021: 1982

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Zum Jahresende häufen sich im Fernsehen die Rückblicke. „Das können wir auch!“ dachten sich Christian und Sebastian. Aber die Rückspultaste wäre nicht die Rückspultaste, wenn es um das Jahr 2017 ginge. Stattdessen springen die beiden 35 Jahre zurück in ihre frühe Kindheit und durchleben im Gespräch nochmal das Jahr 1982. Chronologisch, versteht sich. In diesem Kaleidoskop drehen sich weltpolitische und nationale Paukenschläge zusammen mit Popkultur, Kuriositäten und Lokalnachrichten aus unserer Lüdenscheider Heimat und zeigen darin das Gesamtbild eines widersprüchlichen Jahres, das gleichermaßen von Existenzangst wie von Zukunftsoptimismus geprägt war.

Kommt mit in das Jahr von He-Man, Helmut Kohl und Heimcomputern.

2 Gedanken zu “021: 1982

  1. Sehr schöne Folge, die ich sehr gerne gehört habe.

    Ich glaube, dass die RAF zumindest ganz am Anfang über einen etwas größeren Rückhalt verfügte als Ihr es darstellt. Ich habe mich damit aber auch länger nicht beschäftigt und kann mich irren.

    Jedenfalls bin ich gespannt auf die Überblicke zu den auf 1982 folgenden Jahren.

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  2. Aaach, war das schön!

    1982 war auch für mich ein ganz besonderes Jahr, denn ich bin im zarten Alter von 21 Jahren zum ersten Mal geflogen! Nach dem Abitur habe ich gearbeitet in einer Bremer Kaffeerösterei (einmal darf jeder raten wie die hieß) und mit Wechsel- und Wochenendschichten mir eine Reise nach San Francisco gegönnt, was beim damaligen Wechselkurs von 2,50 DM für einen USD richtig teuer war. Das Flugticket kostete 1.700 DM. Am 11. 06. 1982 ging es los, mit Northwest Orient Airlines von Hamburg über London Gatwick und Minneapolis St Paul. Die Flüge warem schon ein Abenteuer auf Boeing 747 von Northwest Orient Airlines.

    San Francisco! Was für eine Stadt. Wir hatten einen Gastgeber gefunden, der uns für sehr geringen Obolus bei sich wohnen ließ, weil er Europafan war. Am 27. Juni war Gay Day und auf einem tollen Paradewagen sahen wir „The Two Tons“, später bekannt als „Weather Girls“ (It’s raining men). Die Stimmung war sensationell, und wenn wir heute wissen, dass sie es ab 1983 nicht mehr war wegen der HIV-Krise, dann war es ein perfektes Timing. Yosemite, Las Vegas, Grand Canyon, das alles hat tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Fünf Wochen lang. Danach war ich im USA-Hype.

    Ja, die Emoticons! Was habe ich über Sebastians Ausführungen gejubelt! Ich finde die inflationäre Anwendung dieser Grinsefratzen auch so schrecklich. Je schlechter die Sprachkompetenz, desto ausgeprägter die Bildsprache. Zurück zur Höhlenmalerei, in eine Zeit, da es noch keine Schrift gab? Als mein Arbeitgeber die Smileys auch in internen Intranetforen einführte, hat es mich nur gegruselt. Und wie sehen die Foren jetzt aus? Einer nörgelt was Sinnloses vor sich hin, und dann folgen 150 öde Daumen-Hoch-Smileys. Weil man ja Wörter wie „Das sehe ich genau so“ keinem mehr zumuten kann…

    EPCOT! Das hat auch mich begeistert. 1992 war es soweit, ziemlich genau 10 Jahre nach dem „ersten Mal“. Anfang September ging es nach Miami, und wir hatten einen irren Trip geplant. Mit dem Mietwagen entlang der Golfküste bis New Orleans, den Mississippi hoch bis St. Louis, durch die Prärie bis Denver, dann zum Devil’s Tower in Wyoming (Close Encounters…), Mt. Rushmore, Yellowstone, Reno, San Francisco, Los Angeles. In 5 Wochen. Ab dem Bundesstaat Mississippi begann man unser Florida-Kennzeichen zu bestaunen. „You drove all the way…?“ Und „Five weeks! How much vacation do you have?“

    Nach unserer Ankunft in Florida bot sich ein entsetzliches Bild. Hurricane Andrew war gerade durch, unser gebuchtes Hotel lag in Trümmern, wir fanden zum Glück schnell eine andere Unterkunft. In Miami gab es Night Curfew, nix wie weg. Danach waren wir in Orlando und ich sah EPCOT zum ersten Mal. War das aufregend.

    Universe of Energy mit Ellen DeGeneres und Jamie Lee Curtis, Genial, auch wenn die Animatroniksaurier etwas albern waren, aber ein ganze Kino das durch Erlebnislandschaften rollt, schon irre. Der silberne Golfball Spaceship Earth war übrigens eine Historie der Kommuniaktion. Von Keilschrift bis Satelliten. Ganz oben schwebte man durchs All und schaute auf den Erdball hinab. Vor drei oder vier Jahren war ich mal wieder da, man hat es nicht verändert.

    Es war wirklich Retrofuturismus, architektonisch oder nur durch den Glauben an die technische Beherrschbarkeit unserer Welt. Dennoch schaffte es Disney mit seiner Illusionsfabrik ein Wohlbefinden zu schaffen und das abendliche Feuerwerk über dem See löste wohlige Schauer aus. Entertainment können sie wirklich!

    Einer der tollsten Revuefilme stammt von 1982, auch wenn Filmstart bei uns am 7.1.1983 war: Victor / Victoria!

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