ersten Fax, der war anfangs nur für wichtige dokumente reserviert.
    Service-Nummern:
    Ich hatte viel mit der Binnenschifffahrt zu tun, und um aktuelle Pegelstände zu bekommen, gab es auch eine Nummer hierfür, das war ein Endlosband! Die für uns relevanten Stände waren die für den Oberrhein, bzw. bei Niedrigwasser nur der von Kaub. Ihr habt keine Ahnung, wie lange das Band war, weil es ziemlich viele Pegelstände gibt, und man musste warten, bis der richtige kam, und den dann mitschreiben.
    Handy:
    1991 hatten wir eine Mieterin, die war Tierärztin, und besaß für den Notdienst ein kofferähnliches Mobiltelefon. Das könnte noch C-Netz gewesen sein.
    Mein erstes ca. 1999, ich glaube, ein Motorola, wir haben Pferde, das Ding hat sich schnell als praktisch erwiesen. Erstes smartphone ca. 2011, HTC.

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  3. Hallo Jungs,ich,Jahrgang ’81 in der DDR hatte als Kind keinen Festnetzanschluss. Dafür aber unser Nachbar,ein Kriegsversehrter mit nur einem Arm. Auf seinem Apparat erfuhr mein Vater auch von meiner Geburt. Ich hatte in unserem Haus ein Kinderzimmer unterm Dach auf dem Speicher. Dort hatte ich einen eigenen Anschluss,das Gegenstück stand bei meinen Eltern im Wohnzimmer. Also ein Haustelefon, das zum Wecken und ähnlichen pädagogischen Maßnahmen mittelbar benutzt wurde. Nach der Wende hatten wir gleich einen eigenen Festnetzanschluss und da mein Vater ziemlich technikaffin war und ist hatte ich auch ziemlich schnell ein Handy; und zwar das Nokia NHK irgendwas,welches in dem eplus Starterset damals drin war. Dolles Ding und so neckisch türkis!!! Ach,und eins noch:@ Christian: ich besitze und benutze meine Bauchtasche regelmäßig auf diversen Backpackerurlauben und glaube nicht,dass ich besonders peinlich oder doof damit aussehe. Nix für Ungut. Wie immer,tolle Folge!!
    @CoriFloh

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  4. Hi Jungs,

    das war wieder eine echt schöne Folge. Vor allem als zum Schluss ein ehemaliger Schulleiter mit Informatikbezug erwähnt wurde. Ich bin Jahrgang Abi ’91 auf der selben Schule gewesen und habe eben diese Person noch live erlebt und auch Pascal in Informatik machen dürfen. Nach einem halben Jahr habe ich damit jedoch aufgehört. Ansonsten ist meine Geschichte der Telekommunikation ähnlich Eurer. Ein Thema, das Anfang der 90er durchaus relevant war, waren die Anrufbeantworter. Wer einen hatte, war der King. Ich hatte dann sogar die Möglichkeit der Fernabfrage, was nochmal ein Extra-Feature gewesen ist.

    Hier ist noch ein Spruch meines Vaters, wenn ich mal wieder zu lange (seiner Meinung nach) das Familientelefon blockierte: „Das Telefon dient zur kurzen Übermittlung mündlicher Nachrichten!“

    Macht weiter so. Eure Sendungen sind mir ans Herz gewachsen.

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  5. Ja, so war das. Auch bei uns gab es früher das graue Wählscheibentelephon mit Mietzahlung an die Post. Wir hatten sogar zwei an der einen Leitung und konnten mithören oder zu zweit in einem Gespräch teilnehmen – mein Vater ist ein erfindungsreicher Tüftler. Hat also die Situation geschaffen, wie ihr meintet, sie wäre nicht möglich. Ich hörte zu gerne von dem zweiten Telephon mit, meine Mum unterband das nur leider meistens. Das Hörer abnehmen und vielleicht auch das Atmen war einfach zu hören. Egal wie ich es versuchte zu optimieren. Ich bekam eingetrichtert, sollte mal jemand von der Post klingeln, dass wir nur EINEN Apparat haben. Es klingelte nie jemand. Und mal ehrlich, wir hatten ja auch nur eine Leitung, der zweite Apparat war einfach den Großeltern über. Sollte dadurch die Post einen Schaden bekommen haben, was ich nicht glaube, hat es sich die Telekom eh zahlen lassen – dazu später.

    Glaube es war 2001, als ich online ging, mit der gleichen Analogleitung wie gehabt. War ich mit dem Modem (das Geräusch habt ihr gut nachgemacht) online, es wurde minütlich abgerechnet und die Leitung war besetzt. Ich verbrachte die erste Zeit damit, Seiten zu laden und dann offline zu lesen, etwas dazu in Word zu schreiben und dann wieder online, zu posten oder zu mailen.
    In der Schule waren wir einmal online und bekamen die Alta Vista-Suchen erklärt. Als ich dann zuhause online ging, nannte sich meine erste „aus Spaß“ Yahoo-Suche „Star Trek“. Ich war erschlagen von den Ergebnissen und beschloss oben anzufangen. Ich habe nie auch nur das zweite Suchergebnis angeklickt. Die erste Seite wurde für Jahre meine Onlineheimat und bald zahlte ich die entsprechende Position auf der Telphonrechnung selbst…

    Als ISDN und eine Flatrate meiner Meinung nach nicht mehr umgänglich war und ich meine Eltern beruhigte, dass sie die Nummer behalten können, beschäftigte ich mich erstmals genauer mit der Telphonrechnung. Wir zahlten auch noch ordentlich in den Nullerjahren MIETE für eine KLINGEL und einen bordeauxroten Tastenapparat, was beides seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wurde. Und die Krönung, die Telekom weigerte sich die Postionen von der Rechnung zu nehmen. Das wären vorhandene Leistungen. Als ich anbot, sowohl den noch auf dem Dachboden vorhandnen Apparat und wenn sie darauf bestehen würden, irgendeine Klingel zu schicken, damit sie es löschen, schwang es um. Interessanterweise funktioniert das… Probleme? Mit einer nicht zuzuordnenden Überweisung oder einem Paket mit unbrauchbarem drohen. Wir leben in interessanten Zeiten.

    Kurz zum Telegramm, was ich nie erlebte… meine Oma war regelrecht von die Idee ein Telegramm zu bekommen traumatisiert. Für sie hieß es in Prä-Telephonzeiten, dass jemand gestorben war.

    Haustelefone hatten wir auch, vor allem zu meinen mehrere Häuser weiter wohnenden Großeltern. Mein Paps hat das mit der Reichweite irgendwie gedeichselte.
    Mein Opa war ein toller Typ, wir waren ein Dreamteam. Zusammen machten wir auch Telephonstreiche. Ich wählte nach Wunsch und er sagte stop – heute ist klar, es sollte ein Ortsgespräch bleiben. Vor der Rufnummernerkennung ein großer Spaß zu schauen ob man jemanden erreicht und wie er/sie sich meldet. – Ich war noch sehr klein und mein Opa schon recht alt, man sehe uns das nach.

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    • PS. Heute verwende ich übrigens ein schwarzes W48, bei dem Gesprächspartner mich in Australien wähnen – müsste wohl mal aufgeschraubt werden. Es hängt an einer Adapter- und Verlängerungskombi, damit es im Wohnzimmer stehen kann. Damit ich auch mobil in der Wohnung bin, bleibe ich der Idee eines Zweitapparats auch bei mir treu. An der gleichen Nummer hängt ein Telephon, das ich die weiße Urenkelin des W48 nenne. 📞

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  6. Später Kommentar zu dieser Rückspultasten-Folge, weil später Hörer. Hab erst im vorigen Jahr (2019) diesen Podcast entdeckt und höre mich von Folge 1 an so durch. Manche Folgen, wenn sie weitab von meinem eigenen „Damals“ sind, im Zeitraffer, andere intensiv von Anfang bis Ende, wie diese Folge hier.
    Warum ich mich dazu melde, ist, dass mir in der Beschreibung vom Telefon zum Internet eine Lücke aufgefallen ist, die wahrscheinlich außerhalb eurer Wahrnehmung liegt. Schon seit den 80ern, also lange vor dem Internet, als der Weg von analog zu digital noch Akustikkoppler hieß, gab es nämlich noch die sogenannten Bullet Board Systems (BBS), welche der Grund für mein erstes Modem waren (9600 Baud – heute undenkbar langsam). Man rief dabei mit einer systemeigenen Wählroutine mit dem Modem (später auch mit einer ISDN-Karte) direkt einen anderen Computer an, auf dem eine Serversoftware lief und ein Programm aufrief, welches im ebenfalls Windows eigenen Terminalprogramm dargestellt und von da bedient werden konnte. Also nix mit Browser und so. Man hatte dort eine Art elektronisches schwarzes Brett vor sich, an dem man Neues zu bestimmten Themen lesen konnte und in den späten 90ern mit schnelleren Modems auch gaanz kleine Sachen herunterladen konnte. Das beste war aber ein bereits integriertes Mailsystem, womit man andere – so man die Mailadresse kannte – anschreiben und auch quasi etwas ans „schwarze Brett“ schreiben bzw. darauf antworten konnte. Um verschiedene BBS in Sachen Mailsystem kompatibel zu halten gab es übergreifende Mail-Standard-Netze: das FIDO-Netz, das Maus-Netz, das Z(erberus)-Netz und auch Gateways, die den Mailtransfer zwischen den Netzen ermöglichten. Das Ganze funktionierte ausschließlich über private PCs (manches waren sicher auch Computer in Büroräumen von Unis oder ähnlichen Einrichtungen), die zu diesem Zwecke angeschaltet und anrufbar sein mussten. Oft gab es daher bei den Rufnummern, die über Listen weitergegeben wurden, Tageszeiten, in denen man diese Rufnummern verwenden konnte. Und natürlich waren die meisten dieser Computer, wenn sie angerufen und daher mit einem anderen Computer verbunden waren, für diesen Zeitraum nicht mehr erreichbar für andere (einige wenige hatte mehrere Ports und Rufnummern). Wegen dieser Technik konnte es auch schon mal ein oder zwei Tage dauern, bevor eine Mail letztendlich den Empfänger erreichte. Aber hey – es war die Zukunft und schon ein internationales Netzwerk vor dem Internet. Eine ISDN-Karte (und Vertrag) wanderte übrigens deshalb in meinen Computer, weil die Telekom einen Tarif hatte, mit dem man nur via ISDN am Sonntag kostenlos (oder zum Ortstarif, das weiß ich nicht mehr genau, aber ich nach meiner Erinnerung kostenlos), deutschlandweit telefonieren konnte. Und einen anderen Computer anrufen, war in dem Sinne ein Telefongespräch.
    Zum Internet kam ich dann ganz anders als ihr, nämlich über eine der in jeden Briefkasten flatternden kostenlosen AOL-CDs.
    Aber wie auch immer – in den 90ern und noch Anfang der 2000er war online ein minutengetakteter teurer Luxus und zu eigentlich nichts anderem gut, als der Befriedung der eigenen, digital affinen Neugier. 🙂
    ISDN wird übrigens in diesem Jahr abgeschaltet. Nun hat man nur noch IPs und kann nicht mehr via Telefonleitung einen anderen Computer direkt anrufen. Alles nur noch über zwischengeschaltete Provider. Eine Ära geht zu Ende.
    Ach ja – Telefonnummern: Auch diese Ära ist im Digitalzeitalter eigentlich zu Ende, denn die heutigen sind quasi ein Fake. Nicht mehr notwendig. Nur ein Zugeständnis an Gewohnheiten. Es werden heut nicht mehr echt Nummern gewählt wie das mit Wählscheibe noch technisch notwendig war. Nur deshalb nimmt man noch Zahlen. Es gingen auch Namen, wenn sie einmalig sind. Oder kryptische Zahlen-Buchstaben-Kombinationen, solange sie einem Gerät eindeutig zuzuordnen sind. Völlig egal. Da sich heutzutage sowieso niemand mehr Telefonnummern merkt, ändert sich das vielleicht mal dahingehend, dass die Geräte ihre Identifikation senden, ohne dass dahinter eine für den Nutzer erkennbare „Telefonnummer“ ist. Oder es gibt eine persönliche digitale Nutzer ID für alle Geräte, mit der man sich automatisch identifiziert. Damit wäre es völlig egal, welches Gerät man benutzt. Inhalte und Kontakte sind eh alle in der Cloud. Aber das gehört eher in die „Vorspultaste“, denn hierher. 🙂

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