Der Retro-Podcast. Popkultur und Persönliches von gestern, vorgestern und vorvorgestern.

117.1: 1980 – Januar bis April

Folge herunterladen (MP3, 104 MB)

Der neunte traditionelle Jahres-Rückspul-Rückblick ist da! Wer dachte, wir wären durch mit den 80ern, hat sich gewaltig geirrt – die Taste wagt den Rücksturz zum Beginn des Jahrzehnts ins Jahr 1980!

Jan, Fazitator Christian & Sebastian stehen diesmal vor einem gewaltigen Berg – 399 Meldungen aus Weltgeschehen, Popkultur & Lüdenscheid – und haben die Sendung folgerichtig gedrittelt. Doch keine Bange: Morgen und übermorgen erscheinen bereits Teil 2 und 3 dieser Mammut-Taste.

Nun aber erstmal: Januar bis April 1980 – mit Rollschuhen, Grünen & Crest-Hotel…

Fortsetzung folgt.

Vorheriger

116: Live from New York, It’s Saturday Night

Nächster

117.2: 1980 – Mai bis August

  1. Ole

    Wow, drei Folgen Rückspültaste hintereinander. Das Wochenende ist gerettet!
    Bin 1980 in die Grundschule gekommen. Mal schauen, was alles noch so aus dem Jahr hängengeblieben ist?!
    Danke für diesen tollen Podcast!

  2. Marc

    „Die Grünen“ ist das nicht der Opi aus dieser Wahlwerbung mit den toten Fischen im Rhein?

    Da wartet man das ganze Jahr auf den nächsten Rückblick und dann das – 1980 statt 1990 und dann auchnoch ein Dreiteiler hach härrlich! Merci vielmals

  3. Christian Berger

    In Berlin gab es übrigens bis zur Wende keinen Zeittakt im Ortsnetzbereich.

    Zur Schaltsekunde bei Navigationssystemen gibt es übrigens den Punkt, dass GLONASS, das Russische System Schaltsekunden mit drin hat.

    Es war einmal der Weltraum lief übrigens öfters mal auf arte. Das hatte mWn keinen so didaktischen Hintergrund.

    Ach ja „Closed Captioning“ gibt es streng genommen sogar heute noch, ich hab vor grob einem Jahr mal auf so einem religiösen Sender mal eine Sendung gefunden bei der man das CC-Signal am oberen Bildschirmrand sah (vermutlich aus Kompatibilitätsgründen, weil eigentlich war das ein HDTV-Signal). Da der Sender ein europäisches Publikum ansprach wurde das Signal parallel in Teletext (Videotext) übersetzt. Auch bei den Tele5-Ausstrahlungen von Voyager kann man am oberen Bildschirmrand ein stark verstümmeltes CC-Signal sehen. Das sind relativ breite schwarz/weiße Balken am oberen Bildschirmrand die so digital flimmern. Das war übrigens von Anfang an auch eine der angedachten Anwendungen für Teletext. Die BBC hat das meines Wissens nach auch schon damals in ihrem Experimentalbetrieb gemacht. Zumindest die ersten Versuche waren wohl mit Lochkarten die zur Richtigen Zeit manuell eingegeben werden mussten.

    CC ist meines Wissens nach auch ein eher generalisierter Begriff für Untertitel, die nicht direkt ins Bild eingestanzt sind.

  4. Christian Berger

    Rollerball war aus den 1970ern, dann gab es aber auch noch Xanadu, ein Rollschu-Disko Film, und natürlich Rollerblade, ein Film mit Diskononnen in einer post-apokalyptischen Welt in der das Gehen verboten wurde und die Leute somit Rollschuhe/Rollerblades/Skateboards verwenden.

    Zu den Telefongebühren kann ich was sagen. Es gibt noch zeitbasierte Tarife, da zahlt man dann, über den ganzen Tag, beispielsweise einen Cent pro Minute. Es gibt wohl noch bei internationalen Verbindungen „Peak“ und „Off-Peak“, aber gesehen hab ich das noch nicht. Es gibt übrigens auch noch Orte die 10 Euro pro Minute und mehr kosten… und manche Auslandsdestinationen sind bei manchen Anbietern auch im Einkauf teurer als im Verkauf. (Ich arbeite in dem Bereich)

  5. Christian Berger

    Es gibt übrigens einen Film mit Matt Groening von 1969. Den hat sein Vater Homer gemacht.
    https://archive.org/details/the_story

    Am 7. Februar 1981 hat übrigens der New Yorker Studentenradiosender WUSB probiert die Geiseln im Iran anzurufen. Damals gab es in den USA das Dienstmerkmal der Auslandsvermittlung, dass man einen „Person to Person Call“ machen konnte, bei dem man erst dann zahlt, wenn die Person auch wirklich am Apparat ist.
    Die Aufzeichnung findet man hier:
    https://www.2600.com/voli/1981/0281.html
    (Das wurde von Leuten gemacht die euch vermutlich auch die Erlaubnis geben würden da Ausschnitte daraus zu spielen)

  6. Bridge 66

    Hallo Jungs,

    Genau das habe ich befürchtet: Während ich mich auf das Jahr 1990 konzentriert habe, geht ihr nach 1980 zurück. Humpf! Naja, der Krieg der Zimtsterne muss dieses Jahr um eine Woche verschoben werden, sonst sind die guten Sachen bis zur „besinnlichen Kaffeetafel“ locker weggeschnabbelt. Ich kenne doch meine Pappenheimer.

    Die DDR trat nicht erst am 1. Januar den Vereinten Nationen bei, das war schon 1973 geschehen zusammen mit der Bundesrepublik. Die DDR wurde Nicht-ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat. Die Mitgliedschaft ist grundsätzlich auf zwei Jahre begrenzt.

    Yup, „Mull of Kintyre“ ist ebenfalls von den Wings. Einer meiner Lieblingssongs, den habe ich seinerzeit rauf und runter gehört und höre ihn heute noch gerne.

    Ich bin zwar keine Berlinerin, aber soviel ich weiß ist „Palazzo Prozzi“ tatsächlich ein weiterer Spottname des Palastes der Republik. Die Berliner waren schon immer ziemlich kreativ mit Spitznamen.

    A propos Spitznamen: Hamburg hat auch eine Schwimmoper, die Alsterschwimmhalle. Vor kurzem wurde sie aufwändig saniert und – o Wunder! – Kosten und Zeitplan sind im Rahmen geblieben! Am ursprünglichen Bau der Halle im Jahr 1973 war übrigens auch der spätere Blödelbarde Mike Krüger beteiligt, der hier noch eine Lehre als Betonbauer absolvierte.

    „Der Nippel“ war nicht sein erster Hit. Das war „Mein Gott, Walther!“ und fand bereits 1975 statt.

    Das mit der Sommerzeit ist wesentlich älter als man meinen könnte – und komplizierter. Arte hat da mal im Rahmen von „Karambolage“ einen hübschen Beitrag gemacht, guckst du hier:
    https://youtu.be/adu7hlCoRzw?si=O7zHIrkc48IJBdQc

    „David’s Song“ war in der Instrumentalversion das Titelthema des ZDF-Advents-Vierteilers von 1978 „Die Abenteuer des David Balfour“ nach einem Roman von Robert Louis Stevenson mit Ekkehard Belle als David und David McCallum als Alan Breck Stuart.

    Bis zum zweiten Sieg von Johnny Logan dauerte es etwas, „Hold me now“ kam 1987 raus. Einen dritten Sieg als Komponist erzielte er 1992 mit „Why me?“ gesungen von Linda Martin.

    Hans Rosenthal war früher im Geschäft als ihr denkt. Schon in den 50er und 60er Jahren gestaltete und moderierte er Unterhaltungs- und Spielshows im RIAS (Allein gegen alle, Wer fragt gewinnt) und war ab 1962 Abteilungsleiter Unterhaltung ebendort. Dieses Jahr wäre das Hänschen 100 geworden.

    Hach, es war mir wieder einmal ein Fest, die Aufteilung finde ich ganz praktisch.
    Jetzt werde ich mir in Ruhe dem zweiten Teil zu Gemüte führen

    🖖Eure Bridge

  7. Mister Incredible

    Moin zusammen, Ihr Drei! Mit Euch gehe ich supergern auf Zeitreise, da können sich HG Wells, Time Tunnel und die Besatzung des Bird of Prey mit ihrem Sonnensturz aber mal warm anziehen, zumal ich das Jahr 1980 in Form des letzten Schuljahres vor dem Abitur hautnah erleben durfte.

    Da mich berufliche Umwege auch mal in den Uhrenhandel gespült hatten, ist mir das Allergiethema diesbezüglich bekannt. Vorwiegend geht es um Nickel im Metalldeckel oder Armband, sollte aber inzwischen bei modernen Produkten vermieden werden. Wenn Dir, lieber Sebastian, die Casio-Coolness so gut gefällt, würde ich es nicht komplett aufgeben sondern einer solchen Zwiebel noch eine Chance geben. Notfalls könnte man auch aus einem breiten transparenten Tesaband ein rundes Stück ausschneiden und auf den Deckel kleben, Armbänder gibt es ja auch in Leder und Kunststoff.

    Mein erster Taschenrechner hieß Hanimex – australisch – und hatte grüne LED, somit war er stromfressend und wurde von 3 oder sogar 4 AA/Mignonzellen betrieben, hatte eine beachtliche Dicke von 1,5 bis 2 cm und schwergängige Tasten mit Klickwiderstand, so dass schnelles Tippen gar unmöglich war. Ein haptisches Einsteigererlebnis. So etwas konnte man nur toppen wenn man mit einem Rechenschieber im Unterricht auftauchte.

    Ach, Telefon: eine Leidensgeschichte. Mein Vater meinte, dass wir so etwas nicht brauchten, zumal man jeden Monat 17,60 DM fällig waren ohne dass man ein Minütchen telefoniert hatte. Pro Einheit waren es am Privatanschluss 23 Pfennige, nur 20 aber in der Telefonzelle, da diese schon mit 10, 50 Pfennig, 1 DM genug zu tun hatte und Pfennige gar nicht annehmen konnte. So brachte ich gefühlt Jahre meines jungen Lebens in Telefonzellen zu, offiziell Fernsprechhäuschen, inkl. kaltem Tabakmief. Als wir 1975 auch noch das Bremer Stadtgebiet verließen um uns 500 m dahinter in Niedersachsen wohnlich einzurichten, war der Telefon-GAU komplett, denn nun waren 20 Pfennige in Telefonzellen für 90 Sekunden (!!!) fällig – Ferngespräch! Somit war die erste – und einzige – Telefonzelle gleich nach der Landesgrenze auf Bremischen Stadtgebiet mein Rettungsanker zum alten Leben, und für viele andere auch. Ohne Zeittaktung konnte man damals unendlich lange telefonieren für eine Einheit, Firmen, Banken etc. nutzten dieses aus und ließen Datenleitungen (ja, auch das gab es schon – ich sage nur Akustikkoppler!) jahrelang bestehen – kostenfrei. Mein längstes Gespräch dauerte aus diesem Fernsprechhäuschen (offizielle Bezeichnung) 8 Stunden, mit einem Gesprächspartner. Eine Frau die zuvor an mir vorbei geradelt war und dieses Stunden später in Gegenrichtung wieder tat, fiel fast vom Drahtesel, als sie mich da immer noch sah. Mangels Sitzmöglichkeit brauchte man schon damals Stehvermögen.

    Doch dann sollte die Zeittaktung kommen inklusive der Nahbereiche, und verabredet war, dass wir dann endlich den Telefonanschluss bekommen würde. Als der Termin nahte, machte Papa (ja, so war er leider) einen Rückzieher worauf er verdient den gesamten wochenlangen Familienterror auf sich zog und sich zu dem faulen und unwürdigen Kompromiss hinreiße ließ, dass ich ja mein Telefon selbst organisieren könne wenn ich es unbedingt wolle. Das kostete damals 200 DM Einrichtungsgebühr, und wie es der Zufall wollte, brach just nach der Beauftragung ein Monsterwinter über Norddeutschland herein mit monatelang tief gefrorenem Boden was Erdarbeiten für die Deutsche Bundespost lange vereitelte, bis in den April hinein. Doch dann war es soweit und für meine hart zusammengesparten 200 DM bekam ich einiges geboten. Nicht nur musste vom Haus ein Graben bis zur Straße ausgehoben werden, nein, sogar hatte man bei der Neuanlage unserer Wohnstraße ab 1973 nicht einmal an die vorsorgliche Verlegung von Telefonleitungen gedacht, so dass ich für mein Geld sogar noch einen aufgerissenen Gehweg über 80 Meter bis zur nächsten kabelversorgten Straße erhielt. Das hat sich gelohnt. Man muss wohl nicht viel Phantasie haben um zu ahnen wer wohl besonders begeistert mein Telefon fortan nutzte, oder? Ja, Papa und ich, das war immer mehr Konfrontation statt liebevolles Verhältnis.

    Sodann galt bis 18 Uhr der 8-Minuten-Takt, danach ein 12-Minuten Takt, und angrenzende Gemeinden galten nunmehr als Nahbereich was einem Ortsgespräch entsprach. Eine Stunde Ortstelefonatfür 0,84 EUR – heute unvorstellbar, und Ferngespräche waren ja immer noch teuer, eine Einheit tagsüber für nur 12 Sekunden! Dafür konnte man die japanische Zeitansage kostenlos anrufen, da diese keine Einheitenimpulse übertrug.

    Danke für den Tipp mit DASA in Dortmund, das muss ich mir unbedingt angucken. Ich kriege jedes Mal zuviel wenn wieder jemand mit „früher war die Welt noch in Ordnung“ kommt. Nix war besser, Mord und Totschlag waren viel mehr, und alles war gefährlicher, Unfälle privat wie beruflich sowieso. Eine tolle britische Doku-Reihe gibt’s auf Youtube die beschreibt welchen aberwitzigen Gefahren die Menschen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ausgesetzt waren. Allein die tragische Geschichte der „Radium Girls“ ist herzzerreißend; Blei, Arsen, Cadmium in Alltagsgegenständen, so dass die Menschen zu hunderttausenden starben, frühe Kühlschränke setzten Giftgas frei. Einfach mal „Absolute History Hidden Killers“ eingeben und erschaudern!

    „Die Grüüünen!“ Das war Horst Seehofer, der es damit längst zum Meme schaffte. Hätte er auch nicht gedacht. Palazzo Prozzi war der Palast der Republik, auch Erichs Lampenladen genannt wegen der ausladenen Beleuchtungsanlage die man durch die große Glasfront bis auf die Straße gut sehen konnte, beherbergte die Volkskammer, das DDR-Scheinparlament und die von Euch genannten Unterhaltungsbetriebe mit dem Ziel kosmopolitisches Großstadtflair zu verströmen und den Mangel an allem zu kaschieren. Wegen Asbestbelastung und Nutzlosigkeit nach der Wende stillgelegt, dann auf Bundestagsbeschluss hin abgetragen und durch das Humboldt-Forum, eine Nachbildung des barocken Berliner Stadtschlosses ersetzt.

    Der Friedrichstadtpalast ist wieder so ein Monumentalding, denn er verfügt über die größte bespielbare Bühne der Welt mit über 2.800 qm, und die knapp 1.900 Zuschauer haben wegen der nahezu sphärischen Sitzplatzanordnung von überall einen guten Blick auf die Bühne. Dennoch kann ich diese Touristenfalle nicht empfehlen all jenen denen Kunstgenuss am Herzen liegt, denn ich halte die Darbietungen für eher auf jene Zielgruppe ausgerichtet, die 20x Starlight Express und 30x König der Löwen (auf Deutsch) guckte. Kaffeefahrtensensationen!

    Vor der aktuellen und damals eingeführten Sommerzeit gab es tatsächlich einen alten Vorgänger, mit dem Ziel Strom für Beleuchtung zu sparen, denn das war zu Beginn der Elektrifizierung mit seinen energiefressenden Glühlampen zunächst die private Hauptverwendung. Mein Opa, Jahrgang 1901, sprach auch in den 1970ern noch von der „Lichtrechnung“. Der Erklär-Bär CGP Grey hat zur „Light Saving Time“ (viel passenderer Begriff, finde ich) auch die besonderen Wirrnisse in Arizona in seinem Video beschrieben.

    https://youtu.be/84aWtseb2-4?si=ICorSwreByjf3QEy

    Unter den NRW-Ministerpräsidenten sind noch Herr Rüttgers und Peer Steinbrück zu nennen. Letzterer brilliert heute als Teil eines Comedian-Duos, was ich durchaus geistreich, witzig und hörbar finde. Ach, wäre es schön mehr davon im heutigen Politikbetrieb zu finden. Ich freue mich auf Teil 2.

    • Bridge 66

      Hallo Mr. Incredible,

      habe soeben den von dir verlinkten Beitrag gesehen und habe fast einen zuviel gekriegt! 🤯
      Im 19. Jahrhundert hatte sich die Welt schon einmal aus praktischen Gründen auf ein einheitliches Zeitzonensystem auf Basis des Meridians von Greenwich geeinigt, jetzt scheint es, als ob wir zu dem Chaos zurückgekehrt sind, das vorher herrschte.
      SCHAFFT ENDLICH DIE SOMMERZEIT AB!!! 💪

      LG Bridge

    • Christian (Fazitator) aus Köln

      Ha, ich hätte meine Stimmfärbung etwas sorgfältiger wählen sollen – so hatte es tatsächlich etwas von Hotte mit Erkältung 😉 aber nein, siehe oben 🙂 Opi ist eben nicht gleich Opi!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Consent Management Platform von Real Cookie Banner