015: Das alles sind wir

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Bis sie sieben Jahre alt war, lebte Diana in einem Land, das es heute nicht mehr gibt: in der Deutschen Demokratischen Republik. Viele Jahre später brachte ihr Beruf sie nach Lüdenscheid.

Jan hingegen bewegte sich in der entgegengesetzten Richtung. Er war als Kind sehr oft mit seinen Eltern in Thüringen, denn dort hatten sie Verwandtschaft.

Wie war das, als Kind in einem geteilten Land zu leben? Wie nahm man den jeweils anderen Teil wahr? Wie fühlte es sich an, als die beiden Hälften plötzlich wieder eins waren? Und sind sie bis heute gut zusammengewachsen? Diesen Fragen spürt Sebastian mit seinen beiden Gästen nach, so gut man das in knappen zweieinhalb Stunden tun kann. Eins finden die drei auf jeden Fall raus: Das alles, von Heinsberg bis Görlitz, sind wir.

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3 Gedanken zu “015: Das alles sind wir

  1. Die Gesellschaft, in der Diana Mitglied war, hieß ‚Deutsch-Sowjetische Freundschaft’ (DSF). Die Organisation wurde nach dem Ende der DDR aufgelöst und in den einzelnen Bundesländern der früheren DDR gibt es Landesgesellschaften für deutsch-russische Freundschaft. In Berlin ist das beispielsweise der Verein ‚Berliner Freunde der Völker Russlands’.

    Freundschaft heißt im Russischen Druschba (Дружба), was den Namen der durch die Slowakei laufenden Pipeline besonders lustig mach: Die heißt Freundschaftspipeline.

    Das „Völkchen hinten in Sachsen“ sind die Sorben, die einzige slawische „autochthone“ Minderheit in Deutschland bzw. das einzige slawische Volk auf dem heutigen Gebiet Deutschlands, welches nicht im Laufe der vergangenen 1.000 Jahre durch die Germanen ausgerottet wurde – da sie sich gut in den dichten Wäldern des Spreewalds beispielsweise verstecken konnten. Die Sorben siedeln im Süden Brandenburgs und im Osten Sachsens – der heutige Ministerpräsident Sachsens Stanislaw Tilich gehört dieser ethnischen Minderheit an.

    Interessant auch eure Sprache, wenn ihr vielleicht nicht allzu sehr drauf geachtet habt: Sebastian, die erwähnte Oma ist nicht nach Deutschland gekommen, sondern in BRD. Aber am Ende sagt ihr ja, das alles sind wir 🙂

    Bei dem Datum der Schaffung der jeweiligen Staaten hat euch die Erinnerung wohl einen Streich gespielt: Die BRD gründete sich am 23. Mai 1949 und die DDR folgte erst am 7. Oktober 1949. Es war bis weit in die 1950er Jahre auch sowjetische Politik, dass man in Moskau nicht mehrere deutsche Staaten, sondern ein vereintes neutrales Deutschland wollte.

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    • David, danke Dir vielmals für Deine Hörtreue, die ausführlichen Ergänzungen – und dafür, daß Du Nachsicht mit meiner sprachlichen Unschärfe hast.

      Was Du schreibst, möchte ich gern in die Feedback-Abteilung von Folge 16 einbauen. Falls Du Zeit, Lust und Technik hast, das vielleicht sogar selbst einzusprechen, fänd ich eine MP3 von Dir echt super. Sonst bring ich es natürlich auch gern selbst.

      Bis die Tage,
      Sebastian

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  2. Sehr interessante Folge zumal ich zwar jetzt nicht in Lüdenscheid lebe, aber wie Diana gebürtig aus Thüringen stamme (genauer aus dem wunderschönen Kahla ganz in der Nähe von Jena). Zur Wiedervereinigung 1990 war ich 11, also ein klein wenig älter als sie.

    Was mir am prägensten von meiner DDR-Schulzeit in Erinnerung geblieben ist, sind hauptsächlich „außerschulische“ Aktivitäten. Z.B. haben wir regelmäßig als Klasse am Nachmittag Altpapiersammlungen gemacht. Da sind wir in Gruppen mit einem kleinen Handwagen von Haus zu Haus gezogen und haben dort das Altpapier abgeholt. Meist war das sogar schon in Bündeln verschnürrt und wenn der Wagen voll war sind wir zur SERO-Annahmestellen gelaufen (SERO = SEkundärROhstoffe, also Recyclingmüll^^). Dort wurde das gewogen und ich glaube es gab 11 Pfennig pro Kilo. Das Geld ging dann in die Klassenkasse und wurde auf Klassenfahrt dann für ein Eis oder sowas benutzt.

    Da in der Regel beide Elternteile berufstätig waren, war auch der Nachmittag durch die Schule organisiert. Im ersten Schuljahr gab es im Hort sogar noch Mittagsschlaf, was zumindest bei uns blöd war, da der Raum nie richtig verdunkelt werden konnte und ich im Hellen als Kind nicht einschlafen konnte. Danach wurden Hausaufgaben gemacht und ich glaub um vier gings nach Hause. Ab dem zweiten Schuljahr haben wir dann den Gruppenrat gewählt und wir waren nur noch ab und an nachmittags in der Schule, z.B. um die Wandzeitung zu gestalten oder so was in der Art. Und in den Ferien (zumindest den 8 Wochen Sommerferien) gab es im Hortgebäude unserer Schule immer eine ganztägige Ferienbetreuung.

    Und neben der Patenbrigade (die bei uns im ortsansässigen Porzellanwerk war) hatten wir auch noch eine Patenkompanie in der nahe gelegenen Kaserne der Roten Armee. Da verwundert es nicht, das wir im Schulsport neben Kugelstoßen auch Weitwurf mit Plastikhandgranaten geübt haben.

    Und einen ganz besonderen Geruch verbinde ich noch mit meiner DDR-Schulzeit. Nämlich wenn bei uns das Dach neu geteert wurde, was mindestens einmal im Jahr der Fall war. Dann stand auf dem Hof ein kleiner mobiler Teerkocher, in dem die schwarze Pampe fröhlich vor sich hin blubberte. Und wer jemals bei brütender Hitze diesen ganz speziellen Geruch hat „geniessen“ dürfen, der vergisst den so schnell nicht wieder. 😉

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