Der Retro-Podcast. Popkultur und Persönliches von gestern, vorgestern und vorvorgestern.

118: Hamster, Torten & Vollstrecker

Folge herunterladen (MP3, 207 MB)

Liebe Nation,

Mitte der 1980er brach im deutschen Fernsehen die Blütezeit der Klamauk-Gameshows mit Kindergeburtstag-Charakter an. Weil die Rückspultastler da im besten Medien-Beeinflußungsalter waren – etwa sieben bis zehn – stellten solche Sendungen für sie die Krone der TV-Unterhaltung dar.

In Donnerlippchen gab Jürgen von der Lippe den Zirkusdirektor im Hawaiihemd und verteilte großzügig Preise sowie Schleim – in Simons Liebling Vier gegen Willi setzte Supernase Mike Krüger mit je zwei Familien und Nagetier-Unterstützung zum Unterhaltungs-Frontalangriff an – in Alles nichts oder!? ließen Ulknudel Hella von Sinnen & ihr magersüchtiges Frettchen Hugo Egon Balder die Torten fliegen – in Koffer Hoffer versteigerte Kodderschnauze Karl Dall vergessene Gepäckstücke – in Halli Galli drehte Zauberer Detlef Simon (kurz: Desimo) Donnerlippchen auf Elf – und in Zimmer frei! war das ewige Moderationsduo Christine Westermann & Götz Alsmann auf der Suche nach prominenten Untermietern.

Von der Presse zunächst verlacht und später mit Grimme-Preisen bedacht – den Weg dieser Formate zeichnen Simon & Sebastian nach in der fünften und vorerst letzten Ausgabe ihrer Rückspul-Reise quer durch den Humor vergangener Jahrzehnte. Zu Gast sind außerdem Marco & Fazitator Christian, um über Live-Publikumserfahrungen beim WDR zu berichten.

Wir hören uns im nächsten Jahr wieder. Bis dahin: Freuen Sie sich jetzt!

Vorheriger

Wir warten auf Onkel Willi

Nächster

119: Unser 1994, Teil XII – 1. bis 15. Juni

  1. Dirk

    Diese Folge war ganz nach meinem Geschmack. Die Zeit vergang wie im Flug. Ich liebte alle der von euch besprochenen Shows. Donnerlippchen, 4 gegen Willi und Alles, nichts, oder!? waren Pflichttermine. Meine Eltern mochten Donnerlippchen und 4 gegen Willi nicht. Es war immer ein Kampf diese Sendungen sehen zu dürfen. Später wurde ein alter SW Fernseher auf dem Dachboden reaktiviert wo ich die Sendungen alleine sehen durfte. Ab 1989 hatte ich einen eigenen kleinen Fernseher in meinem Zimmer. Dann gab es keine Diskussionen mehr und ich konnte sehen was ich wollte.

    Ab ca. 1990 sah ich auch immer Alles, nichts, oder!? und feierte die Sendung sehr.
    Halli Galli und Koffer Hoffer sah ich auch gerne. Auch alle anderen Show dieser Ära waren toll. Ich mochte Fort Boyard, Krypton Faktor und auch Cluedo auf Sat.1 sehr gerne. Für meinen Geschmack waren das keine Flops. Nur ihrer Zeit weit vorraus. Die Fort Boyard Version von Sat.1 war definitiv die beste Umsetzung der Sendung in Deutschland und man kann Sie heute noch gut ansehen.

    Ich wünsche euch alles gute für das kommende Jahr. Einige Folgen der Rückspultaste gefielen mir dieses Jahr leider nicht. Teilweise zu viel Privates und zu viel Lokalkolorit.

    Ich weiß das es schwierig ist immer neue Themen zu finden, aber diese Folge zeigt wieder einmal das es möglich ist.

    Viele Grüße,
    Dirk

  2. Michael

    Super Folge mit klasse Eröffnung!

    Meine Begegnung mit Mike Krüger war ca. 1988, als ich mit 7 Jahren bei einem Klassenausflug meiner Schwester zum BR München mitgenommen wurde. Wir waren dort zu einer Aufzeichnung einer Sportsendung für Jugendliche namens „Pfiff“. Und in der Kantine saß Mike Krüger mit zwei anderen Herren (auf den Fotos, die wir von dem Moment haben, sieht einer davon aus wie der damalige ZDF Intendant Dieter Stolte) und wurde von uns Kindern regelrecht überrannt.
    Das hat er in unserem Fall, anders als bei den interviewten Showteilnehmern aus der Folge, sehr souverän gehändelt; hat lockere Sprüche rausgehauen, sich Zeit für uns genommen und Autogramme verteilt. Das war unser Highlight des Tages.

    Die Sendungsaufzeichnung selbst war für mich zwar technisch total interessant, aber die eigentliche Sendung war so langweilig, dass ich sogar irgendwann später in den 90ern den Mitschnitt davon überspielt habe, weil ich eine Kassette brauchte. Da ärgere ich mich jetzt natürlich schon drüber.

    Guten Rutsch und viel Erfolg für das nächste Jahr und darüber hinaus!

  3. Marcus Lelle

    Sehr interessante Folge, die mich tatsächlich veranlassen wird, im Januar mal diese Lücken zu füllen.
    In den 80ern hatten wir noch kein Privatfernsehen und so sind diese Sendungen alle an mir vorbeigegangen.
    „Zimmer frei“ habe ich zwei-, dreimal gesehen, aber vermutlich nie komplett. Und auch das ist schon ewig her.

    Ich bin nun mit meinem Nachhören der Rückspultaste bis Folge 88 gekommen. Dann noch ca. 15 Folgen „Lücke“ UND die 1994er-Reihe.
    Vielen Dank für eure Arbeit. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

    Allen „Tastlern“ wünsche ich einen guten Rutsch und alles Gute für ein hoffentlich friedliches Jahr 2026.

  4. Eine Thematik, bei der ich nur bedingt mitreden kann. Da wir erst Anfang der 90er eine Schüssel und damit Zugang zu Privatfernsehen bekommen haben, ist „alles nichts oder“ ziemlich an mir vorbei gegangen. Und „Halli Galli“ war mir bis dato komplett unbekannt.

    „Koffer Hoffer“ habe ich mehrere Folgen gesehen und weiß noch, dass ich die Koffer, die von Promis gepackt wurden, immer am langweiligsten fand. Ich hab das auch nie als ernst gemeinte Konkurrenz zu den anderen Spielshows gesehen, da sich das Konzept Fundkoffer doch m.E. relativ schnell erschöpft.
    „Vier gegen Willi“ habe ich tatsächlich auch die Szene mit dem Auto in Erinnerung und jetzt, wo ich bei yt mal kurz reingeguckt habe, kann ich mich auch an den güldenen Anzug am Ende erinnern. Ich weiß aber auch, dass mich die Show schon damals nicht besonders abgeholt hat. Ob das daran liegt, dass ich die Doku auch schon gesehen hatte damals weiß ich nicht.
    Mir fällt jedenfalls auf, dass Krüger die Sendung moderiert, als hätte er sich vorher ne Packung Valium oder ne riesen Tüte reingezogen. Das wirkt total lustlos auf mich. Soll vermutlich lakonisch sein.
    Dass die vom BR produziert wird, wundert mich nicht, da diese ganzen Supernasen-Filme von der LISA produziert und in Bayern gedreht wurden. Daher hab ich den guten schon immer eher im Freistaat denn an der Küste verortet.
    Piratensender Powerplay ist übrigens im letzten Drittel nach heutigem Maßstab unguckbar.
    Immerhin: Was von „Vier gegen Willi“ nachhaltig übrig blieb ist der Ausdruck „Fünf gegen Wili“ für rythmische Betätigungen der Hand im Genitalbereich.

    „Donnerlippchen“ war hier in der Familie Pflicht. Obwohl das in meinem Kopf auch sehr mit „Geld oder Liebe“ verschmilzt.

    „Zimmer Frei“ hab ich nur ein paar Folgen gesehen und ich kann mich an die zugeschaltete WG erinnern. Hat mich aber nie so richtig abgeholt.

  5. Chris

    Danke für diesen Ausflug in meine Kindheit / Jugend!! Wie immer super recherchiert und präsentiert.
    Habe in manche Formate dann auch nochmal reingeschaut. Das gab nostalgische Gefühle, aber vor allem die Erkenntnis, dass Vieles extrem schlecht gealtert und für mich als Frau kaum noch guckbar ist…
    Bin wie ihr auch vom linearen TV fast ganz weg, habe aber vor wenigen Jahren die Formate von Joko und/oder Klaas entdeckt, bei denen das Anarchische, was ihr auch angesprochen habt, endlich mal wieder stattfindet. Aber in moderner Form, ohne „Witze“ oder Herabwürdigungen auf Kosten von Personen oder Personengruppen, wie das bei anderen leider immernoch oft der Fall ist (Raab&Co).
    Weiter so! Freue mich auf die nächste Folge.

  6. All die besprochenen Shows kenne ich meist nur vom Namen her, mit Ausnahme von „Zimmer frei!“. Darum empinde ich die abfällige Art, mit der über Martin Reinl geredet wird, auch als ziemlich daneben, war sein Part doch gerade bei Schauspieler:innen immens wichtig, denn erst in der Interaktion mit einer Puppe trennte sich die Spreu vom Weizen – wer hier versagte … das ließ tief blicken. Außerdem ist Reinl ein dufter Typ und Podcastkollege mit seiner „Puppkultur“: https://www.podcast.de/podcast/3237326/puppkultur

    So, davon ab wieder eine informative Folge, auch für eher Show-Desinteressierte wie mich. „Halli Galli“ klingt aber nach etwas, das man unbedingt mal nachholen sollte. Aber die beste, saftigste Folge zum Humor vergangener Zeiten ist natürlich „Pryor/Cosby“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Consent Management Platform von Real Cookie Banner