020: Von A bis Z, von Eins bis Hundert

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In den Achtzigern, lange vor Harald Schmidt und Manuel Andrack, gab es ein TV-Traumpaar, das uns alle begeisterte: Der frech-charismatische Moderator Spencer und sein sympathisch-trotteliger Sidekick Elvis. Ihr wißt schon, der mit den Kakteen und dem Einwohnermeldeamt. Und die ganzen restlichen Dorfbewohner. Was wie der sperrige Versuch einer deutschen Sesamstraße begann, entwickelte sich bald zum Publikumsliebling weit über das Sendegebiet des NDR hinaus. Oberflächlich respektlos-witzig, doch bei näherem Hinsehen voll feinsinniger Anarchie und liebevoll verschrobener Charaktere.

Simon und Sebastian spazieren gemütlich durchs Runddorf und blicken in alle Behausungen, machen aber auch vor metatextuellen Umwegen und dem fernen Stern Andromeda nicht Halt.

7 Gedanken zu “020: Von A bis Z, von Eins bis Hundert

  1. Wieder einmal eine tolle, informative und sehr unterhaltsame Sendung, aber wem sage ich das?

    Einzig die unendliche Traumatisierung, die Nero auslösen konnte, kam zu kurz. Oder ging es nur mir so? Geboren 1984, alte Folgen in der Wiederholung? Bin ich der Einzige, dem auch heute noch ein gewisser Schauer über den Rücken läuft, wenn er Nero sieht und als Kind immer hoffte, er würde nicht nochmal auftauchen (er kam ja im späteren Vorspann mit den Portraits als Zeichnung vor)? Nein? Ja? Nun gut.

    Unendlich enttäuschend fand ich es auch immer, wenn nur ein Märchen von Spencer vorgelesen wurde, dass dann von Standbildern illustriert wurde. Da freute man sich auf eine neue Folge und dann sowas.

    Ansonsten habe ich erstaunlich wenig konkrete Erinnerungen an die Folgen, sondern „nur“ noch einen Eindruck an die wohligen Gefühle, die diese Serie auslöste und wie sie freitags im NDR um 18 Uhr das Wochenende einläutete. Aber ich werde mir mal die erste DVD-Box zur Hand nehmen, dann kann ich ja viele der von euch erwähnten Highlights nachholen. Ach moment, in einigen wird Nero vorkommen, oder? Brrrrr.

    BTW: Bei der Pferde-Einspielmusik musste ich sehr lachen, allein dafür lohnt sich diese Folge.

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    • Danke Dir, Jan!

      Mit Deinem Respekt vor Nero bist Du nicht allein. Etwa die erste Kindergartenhälfte über waren der schwarze Unhold und auch einiges andere Chaos (die Badewannen-Fehlfunktion, der zerstörte Spencer-Miniroboter) zu intensiv für mein Gemüt. So mit fünf-sechs Jahren ging es dann.

      Viel Spaß mit Spencer – vielleicht magst Du den Staffelstab demnächst an die nächste Generation weitergeben.

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  2. Wunderbare Folge! Vielen Dank dafür.
    Hallo Spencer ist ein großes Highlight meiner Kindheit. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mich die ganze Woche darauf gefreut habe, dass endlich Freitag ist. Die Sesamstraße, die unter der Woche auf dem Sendeplatz lief, habe ich auf einer Arschbacke abgesessen, um dann endlich durch die Knetmauer in Spencers Studio und ins Dorf zu gelangen.
    Wie euch auch, haben mir die abgeschlossenen Geschichten gefallen, die einerseits teilweise abgedreht waren, aber zur Sicherheit immer in der gleichen Struktur spielten und wo jeder seinen Platz hatte. Sei es kulissentechnisch oder charakterlich.
    Das überschaubare Spencer Universum hat mir Sicherheit geboten, war aber gleichzeitig aufregend mit Besuch aus dem All durch Gali und Nero.
    Nero fand ich, wenn ich mich recht erinnere, am Anfang immer sehr gruselig, habe mich aber später eher wohlig auf ihn gefreut.
    Mich hat eine Folge traumatisiert, in der im Dorf ein Maskenball stattfindet, wo jeder als ein anderer Dorfbewohner kostümiert kommt. Bei der Verteilung der Rollen, bekommt ausgerechnet Kasimir das Nero Kostüm. Was habe ich mit ihm mitgelitten!
    Kasi gehörte auch zu meinen Lieblingsfiguren. Wobei für mich immer Spencer als wortgewandter Conferencier an erster Stelle stand. Euren Vergleich mit Schmidteinander fand ich super. Schmidt und Feuerstein alias Spencer und Elvis…Genial!
    Mehr als Nero hat es mich übrigens traumatisiert, wenn Spencer seine Mütze mal abgenommen hat und er eine Glatze hatte. Das passte so gar nicht in mein Bild von ihm.
    Ansonsten fand ich Nepomuk als kauzigen Bildhauer (?), der aber ein Herz für Kasi hat auch noch super.
    Lulu fand ich auch immer ganz cool, weil sie einen Modetick hatte und in meiner Erinnerung, der Eisenbahnwagen auch voller aufregender Klamotten war und sie so eine tolle, flirrige Frisur hatte. Das hat mich als Mädchen vielleicht einfach mehr angesprochen als euch.
    Ach, irgendwie mochte man ja alle Dorfbewohner, trotz ihrer teilweise nervigen Eigenarten. Wie in einer Familie oder einem Freundeskreis im richtigen Leben eben.
    An die Märchennachspielfolgen erinnere mich auch sehr gerne!
    Als dann irgendwann Max und Molly dazukamen, habe ich mich erst über frischen Wind gefreut und fand sie dann aber ziemlich schnell doof und kindisch. Vielleicht war ich da aber eh schon aus dem Spencer Alter raus. (Jahrgang 1977)

    Vielen Dank für den tollen Podcast! Ich konnte viele Erinnerungen auffrischen und habe viel Neues gelernt. Und ich werde unbedingt mal in „Wo ist Kasi?“ reinschauen….

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    • Annika, wie schön, dass Dir die Folge gefallen hat – danke für Deine Worte!

      Vielleicht machen wir irgendwann eine Fortsetzung: „Die finstre Faszination des Nero“ oder so. Damit haben wir ja einen Nerv getroffen. Mit „Maskenball“ bringst Du aber auch ein echt gutes Beispiel. Da hatte er nicht nur seinen größten Auftritt, sondern auch seinen letzten. Im Laufe der Handlung wird Nero verbannt; sie haben es sich also nicht nehmen lassen, ihn „ordentlich“ aus der Serie herauszuschreiben.

      Im Zusammenhang mit den Märchenfolgen fällt mir noch ein Kuriosum ein. Gerüchteweise existiert eine Spencer-Fassung von „Faust“, die als privates Geschenk für irgendjemanden aus Cast und Crew produziert wurde. Sie richtet sich ganz klar an Erwachsene und wurde heimlicherweise auf Fantreffen gezeigt. Was würde ich geben, um das mal zu sehen!

      Und Spencer hatte ja nicht nur eine Glatze, das war der ultimative Eierkopf!

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  3. Hallo! Mit Begeisterung habe ich die Folge gehört – super, jetzt habe ich noch einen PodCast abonniert. 😉 Dabei bin ich bereits gut versorgt… Aber wie könnte ich nicht, wenn hier Herzensdinge auf eine Art gefeiert werden, wie ich es auch tue und liebe.

    Hallo Spencer war auch eine meiner geliebten Kindheitssendungen (Jhg. `81) und mit ganz vielem ging es mir wie euch. Als ich vor ca. zwei Jahren zahlreiche (nicht alle) Folgen auf Sky entdeckte, habe ich sie erneut gefeiert, denn sie sind wirklich gut und tun auf so vielen Ebenen etwas, dass man auch als Erwachsener seinen Spaß daran hat.

    Auch für mich bot das Runddorf eine gewisse Verlässlichkeit, die man als Kind schätzt und etwas was nicht alle Sendungen schaffen – ich habe mich ernstgenommen gefühlt. Manche Sendungen verkennen leider, dass Kinder durchaus mitdenken, sich intensiv mit dem dargebotenen beschäftigen und es natürlich auch dazu nutzen sich zu entwickeln und nicht nur stumpf abgestellt werden wollen. Dazu sind es einfach so detailverliebte und liebevoll gemachte Geschichten! Angefangen mit den kaum dazu passenden Knetmännchen, ja die liebe ich auch und sie gehörten in meine Kindheit, tauchten Knetmännchen ja echt in vielen Formaten auf – wie ihr auch erwähntet – großartig.

    Die Charaktere sind genial zusammen gewürfelt, wie ich finde. Ein Quoten-Paar, das ich auch nicht so möchte, was es für mich aber dennoch brauchte (Lulus Muppet/Fraggle-Haare haben mich immer fasziniert, die Muppets und die Fraggles hab ich zu der Zeit nicht verstanden). Dass Galaktika nicht immer da war und auch nicht immer helfen konnte, sie erschien ja auch mal nicht etc., fand ich gut. Die Zwillinge waren für mich irgendwie alterslos, in die Schule gingen sie zumindest nicht mehr. Schade fand ich, dass sie so merkwürdig geformte Köpfe und Münder hatten. Aber das Hausboot, in das man später auch reinschauen konnte, fand ich klasse. Überhaupt war ich immer begeistert, wenn man Innenansichten gezeigt bekam. =)
    Lexi und Spencer waren eh gut, wenn auch am fernsten für mich. Wo nahm Spencer sein Mandat her, hm gute Frage. Gab es nicht eine Folge, in der er mal nicht da war? (Urlaub, verschlafen, denke da gab es mehrere Varianten.) Ich glaube es lief alles schief. Alleine weil niemand schnippen konnte. Er nahm für mich sein Mandat daraus, dass er der Einzige ist, der den Laden am Laufen halten konnte. Jeder hat halt so sein Ding, seine Fähigkeiten und damit seine Aufgaben.
    Vor Poldi und Nepomuk hatte ich zweitweise etwas Angst. Poldis rote Nasenlöcher fand ich negativ merkwürdig, irgendwie blutig. Zwar wollte ich seine Schule immer gerne sehen, fand es klasse, wenn er mit dem Schulranzen los ist, habe es später aber, als es sonst nix mehr gab, bereut. Der große Angstfaktor war auf jeden Fall Nero und ich war nicht böse, dass er irgendwann nicht mehr kam. Zu den Quietschboys habt ihr schon alles gesagt. 😉 Vielleicht noch das: Es gab im Laufe der Jahre leichte Charakterverschiebungen untereinander, das viel mir auf Sky auf und war vielleicht der Grund, warum ich sie als Kind nicht auseinander halten konnte.

    Mein Liebling war Kasimir. Ich hatte von ganz klein an eine Handpuppe, die ich als Eichhörnchen definierte. Den fehlenden Schwanz hab ich wegerklärt und Kasi war für mich dann auch ein Eichhörnchen, dessen Schwanz man halt nicht sieht. Er sprang ja auch nicht von Baum zu Baum, daher hatte er ja den Fahrstuhl. Schön, dass er es dann auch tatsächlich war. =) Ich wollte wegen ihm immer einen Bollerwagen haben.

    Die Anordnung des Dorfs war uns allen ja sehr geläufig als Zuschauer, nur manchmal gab es leichte Diskontinuitäten, wie ich finde. Als ich dann auf Sky die Serie sah, habe mich erneut damit beschäftigt und auch Karten zusammengesammelt. Das ist jetzt schon ne Weile her, aber in einer Datensicherung habe ich zu der von euch genutzten Karte auch noch die, die Spencer in einer Folge hochhält. Ich schicke sie mal per Mail. Hier ist das Studio leicht mittig verortet, was es eigentlich unnötig macht, vom Eisenbahnwagen zum Pilz durch das Studio zu laufen. Aber die Darstellung der Abzweige finde ich nachvollziehbarer. Denn ich denke schon, dass er mehr Abzweige gab und dass auch mehr Möglichkeiten gezeigt wurden, wie man ins Dorf gehen konnte. Aber das ist sicher ein Thema, auf das es kein wirklich richtig und falsch gibt. Unterschiedliche Folgen mögen ihre eigene Wahrheit haben.

    Ich finde es jedenfalls großartig, dass es viele andere auch heute noch so fesselt und begeistert, sich darüber zu freuen und zu wundern.

    Herzlichen Dank!
    Tanja

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