029: Kein zweites Gladbeck

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Am 16. August 1988 um 7:55 dringen Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski in eine Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck ein. So beginnt ein 52stündiges Drama, das einen der erschütterndsten und bedeutungsvollsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte darstellt.

Gute drei Jahre später, am 8. November 1991 um 16:00, betritt Roland H. die Commerzbank in der Lüdenscheider Innenstadt. Kurz darauf ist die größte deutsche Geiselnahme seit 1988 in vollem Gange und das Wort „Gladbeck“ in aller Munde.

Heute ist die Geiselnahme in der Lüdenscheider Commerzbank für Menschen, die daran nicht beteiligt waren, praktisch in Vergessenheit geraten. Warum das so ist, ist nur eine von vielen Fragen, die sich Sebastian und Gerrit stellen, während sie dieses Verbrechen komplett und chronologisch aufrollen. Sie forschen auch nach, wie sich das Verhalten von Öffentlichkeit und Presse und die Polizeiarbeit seit den Gladbecker Ereignissen entwickelten.

Besonderer Dank gilt den Zeitzeugen, deren ausführliche Schilderungen diese Sendung sehr bereichert haben: Michael Dregger, Susanne Illhardt-Schulte, Olaf Moos und Bärbel Wilde.

Außerdem danken wir Saskia Bruns vom Lüdenscheider Stadtarchiv für die Unterstützung unserer Recherche, Dominik von True Crime Germany für die kriminalgeschichtliche Einordnung Gladbecks sowie Kai von den Männern, die auf Videos starren, Jan und Christian für weitere Einspieler.

Dies ist die dritte Rückspultaste-Sendung anlässlich des 750jährigen Jubiläums der Stadt Lüdenscheid.

7 Gedanken zu “029: Kein zweites Gladbeck

    • Danke Dir für das Lob!

      Zweifelsohne ist der Ulysses-31-Remix besser als so ein Royalty-Free-Ding. Nur bei einem so ernsten Thema wäre unser regulärer, eher beschwingter Vorspann völlig unpassend gewesen. Sobald wir Ende August wieder lustiger werden, kehrt die altbewährte Musik zurück.

      Bis nächsten Monat,
      Sebastian

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  1. lieber Sebastian,

    da ist Dir großes gelungen. Das war wirklich eine tolle Folge.

    Ich zermartere mir schon seit gestern den Kopf, ob ich mich irgendwie daran erinnern kann, aber es tut sich nichts. Genau wie den anderen fällt mir zu Gladbeck sehr viel ein, aber zu Lüdenscheid wäre mir außer Eurem Podcast nur Lüdenscheid-Nord eingefallen (mein Mann ist Schalke-Fan *soifz*).

    Die von Dir gemachten Interviews, der passende Schnitt, Deine Moderation und der relativ unvorbereitete Gerrit machten das ganze auf jeden Fall zu einer sehr spannenden Geschichte.

    Zu Deiner letzten Frage, warum es vergessen wurde, nicht nur weil es gut ausging, sondern auch der Fakt, dass der Täter tot ist, es also keine Verhandlung gab, die für weitere Schlagzeilen und somit erinnerungsbildend gewirkt hätte, trugen dazu bei.
    Hinzu kommt die immer schnelllebigere Zeit mit immer mehr schlechten Nachrichten aus aller Welt, man kann sich nicht alles merken, das Gehirn blendet es aus, nur einzele Sachen, die man eventuell noch zusätzlich privat verbindet, bleiben da hängen.

    Mir selbst sind z.B. die ganzen RAF-Taten rund um 1977 ganz stark in Erinnerung. Da war ich erst 11, aber ich habe damals schon die Tageszeitung gelesen, und Nachrichten geschaut, und ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich zu meiner Freundin morgens auf dem Schulweg irgendwas sagte von wegen „das macht mir Angst“ anlässlich der Schleyerentführung. Meine Freundin (1 Jahr älter) wusste gar nicht, wovon ich rede. Ok, ihr Interesse an (gesellschafts-)politischen Ereignissen blieb auch in späteren Jahren so unausgeprägt. 😉

    Lange Rede kurzer Sinn, nochmal vielen Dank für Deine tolle Podcast-Folge.

    grüße
    stefanie

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  2. Hallo allerseits!

    Ich freue mich wieder einmal über eine spannende neue Folge der Rückspultaste. Am Ende der letzten Folge wurde ja schon angekündigt, dass ihr euch einem „nicht so schönen Thema“ widmen werdet. Dabei dachte ich spontan an den Reaktorunfall in Tschernobyl und die sogenannte „3. Generation“ der RAF. Von dem Banküberfall mit anschließender Geiselnahme in der Commerzbank Lüdenscheid höre ich heute zum ersten Mal. Das liegt zum einen sicher daran, dass ich nicht aus der Region stamme, zum anderen erregte das Geiseldrama von Gladbeck 1988 eine viel größere Aufmerksamkeit. Ich bin froh, dass es in Lüdenscheid nicht zu einem „zweiten Gladbeck“ kam.
    Hier sieht man aber auch wieder, dass sich schlechte Nachrichten (Gewalt, Tod, Leid, Verbrechen) eben viel besser verkaufen als gute Nachrichten (der Geiselnehmer wird erschossen, bevor er andere Menschen tötet). Der Name der Stadt Gladbeck wird noch heute von vielen Menschen (mich eingeschlossen) mit dem Geiseldrama in Verbindung gebracht, die Geiselnahme von Lüdenscheid ist dagegen weitgehend unbekannt weil man keine reißerischen Berichte darüber schreiben konnte.

    Viele Grüße, Michael

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  3. Pingback: 29½: Blutrausch in der Bügelstube | Die Rückspultaste

  4. Eine spannende Folge, über ein Ereignis von dem ich nichts wusste – bzw nicht mehr, als man im Podcast schon erfuhr. Ich musste das Hören auf eine ruhige Minute aufsparen, hat sich aber wirklich gelohnt. – Wie immer eine tolle Aufarbeitung!

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